Postdigitale Bildung

Bei diesem Forschungsschwerpunkt stehen die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Bildungstechnologien im Mittelpunkt. Gefragt wird, ob und wie die Entwicklung und der Einsatz von neuen Technologien Unterricht, Schule und dadurch Gesellschaft grundsätzlich konfigurieren und, in historischer Perspektive, rekonfiguriert haben. Der Forschungsschwerpunkt nimmt die aktuelle Beobachtung, dass digitale Technologien nicht mehr per se „innovativ“ und „disruptiv“ sind, sondern weltweit zum Hintergrund des alltäglichen Lebens geworden sind, zum Ausgangspunkt. In dieser „postdigitalen“ Konfiguration wird die kritische Reflexion der Wirkkraft der Digitalität immer wichtiger. Die Forschung bezieht sich auf Software Studies, Critical Data Studies, Diskursforschung und weitere kulturtheoretische Ansätze. Die Projekte analysieren die Software und Hardware, die medialen Infrastrukturen und Datenflüsse der Schule sowie Diskurse über „neue Medien“ oder „digitale Bildung“. Sie fragen, wie sich pädagogische Technikdiskurse in den letzten 150 Jahren entwickelt und wie sie schulische Bildungskonzepte geprägt haben. Sie reflektieren darüber hinaus aus aktueller und historischer, nationaler und transnationaler Perspektive zentrale Konzepte in den Debatten um digitale Bildung wie Digitalisierung, Datafizierung, Open Education und konviviale Technologien.