„Zukunftspolitik“ durch Bildung?
Zur Genealogie technisch-naturwissenschaftlichen Schulbuchwissens in Deutschland (1870-1980)

Das Projekt untersucht die Genealogie und den Wandel technisch-naturwissenschaftlichen Wissens in Schulbüchern zwischen 1870 und 1980 unter der Fragestellung, wie technisch-naturwissenschaftliche Bildung und das dabei vermittelte Wissen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts neben den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und Disziplinen zunehmend auch zur gesellschaftlichen Sinnbildung beigetragen hat. Dazu werden die gesellschaftlichen Debatten um technisch-naturwissenschaftliche Bildung und das entsprechende Schulbuchwissen inklusive der gesellschaftlichen Bedingungen seiner Produktion, Vermittlung, Kritik und diskursiven Zirkulation im Untersuchungszeitraum daraufhin untersucht, inwiefern sich in diesem Zusammenhang eine gesellschaftlich umkämpfte Arena und eine historisch kontingente Form von „Zukunftspolitik“ konstituierte. Der Fokus der Untersuchung richtet sich auf die Zeiträume um 1900, die 1920/30er und die 1960/70er, in denen technisch-naturwissenschaftliche Bildung besonders intensiv bildungs- und gesellschaftspolitisch debattiert und im Hinblick auf die Fragestellung nach Zukunftswissen und einer genuinen Zukunftspolitik virulent geworden ist. Mit diesen drei Zeiträumen werden genealogisch formative Phasen einer „Zukunftspolitik“ nicht nur im Hinblick auf Reformen, Veränderungen und Neuausrichtungen technisch-naturwissenschaftlicher schulischer Bildung, sondern auch und gerade auf deren gesellschaftliche, politische und mitunter ideologische Relevanz und Resonanz analysiert.

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Marcus Otto

stellv. Leiter / Abteilung Europa

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