Bildungspolitik nach Massenverbrechen

Das Dissertationsprojekt "Bildungspolitik nach Massenverbrechen" untersucht die Frage, wie und unter welchen Bedingungen Wahrheitskommissionen und internationale Programme zur Friedenspädagogik einen Einfluss auf Bildungspolitik sowie Curricula und Schulmedien zeitigen. Anhand der Fallbeispiele Guatemala und Peru werden unterschiedliche Formen von politischen Interventionen im Bildungssektor verglichen und Hypothesen bezüglich unterschiedlicher Muster der Vergangenheitsbearbeitung an Schulen geprüft.

Das Projekt leistet einen empirischen und theoretischen Beitrag für die Integration des Forschungsfeldes "Transitional Justice" und  der Bildungsforschung; zum ersten Mal werden  deren thematischen Zusammenhänge und konzeptionelle Spannungen Gegenstand einer systematischen, vergleichenden Untersuchung. Darüber hinaus verspricht die Dissertation einen Beitrag zu kritischen Debatten rund um Friedenspädagogik, Transitional Justice und Entwicklung zu leisten, indem der Einfluss und die Übersetzung internationaler Diskurse und weltkultureller Modelle in lokalen Kontexten geprüft werden. 

Das Vorhaben fußt vor allem auf qualitativen Methoden: Neben der Analyse von Schulmedien, kommen insbesondere Experteninterviews zur historischen Rekonstruktion von Reformprozessen zum Einsatz. Außerdem wird in Guatemala in Kooperation mit lokalen und internationalen Akteuren eine repräsentative Erhebung zur Nutzung von Schulbüchern und der Integration von historischen Themen im Sozialkundeunterricht durchgeführt. Darüber hinaus verspricht die Dissertation, einen Beitrag dazu zu leisten, wie Transitional Justice-Maßnahmen nach Bürgerkriegen zu einem Normenwandel betragen und wie unterschiedliche Akteure der Bildungspolitik internationale Menschenrechtsdiskurse in lokale politische Kontexte übersetzen.

Laufzeit

  • 2014-2017

Finanzierung

  • GEI

Kontakt

Jakob Kirchheimer

Abteilung Schulbuch und Gesellschaft

Außenstelle B1.10
Tel.: +49 531 59099-373
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