Georgisches Sozialkundebuch

Konferenz in Tiflis (19./20. Juni 2017) zum Thema „Sozialkundeunterricht in Deutschland und in Georgien. Dialog zu einem entstehenden georgischen Schulbuch“

In dem Projekt begleitet das GEI durch wissenschaftliche Expertise die Entstehung eines Schulbuchs für Sozialkunde, das in den allgemeinbildenden Schulen Georgiens zum Einsatz kommen soll.

Gegenwärtig wird in Georgien als Pilotprojekt ein Sozialkunde-Schulbuch für die Grundschule entwickelt. Nach den Vorgaben des georgischen Bildungsministeriums soll es unter dem Titel "Ich und die Gesellschaft" im Herbst 2017 auf den Markt kommen. Bislang wurde Sozialkunde in der Grundschule nicht unterrichtet. Die Herausforderung ist, dass mit Blick auf das neue Schulbuch und das neue Unterrichtsfach kein Erfahrungswissen vorliegt, an dem sich georgische Bildungsverantwortliche ausrichten können. In der tabula rasa-Situation steckt andererseits eine große Chance der Implementierung einer policy, die sich an der Global citizenship education orientiert. Gleichzeitig muss sich das Projekt gegenüber Vorwürfen verteidigen, es würde einer zu starken „Verwestlichung“ Vorschub leisten.

Kontakte und Gespräche mit zwei maßgeblichen Mitarbeiterinnen des Projektteams (Prof. Dr. Elene Medzmariashvili und Dr. Maya Razmadze) hatten ergeben, dass eine deutsch-georgische Kooperation die Qualität des entstehenden Schulbuchs wesentlich verbessern könnte. Vereinbart wurde eine mehrmonatige projektbegleitende Recherche- und Konsultationsmöglichkeit für eine junge georgische Projektmitarbeiterin am GEI, die sie in den Stand versetzt, im engen Austausch mit ihrem Team in Georgien Zuarbeit zu leisten, aber auch Fragen und Impulse aufzunehmen. Aus ihren Besuchen in deutschen Verlagshäusern für Sozialkundebücher und aus Gesprächen mit Autoren von Sozialkundebüchern sowie mit Didaktikern ergaben sich weitere Anregungen. Ein zweites Element des Projektes war eine Expertentagung  in Tiflis, auf der erste Konzeptionen diskutiert, neuralgische Themen aufgegriffen und zielgerichtete Beiträge zu Kernproblemen der konzeptionellen Tätigkeit geleistet wurden. Für die Teilnahme konnte aus Deutschland Prof. Dr. Wolfgang Sander (Universität Gießen) und OStDir Frank Langner vom Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn. Die Tagung fand am 19. und 20. Juni 2017 statt.

Ziele:

- Vermittlung von Know-how im Bereich Konzeption und Produktion von Sozialkundebüchern
- Pluralismus stärken, Werte vermitteln, Erfahrungsaustausch
- capacity building für junge Wissenschaftler
- Förderung von Dialog und Verständigung im Sinne der Global Citizenship Education

Schwerpunkte:

Das Projekt ist ein Beitrag zur Förderung der Global Citizenship Education, wobei schulbuchinhärent sowohl die kognitive wie auch die sozio-emotionale und Praxis-Ebene berührt ist. Es gibt georgischen Wissenschaftlern einen starken beruflichen Impuls, indem es sie in den internationalen wissenschaftlichen Austausch zu den Bereichen sozialkundliche Bildung, europäische Werte und Schulbuchforschung einbindet. Es fördert zivilgesellschaftliche Strukturen der Zusammenarbeit und regt den Dialog über europäische Werte und didaktische Kulturen an.

Projektlaufzeit:

  • April – Oktober 2017

Partner:     

  • Ivane Javakhishvili Tbilisi State University
  • GAHE (Georgian Association of History Educators)

Projektleiter

Förderung

  • Auswärtiges Amt

Förderung

Kontakt

Robert Maier

Leiter / Abteilung Europa

Außenstelle B1.14.1
Tel.: +49 531 59099-550
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