Quellensammlung zur deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts in russischer Sprache

Aufbauend auf ein bereits abgeschlossenes Forschungsprojekt zur Schulbucharbeit mit den GUS-Ländern (VW-Projekt) wurde gemeinsam mit russischen Wissenschaftlern Unterrichtsmaterial in Form einer Quellensammlung zur deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts produziert und implementiert werden. Konzeptionell greift die Quellensammlung kultur-, sozial- und alltagsgeschichtliche Themen auf. Daher bietet sie sich für eine parallele Betrachtung westeuropäischer (deutscher) Phänomene mit den jeweiligen historischen Entwicklungen in den Ländern des GUS-Raums an und führt aus dem Ghetto nationalgeschichtlicher Geschichtsdarstellung heraus. Darüber hinaus verfolgt das Projekt noch weitere didaktische Ziele: Schulbuchautoren in Russland wird ein reichhaltiges, authentisches Quellenmaterial angeboten und sie werden mit modernen didaktischen Erschließungsmethoden vertraut gemacht. Zugleich soll das Buch als Chrestomathie (Quellensammlung) im Unterricht selbst experimentell zum Einsatz kommen. Für bestimmte Zielgruppen (deutsche Minderheit in Russland) soll es die Unterrichtssituation wesentlich verbessern.
Bearbeiterin des Bandes war Frau Iris Bülow. Die Übersetzungen wurden angefertigt von Dr. Natal´ja Kovaleva und Dr. Oksana Nagornaja. Das Projekt fand einen würdiger Abschluss durch eine feierliche Präsentation in der Deutschen Botschaft in Moskau am 21. Mai 2009.

Laufzeit

  • 2003-2008

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Aleksandr O. Tschubarjan (Institut für Weltgeschichte, Russische AdW)
  • Deutsch-Russische Historikerkommission
  • Prof. Dr. Arkadij A. German (Universität Saratov)
  • Verlagshaus OLMA, Moskau

Quellenbandtitel

  • Istorija Germanii XX veka v novom izmerenii: Istočniki, statistika, chudožestvennye dokumenty. Aleksandr O. Čubarjan i Robert Maier (izd.), Moskva: OLMA media grupp, 2008

Wichtiger Beitrag zur deutsch-russischen Zusammenarbeit: Präsentation der russischsprachigen Chrestomathie zur deutschen Geschichte

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Moskau, Dr. Walter Jürgen Schmid, lud am 21. Mai 2009 eine namhafte deutsch-russische Historikergemeinde in seine Residenz ein, um die in deutsch-russischer Kooperation entstandene Chrestomathie zur deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts der Öffentlichkeit zu präsentieren. In feierlicher Atmosphäre, untermalt von musikalischen Darbietungen, ergriff nach dem Botschafter der russische Ko-Herausgeber Aleksandr O. Čubar’jan das Wort. Er betonte als Direktor des Instituts für Weltgeschichte an der Russischen Akademie der Wissenschaften, dass das Buch nicht nur an den Schulen, sondern auch im universitären Bereich sehr nützlich sein wird. Prof. Nina Deviatiaikina, Spezialistin für Geschichtsdidaktik und selbst Schulbuchautorin, unterbreitete mehrere Vorschläge zur Implementierung des Lehrwerkes in den Schulen. Des Weiteren würdigte der Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Moskau, Prof. Bernd Bonwetsch die gelungene Zusammenstellung der Quellen. Die Chefredakteurin des herausgebenden Verlags Olma-Press Olga Krasovskaja hob das didaktische Potential und die innovative Ausstrahlung dieses bilateral entwickelten Buches hervor.

Die Distribution des mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland gedruckten Bandes ist in vollem Gange. Der für das GEI bestimmte Anteil wurde der Deutschen Botschaft in Moskau übergeben. Auf dem „Allrussischen Kongress der Dekane und Lehrstuhlinhaber der historischen Fakultäten“ bot sich die Gelegenheit, die wichtigsten Zentren der russischen Historikerzunft mit dem Band mit ca. 400 Exemplaren auszustatten. 300 Bände wurden dem „Internationalen Verband für deutsche Kultur – Kulturorganisation der Deutschen in Russland und der GUS“ übergeben. Dieser wird sie an über hundert deutsche Kulturzentren weiterreichen. Insbesondere werden sie Schulen und Lehranstalten übergeben, in denen sich diese Zentren befinden. Die Verbreitung des Buches innerhalb der deutschen Minderheit in Russland wurde mit dem deutschen Innenministerium abgesprochen. Weitere 150 Exemplare werden an Partner des GEI in Mittelasien, im Baltikum, Belarus, Ukraine und Kaukasus versandt.

Kontakt

Robert Maier

Leiter / Abteilung Europa

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