Postdigitale Medienkonstellationen in der Schule. Partizipative Analyse, Reflexion und Gestaltung des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien

Wir leben in einer Welt, in der hybride analog-digitale Technologien und Praktiken unser Leben prägen. Die daraus entstehenden Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe in Bildung und städtischem Zusammenleben sind Gegenstand des 2019 vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) und fünf Kooperationspartnern eingeworbenen Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig. Im Fokus stehen die Entwicklung digital gestützter Partizipationsformen sowie die Gestaltung öffentlicher Diskurse zu (Post-)Digitalität und Partizipation. In Projekten verschiedener Fachdisziplinen werden u. a. Bildung, Inklusion, Mobilität, Stadtplanung und Wiederverwendung unter enger Einbeziehung der jeweiligen Nutzergruppen erforscht.

Das Projekt am GEI ist als Nachwuchsforschungsgruppe konzipiert, die medienwissenschaftliche und informatische Perspektiven kombiniert. Sie widmet sich der partizipativen Analyse, Reflexion und Gestaltung postdigitaler Medienkonstellationen in der Schule. Das Erkenntnisinteresse besteht darin zu untersuchen, wie sich digitale Medientechnologien und medienkulturelle Praktiken in die bestehenden Lehr- und Lernpraktiken integrieren und sie transformieren, wie sich im Zuge dessen Lernräume, inhaltliche Zugänge und auch Rollen von Lehrenden und Lernenden sowie deren Kompetenzanforderungen verändern. Diese komplexen Transformationsprozesse möchten wir untersuchen und mit Produzent*innen von Bildungsmedien sowie Lehrenden und Lernenden ausgewählter Schulen gemeinsam reflektieren und zu gestalten.

Eines der Promotionsprojekte wird dabei aus informatischer Sicht die Frage nach usable privacy und usable security in den schulischen Medienkonstellationen fokussieren, das andere die Frage nach dem Zusammenhang von Medienperformanz und Subjektivierung. Das Habilitationsprojekt der Nachwuchsgruppenleitung rückt die Theorie- und Methodenentwicklung sowie die übergeordnete Frage nach den medienkulturellen Transformationsprozessen im schulischen Lehren und Lernen ins Zentrum.