Abteilung Schulbuch und Gesellschaft

Die Abteilung befasst sich mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichem Wandel und schulbezogenen Bildungsmedien. Sie widmet sich damit den Herausforderungen transnationaler Konfliktlagen, konfligierender Erinnerungspolitiken, von Prozessen kultureller und religiöser Pluralisierung, den Repräsentationen verschiedener Formen gesellschaftlicher Diversität, von Prozessen des ökonomisch und technologisch bedingten Wissenswandels und der korrespondierenden Bildungsmedienproduktion. Im Zusammenhang mit der Frage nach Gesellschafts- und Zukunftsentwürfen in schulischen Bildungsmedien werden globalisierte Wahrnehmungen von Sicherheitsproblemen, gesellschaftliche Aussöhnungsprozesse, religiöse Sinnbildungen, der Umgang mit gesellschaftlicher Diversität und medientechnologische Innovationen untersucht. Die Abteilung nimmt die damit verbundenen ökonomischen Prozesse in den Bick und  erforscht die Rolle neuer Akteure und Technologien der Bildungsmedienproduktion.

Arbeitsfeld „Frieden und Konflikt“

Schulbücher spiegeln inner- und zwischengesellschaftliche Konflikte wider und sind selbst Gegenstand solcher Auseinandersetzungen. Sie tragen zudem zur sozialen Konstruktion von Konfliktrealitäten, Friedensbedrohungen und Sicherheitsgefahren bei. Wie schlagen sich gesellschaftliche Konflikte in Schulbüchern nieder? Und wie können Bildungsmedien der gewaltsamen Eskalation von Konflikten entgegenwirken und deren konstruktive Bearbeitung unterstützen? Diese Fragen stehen im Zentrum des Arbeitsfelds „Frieden und Konflikt“.

Arbeitsfeld „Religiöser Wandel und gesellschaftliche Diversität“

Wie schlägt sich der Wandel kultureller und religiöser Vielfalt in aktuellen und historischen Bildungsmedien nieder und wie spiegelt sich dieser in den Schulbüchern? Das Arbeitsfeld „Religiöser Wandel und gesellschaftliche Diversität“ geht von der (De-)Säkularisierung, Pluralisierung und Individualisierung von Religion und der soziokulturellen Heterogenität von Gesellschaften aus. Es untersucht die Konfiguration, Repräsentation und Rezeption verschiedener Dimensionen von Differenz. Wie kann Vielfalt in der Bildungspraxis angemessen anerkannt, repräsentiert und gewürdigt werden?

Arbeitsfeld „Akteure und Bedingungen der Schulbuchproduktion“

Ausgehend von der Technologisierung und Ökonomisierung des Sozialen untersucht das Arbeitsfeld „Akteure und Bedingungen der Schulbuchproduktion“ die Produktion von Schulbüchern, Bildungsmedien und Schulbuchwissen in Gegenwart und Vergangenheit. Ein Fokus richtet sich auf den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen und der Vermittlung von Wissen. Gefragt wird nach den beteiligten Akteuren und nach den bildungspolitischen Bedingungen der Schulbuchproduktion: Welche unterschiedlichen Interessen verfolgen die Akteure, wie werden Schulbuchinhalte ausgehandelt?