DATAFIED: DATA For and In EDucation - Die Konstruktion der Schule im Prozess der Datafizierung

Mit der Digitalisierung geht eine umfassende Datafizierung des Schulsystems vonstatten, bei der in allen Prozessen des Schulsystems Daten gesammelt werden, die gleichzeitig Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse der Bildungspolitik, der Schulaufsicht, der Schulträger, der Schulleitungen, der Lehrkräfte, der SchülerInnen und ihrer Eltern sowie der Öffentlichkeit beeinflussen. Ihre Entstehung, Interpretation und Verwendung ist dabei nicht (wert-) neutral, sondern in die Daten selbst sind bereits Vorstellungen von “guter Bildung” bzw. „guter Schule“ und „gutem Unterricht“ eingeschrieben. Gleichzeitig verändern sich durch die zunehmende Datafizierung die Rollen der Lehrkräfte, SchülerInnen und weiterer Akteure im Bildungssystem sowie ihre Beziehungen zueinander.

Ziel und Forschungsfragen

Vor diesem Hintergrund untersucht das Georg-Eckert-Institut die Entwicklung von datengetriebener Lernsoftware, und fragt nach den Vorstellungen von guter Schule und gutem Unterricht, die durch diese Medien angeboten werden. Durch Software-Analysen wird erarbeitet, welche Datenpraktiken von Lehrpersonen und SchülerInnen über die Software präfiguriert sind und welche Auswirkungen auf ihre Rollen und Aufgaben vorgesehen sind. Die forschungsleitende Frage lautet:

wie viel Raum nimmt das Agieren mit und um Daten („Datenpraktiken”) ein und inwieweit kommt es damit zu einer De- bzw- Re-Konstruktion von Schule über (zunehmend professionalisierte) Datenpraktiken?

Forschungsverbund

Die Studie des GEI ist dabei Teil eines durch das BMBF geförderte Forschungsverbundes, der aus unterschiedlichen, miteinander verwobenen Perspektiven die Veränderungen der Konstruktion von Schule im Prozess zunehmender Datafizierung untersucht und damit einen Beitrag zur Erkundung möglicher Effekte von Digitalisierung im Bildungsbereich leistet.

Weitere Informationen zum Forschungsverbund finden sich hier https://datafied.de/ und bei Twitter: @DatafiedSchools