Das Institut

Georg-Eckert-Institut
Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)

Das Georg-Eckert-Institut betreibt anwendungsbezogene und multidisziplinäre Schulbuch- und schulbuchbezogene Bildungsmedienforschung mit einem kulturwissenschaftlich-historischen Schwerpunkt. Zudem berät es national und international Bildungspolitik und Bildungspraxis. Das Institut koordiniert und vermittelt außerdem in internationalen Schulbuchangelegenheiten. Forschung, Forschungsinfrastrukturleistungen und Wissenstransfer sind in der Arbeit des GEI durchgängig aufeinander bezogen. Als außeruniversitäre Einrichtung, die schulbuchbezogene Forschung gleichermaßen betreibt und ermöglicht, hat sich das Georg-Eckert-Institut in den vergangenen Jahren zu einem internationalen Referenzzentrum in diesem Feld entwickelt.
Einen Anziehungspunkt bildet seine Forschungsbibliothek mit ihrer weltweit einzigartigen Sammlung an Schulbüchern der Fächer Geschichte, Sozialkunde/Politik, Geographie und Werteerziehung/Religion. Mit dem Informations- und Kommunikationsportal Edumeres bietet das GEI einen virtuellen, in mehreren Modulen gebündelten Zugang zu aktuellen Informationen, Publikationen und Daten aus der Schulbuch- und Bildungsmedienforschung.
Um für Schulbücher zu sensibilisieren sowie die Schulbuchforschung und deren Vernetzung voranzutreiben, vergibt das GEI zahlreiche Stipendien. Es verleiht einen Forschungspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten und unterhält ein Gastwissenschaftler-Programm. Seit 2012 zeichnet das GEI auf der Leipziger Buchmesse das „Schulbuch des Jahres“ aus.

Relevanz des Schulbuchs

Schulbüchern kommt aufgrund ihres verdichteten und kanonischen Charakters wissenschaftlich, politisch und bildungspraktisch eine wichtige Rolle zu. Da sich in Schulbüchern das Wissen findet, das eine Generation an die nächste weitergeben möchte, werden sie häufig zum Politikum. Schulbücher können Ressentiments und Vorurteile fördern, zugleich können sie aber auch einen Beitrag zu Aussöhnung und Verständigung leisten.

Schulbücher im digitalen Wandel

Mit voranschreitender Digitalisierung zeichnet sich auch ein grundlegender Wandel im Bildungsbereich ab. Schulen nutzen zunehmend die Möglichkeit, interaktive und multimedi­ale Bildungs­medien im Unterricht einzusetzen. Das GEI nimmt den aktuellen Wandel im schulischen Unterricht zum Anlass, seine Arbeitsschwerpunkte um digitale Bildungsmedien zu erweitern. Neben der Erforschung von Wissens- und Deutungsangeboten, medialen Wandlungsprozessen sowie Nutzungs- und Aneignungspraktiken sind damit eine entsprechende Ausweitung der Sammlung der Forschungsbibliothek und die weitere Digitalisierung ihrer Bestände verbunden.

Das GEI im Forschungsfeld

Verglichen mit etablierten wissenschaftlichen Disziplinen wie Geschichte oder Soziologie ist die Schulbuchforschung ein eher junges Feld und als akademisches Fach an keiner Universität zu finden. Umso wichtiger ist es für WissenschaftlerInnen, die sich aus unterschiedlichen disziplinären Kontexten und Regionen mit Schulbüchern beschäftigen, dass sie ein Zentrum für den wissenschaftlichen Austausch und für die Bereitstellung relevanter Daten, Quellen und Informationen vorfinden. Ein solches Zentrum und ein förderndes Umfeld bietet das GEI mit seiner international geschätzten Forschungsbibliothek, seinen Publikationen, seinem Stipendien- und Gastwissenschaftlerprogramm, seinen Veranstaltungen und nicht zuletzt mit seinen vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.