Bildungsmedien 4.0?: Eine Analyse zu den Veränderungen von Produktion und Vermittlungswissen im Feld der Bildungsmedien

Wir beobachten derzeit im Feld der Bildungsmedien grundlegende Transformationen. Neben technologischen Veränderungen – Stichwörter Digitalität, Smart-Technologien, KI – entstehen neue curriculare Formate und bildungspolitische Steuerungsformen. Auch die Entwicklung von Bildungsmedien verändert sich.
Aktuelle Forschungsprojekte untersuchen vor allem den Einsatz und die Aneignung digitaler Bildungsmedien. So bleibt die Entwicklungs- und Produktionsseite unterbelichtet. Das Projekt
Bildungsmedien 4.0? widmet sich daher der Frage: Wie verändern sich Struktur und Akteure der Produktion durch die Transformationsprozesse und was bedeutet das für die Bildungsmedien selbst?

Bisherige Forschung zeigt, dass

1. mit der technologischen Veränderung auch ein Wandel der wichtigen Kompetenzen und des Verständnisses von Professionalität in der Entwicklung einhergeht.

2. sich mit dem Wandel bildungspolitischer Steuerungsformen Möglichkeiten für neue, flexiblere Akteurskonstellationen abseits der klassischen Arbeitsteilung zwischen Staat und Verlag ergeben.

3. eine Ökonomisierung des Marktes für Bildungsmedien stattfindet, die sich in einer Diversifikation der Produktportfolios, alternativen Distributionsformen und einem wachsenden Innovationsdruck zeigt.

Die Untersuchung wird auf zwei Ebenen erfolgen: Zum einen auf der Ebene des Produzentenwissens bzw. der Expertise der Akteure, die Bildungsmedien konzipieren, produzieren und anbieten und zum anderen auf der Ebene des Vermittlungswissens bzw. der Wissens in den Bildungsmedien selbst.

Ziel des Projektes ist es, die Veränderungen im Produzenten- und Vermittlungswissen im Feld der Bildungsmedien zu untersuchen und theoretische Überlegungen mit empirischer Forschung zu überprüfen. Um diese Veränderungen nachzuzeichnen nimmt das Projekt eine diachrone Perspektive ein. Es werden Unterrichtsmaterialien zum Thema „ökonomische Bildung“ aus den Jahren 1995-2018 diskursanalytisch untersucht und Experteninterviews geführt. In mehreren Projektphasen werden zum einen klassische Verlage (am GEI) und zum anderen Produzenten komplementärer Medien (an der HSU) betrachtet.