Hi-story Lektionen. Lehren & Lernen über Europa

Hi-story Lektionen. Lehren & Lernen über Europa
Das internationale digitale Projekt zur historischen Bildung wird um akustische Animationen erweitert. 

Digitale und interaktive Unterrichtsmittel halten unaufhaltsam Einzug in europäische Klassenzimmer. Umso wichtiger, dass sie fundiertes, aber verständliches und ansprechend aufbereitetes Material vermitteln und so das Interesse der Schülerinnen und Schüler für Geschichte wecken. Damit es gelingt, muss die Geschichte erlebbar gemacht und anschaulich vermittelt werden.

Genau das hat sich das Georg-Eckert-Institut mit seinem polnischen Hauptpartner „Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität“ in einem Teilprojekt dieses anspruchsvollen Vorhabens vorgenommen. Im Rahmen des im November 2015 gestarteten Projektes „Hi-story Lektionen. Lehren & Lernen über Europa des 20. Jahrhunderts. Zeitleisten“ entstanden von November 2015 bis September 2016 sechs interaktive Zeitleisten über jedes der beteiligten Länder (Deutschland, Polen, Ungarn, die Slowakei, Tschechische Republik und Rumänien). Dazugehörige interaktive Infografiken bringen einzelne Höhepunkte und einschneidende Ereignisse aus der Geschichte der sechs mitteleuropäischen Länder im 20. Jahrhundert näher und erklären komplexe historische Zusammenhänge. Mit historischen Quellen versehen, werden die historischen Narrative der beteiligten Länder in einen europäischen Kontext eingebettet. Damit gewähren sie interessante und im Geschichtsunterricht oftmals unterbelichtete Einblicke, die deutlich machen, wie stark einzelne erinnerte und erzählte geschichtliche Ereignisse mit dem Geschehen des Nachbarn verwoben waren.

Mit dem Teilprojekt leistet das Georg-Eckert-Institut als anerkannter Akteur in Fragen der Bildungsmedienforschung in Kooperation mit den mittel- und osteuropäischen Projektpartnern einen wichtigen Beitrag zur Gründung komplexer digitaler Bildungstools.

Die Ergebnisse des Teilprojekts in Form von sechs interaktiven Zeitleisten sowie Infografiken über die geschichtlichen Ereignisse in den Ländern Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, die Slowakei und Rumänien werden nach erfolgreichem Abschluss derzeitiger Testphase Anfang 2017 unter www.enrs.eu aufrufbar sein.

Laufzeit: 01.11.2015 bis 30.09.2016

Projektleiter: Dr. Robert Maier

Bearbeiter: Dr. Marcin Wiatr

Produkte: Erarbeitung und Onlinestellung von sechs interaktiven Zeitleisten sowie Infografiken über die geschichtlichen Ereignisse in den Ländern Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, die Slowakei und Rumänien zum Herunterladen für die Lehrer und Schüler.

 

Neues Teilprojekt: Hi-Story Lektionen im inklusiven Unterricht. Erweiterung des Webportals um akustische Animationen

 

Der GEI-Mitarbeiter Dr. Marcin Wiatr (rechts) mit zwei Projektpartnern aus Rumänien und der Tschechischen Republik beim Koordinationstreffen am 14. Juni 2016 in Warschau. Foto: Ewelina Pękała © ENRS

Das Ziel des im November 2016 gestarteten Projekts mit Pilotcharakter ist es, das multilinguale Webportal „hi-storylessons“ durch Implementierung weiterer Materialien (insbesondere akustische sowie audiovisuelle Animationen) weiter auszubauen.

Das digitale Angebot zur historischen Bildung wurde Ende 2016 um akustische Animationen zum Ersten Weltkrieg und zur Weltwirtschaftskrise (1929–1933) erweitert. Dadurch können die Adressaten – SchülerInnen, LehrerInnen, Interessierte, Öffentlichkeit – in einer ganz neuen Qualität angesprochen werden. So vermitteln O-Töne, die Panikausbrüche von Aktionären ebenso wie besorgte Stimmen von Arbeitssuchenden und Wanderarbeitern nach dem Börsen-Absturz in New York dokumentieren, das weltumspannende Ausmaß der Weltwirtschaftskrise.

Das Projekt greift damit den vom Georg-Eckert-Institut in den letzten Jahren verfolgten Ansatz auf, sinnliche Wahrnehmungen und akustische Effekte, die den „Klang der Geschichte“ vermitteln, bei der Erstellung digitaler Bildungsmedien und deren Implementierung verstärkt zu nutzen und dabei zu reflektieren, inwieweit das kollektive Gedächtnis von Gesellschaften und Generationen durch akustische Erinnerungen geprägt ist. Zusätzlich wird eine Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Einschränkungen gefördert, denn mithilfe der akustisch angereicherten Animationen können auch sehbehinderte Lernende an den offenen Bildungsressourcen des Webportals und somit an der Vermittlung komplexer historischer Fragen teilhaben. Damit wird eine Unterrichtsgestaltung gefördert, bei der das Potential der digitalen Medien gezielt aufgegriffen und genutzt wird, um bessere Lernerfolge – insbesondere bei der genannten Zielgruppe – zu bewirken.Unser Projekt, indem er innovative, digital-akustische Wege der Geschichtsvermittlung auslotet, hat daher einen Pilotcharakter mit besonderem Stellenwert, da er gezielt darauf ausgerichtet ist, Potenziale des Digitalen im Unterricht auch im Sinne der Inklusion zu nutzen.

Laufzeit: 01.11.2016 bis 30.03.2017

Projektleiter: Dr Marcin Wiatr

Produkte: Ausbau der sechs interaktiven Zeitleisten sowie Infografiken über die geschichtlichen Ereignisse in den Ländern Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, die Slowakei und Rumänien um akustische sowie audiovisuelle Animationen

Förderung beider Teilprojekte: Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Kooperationspartner beider Teilprojekter:

·       Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität, Warschau

·       Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest

·       Ústav pamäti národa – Institut für Nationales Gedächtnis (UPN), Bratislava

·       European Association of History Educators (EUROCLIO)

·       Institut für Nationales Gedächtnis (IPN), Warschau

·       Post Bellum, Prag