Digital Citizenship Education: Next Practice aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern

Auf der Straße, auf Instagram oder dem eigenen YouTube-Kanal – junge Leute wie Greta Thunberg oder der Youtuber Rezo zeigen, wie man seine Bürgerrechte in digitalen Zeiten wahrnehmen kann. Will die Schule am Puls der Zeit – und an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler – bleiben, muss sie sich mit aktuellen Formen gesellschaftlicher und politischer Partizipation auseinandersetzen. Diese Aktivitäten finden nicht nur, aber vielfach im Internet statt. Doch die Frage ist, wie dies gelingen kann, da Schulen in Deutschland für die Vermittlung digitaler Kompetenzen derzeit technisch und konzeptuell schlecht aufgestellt sind.

Ziel der Studie ist, verschiedene Ansätze einer digital citizenship education und ihre Vermittlung mit Hilfe digitaler Bildungsmedien zu erforschen. Auf der Grundlage von teilnehmender Beobachtung und Fokusgruppengesprächen werden dichte Beschreibungen von drei schulischen Projekten erarbeitet, die Rückschlüsse auf die politische Subjektivierung der Schülerinnen und Schüler in der digitalen Welt erlauben. Es wird danach gefragt, (1) inwieweit in diesen Next-Practice-Bespielen Formen der Anregung von Engagement, Partizipation und Empowerment in der digitalen Welt beobachtet werden können und (2) welche Vorstellungen Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit digitalen Medien von sich als politischen Subjekten entwickeln. Die Rekonstruktion der Schülerperspektive soll Aufschluss über Stärken und Schwächen der verschiedenen Ansätze geben und dazu beitragen, Angebote zur Stärkung einer critical digtal citizenship zu entwickeln.