Schulbuch für die Zukunft

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Europa – Unsere Geschichte: Schulbuch für die Zukunft

Wir freuen uns über die Fertigstellung von Band 4: „20. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ des gemeinsamen Geschichtsbuchs für Deutschland und Polen. Die Reihe behandelt die europäische und Globalgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt die Verflechtungen der europäischen Gesellschaften untereinander. Ab diesem Schuljahr sind beide Sprachversionen bereit für den Einsatz im Unterricht.

Die Lehrwerkreihe entstand unter Schirmherrschaft der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in enger Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten sowie Verlagen aus Deutschland und Polen und wurde vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften koordiniert.

„Die Geschichte des 20. Jahrhunderts in einem gemeinsamen Lehrwerk für deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler darzustellen, war eine wirklich große Herausforderung, befinden wir uns doch fortlaufend in einem Prozess des Aushandelns nationaler Erinnerung, die bis heute fortwirkt“, sagt Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, Direktor des Georg-Eckert-Instituts, und ergänzt: „Die Erfahrung der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg etwa ist in polnischen Familien noch schmerzlich lebendig, während das Bewusstsein dafür in Deutschland nur schwach ausgeprägt ist. Aber die in zwölf Jahren gemachten Erfahrungen bei der Erarbeitung der Bände zeigen deutlich: Wenn wir die Blickwinkel der anderen dialogisch in das eigene Erinnern einbeziehen, fördert dies Vertrauen und stärkt den Zusammenhalt in Europa.“

Das von den Verlagen Eduversum und WSiP publizierte Lehrwerk ist für den regulären Einsatz im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in Deutschland und der Klassen 5-8 der polnischen Grundschule bestimmt. Igor Kąkolewski, Direktor des Zentrums für Historische Forschungen Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften betont: „Die entscheidende Neuerung unseres transnational angelegten Geschichtsbuchs besteht darin, dass Schülerinnen und Schüler den Lehrstoff nicht nur durch das Prisma ihrer eigenen Nationalgeschichte kennenlernen. Das eröffnet ihnen die Möglichkeit, die Erfahrungen des anderen ernst zu nehmen und sich auf Augenhöhe zu begegnen.“

Die feierliche Präsentation der Reihe soll nach Möglichkeit in der zweiten Jahreshälfte 2020 stattfinden.

Unterstützt wurde das Projekt von den Regierungen beider Länder, auf deutscher Seite auch durch das Land Brandenburg und die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder. Eine zusätzliche Förderung erfuhr das Projekt durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Weitere Informationen:        

www.europa-unsere-geschichte.org

http://www.gei.de/abteilungen/wissen-im-umbruch/deutsch-polnisches-geschichtsbuchprojekt-europa-unsere-geschichte.html