Bildungsmedien 4.0?: Eine Analyse zu den Veränderungen von Produktion und Vermittlungswissen im Feld der Bildungsmedien

Ökonomische Bildung in der Schule ist mit einem langlebigen und heterogenen gesellschaftlichen Diskurs verwoben, der sich unter anderem in curricularen Bestimmungen, Unterrichtsfächern mit wirtschaftlicher Orientierung und letztendlich in den Schulbüchern als Vermittlungswissen einschreibt. Dieses Vermittlungswissen in Bildungsmedien wird im Projekt „Bildungsmedien 4.0?“ in Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg aus zwei unterschiedlichen Perspektiven auf seine Diskursivität hin abgefragt. Zum einen untersuchen wir das Vermittlungswissen in Bildungsmedien und zum anderen die Entwicklung von digitalen Bildungsmedien.

Am Georg-Eckert-Institut werden Schulbücher mit einem diachronen Ansatz von 1995 bis 2020 für Schulfächer mit wirtschaftlicher Ausrichtung auf ihr in Erscheinung tretendes ökonomisches Vermittlungswissen hin analysiert. An der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg rücken ergänzende Lernmaterialien unterschiedlicher Akteure, die sich im Feld der Bildungsmedien positionieren, in den Fokus der Analyse.

Auf der ersten Ebene wird im GEI-Projekt diskursanalytisch danach gefragt: Welche Diskurse, ökonomische Theorien und kontroversen Debatten werden in welcher Form in den Schulbüchern (re)produziert? Wie wirken sich multimediale Elemente, die zunehmend in digitalen Schulbüchern enthalten sind, auf dieses ökonomische Wissen aus? Auf der zweiten Ebene soll anhand von Interviews mit EntwicklerInnen von digitalen Schulbüchern der Einfluss von Entwicklungsprozessen, der Produktion und der diskursiven Verstrickungen von Akteuren auf dieses Vermittlungswissen analysiert werden. Auch wird danach gefragt: Wie hat sich der Prozess der Entwicklung und die Produktion von Bildungsmedien, die zunehmend „born digital“ konzipiert werden, durch den technologischen Wandel in der Verlagsbranche verändert?