Eckert. Die Schriftenreihe / Studien des GEI zur internationalen Bildungsmedienforschung

Die Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts führt die "Studien zur internationalen Schulbuchforschung" fort. Sie präsentiert Forschungsergebnisse zu Bildungsmedien in ihrem soziokulturellen Kontext in systematischer, historischer und vergleichender Perspektive. Schwerpunkte liegen insbesondere auf Erinnerungsmustern, Identifikationsangeboten und Deutungscodes, die über Bildungsmedien konstruiert, vermittelt oder verfestigt werden, sowie auf Wahrnehmungsdifferenzen, Spannungen und Konflikten, die sich in diesen Medien spiegeln oder an ihnen entzünden.
Die Reihe richtet sich an verschiedene Disziplinen in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Diskurs-, text- und inhaltsanalytische Ansätze sind ebenso willkommen wie theoretische Abhandlungen und empirische Untersuchungen zur Verankerung und Wirkung von Bildungsmedien in je spezifischen gesellschaftlichen Zusammenhängen.

"Eckert. Die Schriftenreihe" ist referiert und wird durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Diesem gehören Konrad Jarausch (Chapel Hill/ Berlin), Heidemarie Kemnitz (Braunschweig), Frank-Olaf Radtke (Frankfurt), Manfred Rolfes (Potsdam) und Peter Vorderer (Mannheim) an.

Weitere Informationen, auch zum Bezug der Bände, erhalten Sie direkt beim Verlag.

 

Als Band 127 ist erschienen:

Alexandra Budke: Und der Zukunft abgewandt - Ideologische Erziehung im Geographieunterricht der DDR. Göttingen: V&R unipress, 2010. 409 S
ISBN 978-3-89971-627-6

Seit dem Ende der DDR, das den Zusammenbruch des Ostblocks und damit die Beendigung des »Kalten Kriegs« einleitete, wird verstärkt versucht, das Wesen dieses Staates zu definieren und damit seine Folgen auf wirtschaftlicher, sozialer, psychologischer und bildungspolitischer Ebene zu verstehen und einzuordnen.
Alexandra Budke analysiert in diesem Band das Schulfach Geographie, das neben der Staatsbürgerkunde und der Geschichte ein zentrales Fach war und in dem die in den Lehrplänen definierte »staatsbürgerliche, weltanschauliche oder ideologische Erziehung« auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus stattfinden sollte. Sie klärt, inwiefern Geographieunterricht in der DDR genutzt wurde, um geopolitische Interessen des Staates zu kommunizieren und zu verbreiten. Damit lässt sich durch die detaillierte Analyse des Fachunterrichts auch die Frage beantworten, ob SchülerInnen im Unterricht politisch manipuliert wurden und welche Handlungsmöglichkeiten die zentralen Akteure des Unterrichts, die LehrerInnen und die SchülerInnen, im Rahmen der durch die Bildungspolitik gesetzten curricularen Vorgaben wahrgenommen haben.

 

Als Band 122 ist erschienen:

Þorsteinn Helgason, Simone Lässig (eds.), Opening the Mind or Drawing Boundaries. History Texts in Nordic Schools. Göttingen: V&R unipress, 2010
ISBN 978-3-89971-482-1

Geschichtsbücher ziehen oft eine Grenze zwischen Nationen, Religionen oder ethnischen Gruppen. Dies trifft auch für die relativ friedlichen Länder Skandinaviens zu, obwohl diese Schulbücher eigentlich Reflexivität, Empathie und Toleranz fördern sollen. Ist dies ein Widerspruch? In diesem Band analysieren Wissenschaftler aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden die Konstruktion des „Eigenen“ und des „Anderen“ in skandinavischen Bildungsmedien. Gleichzeitig untersuchen sie die Rolle des Lehrers, der die Inhalte der Schulbücher nicht nur kommuniziert, sondern auch interpretiert. Mit der Analyse von Schulbuchinhalten und in Interviews mit Geschichtslehrern aus den genannten Ländern, geht dieser Band Fragen zu nationaler Identität und Multikulturalismus, zu Gleichheit und Differenz, Inhalt und Methode, Kompetenzen und Werten ebenso nach wie zum Spannungsverhältnis zwischen curricularen Zielen und ihrer tatsächlichen Umsetzung.

 

Als Band 124 ist erschienen:

Augusta Dimou (ed.), "Transition" and the Politics of History Education in Southeast Europe. Göttingen: V&R unipress, 2009
ISBN 978-3-89971-531-6

Dieser Band, der von Augusta Dimou herausgegeben wird, bietet einen Überblick über die bildungsgeschichtliche Entwicklung in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und in der Republik Moldova von der Mitte der 1990er Jahre bis heute. Im Zentrum aller Beiträge steht die Frage der Nationsbildung und ihrer Auswirkungen auf die Geschichtspolitik und das Schulwesen im Kontext eines ermutigenden, wenngleich widersprüchlichen Transformationsprozesses. Zudem gehen die Autoren auf die Rolle von internationalen Akteuren des Bildungssektors in der Region ein. In welchem Rahmen und mit welchen Mitteln können Reformen und Interventionen einen langfristigen Erfolg im Bildungswesen erzielen? Wohin entwickeln sich die Geschichtsnarrative? Auf solche und andere Fragen versuchen die Beiträge Antworten zu geben, indem sie einen interdisziplinären Einblick in den komplexen Transformationsprozess des Bildungsbereichs in Südosteuropa gewähren.

 

Als Band 125 ist erschienen:

Georg-Eckert-Institut (Hg.), Grenzgänger.
Aufsätze von Falk Pingel. Göttingen: V&R unipress, 2009.
ISBN 978-3-89971-711-2

Der Sammelband vereint Aufsätze aus drei Jahrzehnten. Ein erster Themenbereich ist der Nationalsozialismus, vor allem aus der Sicht seiner Opfer. Diesem Thema gilt Falk Pingels wissenschaftliche, gesellschaftspolitische und didaktische Leidenschaft. Ein zweites Forschungsfeld ist die deutsche Nachkriegsgeschichte in ihrer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimension. Schon früh geht er auch hier über eine eher traditionelle (Re)konstruktion des Vergangenen hinaus und untersucht die Rolle der Geschichtswissenschaft in ihrem Verhältnis zur Zeitgeschichte und zur Geschichtsdidaktik. Der dritte Themenbereich schließt hier an: Wer sich mit Fragen der Vermittlung geschichtswissenschaftlicher Erkenntnisse auseinander setzt, kommt an einem zentralen Medium nicht vorbei - dem Schulbuch. Falk Pingel hat die Schulbuchforschung methodisch konsolidiert und weiterentwickelt. Er hat immer wieder die politische Verantwortung der Wissenschaft thematisiert und damit Grenzen überschritten - zwischen Forschung und Politik, Wissenschaft und pädagogischer Praxis, Staaten und Kulturen.

Als Band 123 ist erschienen:

Andreas Helmedach/Robert Maier (Hg.), Zweierlei 1968?
Die Umbruchjahre 1968 und 1989 in deutschen und tschechischen Geschichtsschulbüchern. Göttingen: V & R Unipress, 2008. 205 S.
ISBN 978-3-89971-483-8

Im Klappentext heißt es zu dem Band: "Während in Deutschland das Interpretationsspektrum für das Epochenjahr „1968“ mit seiner Studentenrevolte von einer „zweiten Gründung“ der westdeutschen Demokratie bis zum Vorwurf des Linksfaschismus reicht, ist aus tschechischer Sicht die Zäsur eindeutig: Der Panzereinmarsch des Warschauer Paktes scheidet die „goldenen 60er Jahre“ und den „Prager Frühling“ scharf von der Zeit der „Normalisierung“, die für etwa zwei Millionen Tschechen und Slowaken direkte Repression bedeutete.

Die Autoren fragen, ob es darüber hinaus nicht doch block– und länderübergreifende Phänomene wie Protestkultur, neue Symbolsysteme und Ausdrucksformen gab; Gemeinsamkeiten, die zugleich einen Bogen zwischen den Epochenjahren 1968 und 1989 schlagen. Im Zentrum der Analysen steht die Frage nach der Repräsentation dieser Jahre in den Unterrichtsmedien beider Länder.

 
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Letzte Änderung: 26.08.2010