Abteilung Schulbuch als Medium

Was ist eigentlich ein Schulbuch? Was sind Bildungsmedien? Diese auf den ersten Blick einfachen Fragen werden vor dem Hintergrund verschiedener – insbesondere – medienwissenschaftlicher theoretischer Ansätze auf den zweiten Blick komplexer. Ein zentrales Ziel der Abteilung SAM besteht darin, das Schulbuch und schulrelevante Bildungsmedien in ihrer Medialität systematisch zu erforschen.

 

Für die Abteilung steht das Schulbuch als materielles, in Wandlungsprozessen und Aneignungspraktiken eingebundenes Medium im Fokus. Die Projekte der Abteilung untersuchen in unterschiedlicher Schwerpunktsetzung das Zusammenspiel von Medieninhalten, Medienwandel und Medienaneignung in schulischen Kontexten. Dabei analysieren sie Aushandlungsprozesse in ihren sozialen, kulturellen und politischen Kontexten. Durch ihre historischen und gegenwärtigen Zugriffe generiert die Abteilung Impulse für zukünftige gesellschaftspolitische Debatten.

Geschichte, Theorien und Methoden der schulbuchbezogenen Forschung

Mit welchen Theorien und Methoden arbeitet die Schulbuch- und Bildungsmedienforschung? Und wie sieht ihre wissenschaftsgeschichtliche Historisierung aus? Dieses Arbeitsfeld antwortet auf das vielfach konstatierte Theoriedefizit der internationalen Schulbuchforschung. Dazu gehört auch, die große Vielfalt der methodologischen Herangehensweisen in der Schulbuch- und Bildungsmedienforschung zu systematisieren, und themenspezifische innovative Forschungsmethoden zu entwickeln. Das Arbeitsfeld vergegenwärtigt zudem die wissenschaftsgeschichtlichen Traditionen des eigenen Forschungsfeldes und setzt sich kritisch mit seiner Entwicklung auseinander. Schwerpunkt des Arbeitsfeldes liegt insgesamt darauf, die kulturwissenschaftlich und empirisch ausgerichtete Schulbuch- und Bildungsmedienforschung weiter zu entwickeln.

Medienwandel

Welchen historischen Wandlungsprozessen sind Bildungsmedien unterworfen? Und wie sind schulische Bildungsmedien mit dem digitalen Medienwandel in der Gegenwart verwoben? Das Schulbuch hat sich in seiner historischen Entwicklung permanent verändert. Dazu kommt, dass neben dem Schulbuch immer auch weitere – komplementäre oder auch konkurrierende – Medien existierten. In diesem Arbeitsfeld wird die Entwicklung und Verbreitung der Schulbücher und schulbuchbezogenen  Bildungsmedien sowohl im Kontext der gegenwärtigen digitalen Medienrevolution als auch aus historischer Perspektive analysiert.

Medienaneignung

Wie werden Schulbücher und weitere schulische Bildungsmedien verwendet? Bislang hat die Schulbuchforschung die Frage nach der Medienaneignung im Klassenzimmer nur sporadisch gestellt. Das Arbeitsfeld „Medienaneignung“ erforscht durch eine Verbindung von kultur- und medienwissenschaftliche Ansätzen und Methoden der empirischen Sozialforschung, wie Schulbücher und weitere Bildungsmedien in der Schule genutzt und deren Deutungsangebote angeeignet werden. Es fragt insbesondere nach den schulischen Praktiken des Erinnerns in heutigen mediatisierten Klassenzimmern, das heißt, nach dem Zusammenspiel zwischen medialen Formaten, erinnerungskulturellen Konstellationen und schulbezogenen Aneignungsweisen.