SUBJEKTE DER DEMOKRATIE. AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN UND POTENZIALE DER DEMOKRATIEBILDUNG IN DEUTSCHLAND (DemoS)

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt DemoS zielt auf eine umfassende systematische Bestandsaufnahme zu Demokratiebildung in Deutschland als Gegenstand, Ziel und Praxis politischer Bildung in den Sekundarstufen I und II der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie exemplarisch in der Fachausbildung von Erzieher*innen. DemoS ist Teil des Verbundprojektes „Demokratiebildung in Deutschland“ (BilDe-DemoS) mit dem Deutschen Jungendinstitut (DJI), das sich im Teilprojekt „Bildung und Demokratie mit den Jüngsten“ (BilDe) komplementär der frühkindlichen Bildung widmet.

Im Zentrum steht der Beitrag, den Demokratiebildung zur Herausbildung, Inklusion und Partizipation demokratischer Subjekte zu leisten vermag. Ziel ist die systematische und fokussierte Erschließung dieses komplexen Themenfeldes. Zentrale Fragen sind: (i) Wie wird Demokratiebildung im gesamten curricularen Prozess von den bildungspolitischen Vorgaben (policy curriculum) über deren programmatische Ausgestaltung in Lehrplänen und Schulbüchern (programmatic curriculum) bis hin zur pädagogischen und schulischen Praxis (enacted curriculum) konzipiert, ausgestaltet und umgesetzt? (ii) Welche Potenziale für die Demokratiebildung resultieren daraus und unter welchen Bedingungen können diese genutzt werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen führt DemoS drei inhaltlich vertiefende und ineinandergreifende Teilstudien durch: (i) Eine Curriculumanalyse, die das Wechselverhältnis von fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungspolitischen Debatten und daraus resultierenden Curricula fokussiert. (ii) Eine Schulbuchanalyse, die mittels einer quantitativen sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse exemplarisch ausgewählter Politikschulbücher unter anderem danach fragt, welche Bedeutung Demokratiebildung als Gegenstand, Ziel sowie Lehr- und Lernpraxis zugeschrieben wird. (iii) Eine Analyse schulischer und unterrichtlicher Praxis, die mittels ethnographischer Methoden, die Umsetzung, Aneignung und Aushandlung politscher und programmatischer Vorgaben in Bezug auf die Demokratiebildung untersucht.

Ergänzend zu den drei Teilstudien wird das Methodenrepertoire der Geistes- und Kulturwissenschaften im Kontext des digitalen Wandels wissenschaftlicher Arbeitsprozesse erweitert. Die zu untersuchenden Curricula und Schulbücher werden digitalisiert und ein digitales Recherche- und Analysewerkzeug entwickelt. Ziel ist es, fundierte quantitative und qualitative Inhaltsanalysen von Curricula und Schulbüchern für den Politikunterricht durchführen zu können.