Schulbuch und Religion

  • Im Rahmen dieses Projektes sind mehrere Produkte entstanden und Methoden erprobt. Im Jahr 2014 fand eine Konferenz mit dem Titel „Schulbuch und Religion“ statt. Ausgehend von den Schulbuchanalysen zur Religion wurde diskutiert, wie sich die religiösen, soziokulturellen und die medialen Veränderungen auf die normativen Konzepte, Inhalte, Methoden und Akteure der Bildungsmedien auswirken. Daraus entsteht ein begutachteter konferenzband Schulbuch – Religion – Konstruktion. Religiöse Pluralität in interdisziplinärer Perspektive in dem einige Desiderate in Bezug auf Definitions-, Begriffs- und Grenzziehungsprobleme und in Bezug auf vielfältige Fächer (u.a. Ethik, Religion, Geschichte, Sprachunterricht) aufgegriffen werden. Die Beiträge zeigen, dass das Dynamische der Religionen oft fehlt und die religiöse Vielfalt u.a. als phänomenologisch, ökumenisch, national und/oder kulturell begrenzt verstanden wird.
  • Methodisch wurde in diesem Rahmen anhand der Religionsbücher in Südosteuropa erprobt, wie der auf Pierre Bourdieu basierender praxeologischer Zugang als Ausgangspunkt für die Schulbuchanalyse funktionieren kann. Es konnte gezeigt werden, dass die Schulbuchinhalte stark mit der sozialen Positionierung der Akteure korrelieren. Zudem zeigte die Habitusanalyse, dass die Religionsbücher nicht auf einen vergangenen Habitus zurückgreifen, sondern einen erst in der Zukunft zu entwickelnden Habitus entwerfen.
  • Die Verschränkung von Religion mit soziokulturellen Kategorien wird in deutschen Ethikbüchern exemplarisch im Working paper thematisiert. Dabei konnte einerseits herausgearbeitet werden, dass die Bezüge, die zwischen Religion und Gesellschaft auf der Mikro-, Meso- und Makroebene hergestellt werden, in vielen Fällen negativ ausfallen (Krieg, Terror, Frauenunterdrückung, Familiengewalt). Andererseits wird Religion u.a. in einen (abrahamitisch-) dialogischen Kontext angesiedelt, der zwar positiv konnotiert ist, jedoch an den theologischen Gedanken angelehnt ist. Somit bleiben die Darstellungen der Religion weit hinter den eigenen Bildungsansprüchen.

Laufzeit

  • 2015-2017

Finanzierung

  • GEI

Kontakt

Zrinka Štimac

Abteilung Schulbuch und Gesellschaft

Außenstelle B1.22
Tel.: +49 531 59099-318
E-Mail senden