Internationale Georg Arnhold Summer School

Extremismus-Prävention durch Bildung

Herausforderungen, Strategien und Methoden - 5. Georg Arnhold International Summer School

Braunschweig, Deutschland
23.07.-27.07.2018

Das Georg Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) lädt zur fünften internationalen Georg Arnhold Summer School zur Bildung für nachhaltigen Frieden ein, die vom 23. bis zum 27. Juli 2018 in Braunschweig stattfindet.

Die internationale Summer School 2018 wird sich eingehend mit dem Thema der Prävention von gewaltsamem Extremismus durch Bildung (PVE-E) befassen. Der Fokus wird dabei auf der Gestaltung von Lehrplänen und Curricula, Bildungsmedien, formalen und nicht formalen pädagogischen Praktiken liegen. Darüber hinaus sollen die Rollen diverser Interessenvertreter wie LehrerInnen, NGOs, Regierungen und internationaler Organisationen im Kontext von Präventionsstrategien, Methoden und Herausforderungen beleuchtet werden. Ziel ist der Austausch von Fachkompetenzen und über bewährte Verfahren aus aller Welt, indem auch problematische und kontroverse Ansätze kritisch analysiert werden und mögliche Wege zur Überwindung von Hindernissen aufgezeigt werden.

In den letzten Jahrzehnten hat der gewaltsame Extremismus in der ganzen Welt zugenommen. Der Einsatz oder die Anwendung von Gewalt zur Erreichung radikaler sozialer, wirtschaftlicher, religiöser oder politischer Ziele stellt eine ernste Bedrohung für das Leben der Menschen, ihrer Sicherheit sowie den Zusammenhalt und die Stabilität ganzer Gesellschaften dar. Gewaltsamer Extremismus richtet sich gegen die fundamentalen Prinzipien von Menschenrechten und Frieden und ist außerdem eine Ursache für erzwungene Migration; Menschen sehen sich gezwungen aus Gebieten zu fliehen, die unter die Kontrolle extremistischer und gewaltsamer Gruppen geraten sind. In den letzten Jahren wurden verstärkt Ressourcen zunehmend darauf konzentriert, gewaltsamem Extremismus präventiv vorzubeugen, was inzwischen als effektiverer Ansatz gilt als lediglich dessen Auswirkungen zu bekämpfen oder zu mildern. Darüber hinaus setzte sich auch weitgehend die Erkenntnis durch, dass gewaltsamer Extremismus nicht nur in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region existiert, sondern dass er ein transnationales Phänomen ist, das ein globales Handeln erfordert. Darüber hinaus wird inzwischen die Bedeutung von Bildung als Instrument zur Prävention von gewaltsamem Extremismus international anerkannt.

Ein wichtiger Schritt, der die weltweite Akzeptanz von Bildung zur Prävention von gewaltsamem Extremismus markierte, war das Inkrafttreten des „Aktionsplans zur Prävention gewaltsamem Extremismus“ (‘Plan of Action to Prevent Violent Extremism’) des UN-Generalsekretärs im Dezember 2015. Der Plan betont die Notwendigkeit von Bildungsmaßnahmen zur Prävention gewaltsamem Extremismus, auch bekannt als PVE-E (‘Preventing Violent Extremism through Education‘). Die Aktivitäten in diesem Bereich wurden in den letzten zwei Jahren stark erweitert; Insbesondere durch die Maßnahmen der UNESCO nicht nur durch formelle Beschlüsse zur Förderung von PVE-E (z. B. Beschluss 197EX / 46 der UNESCO-Executive Board Decision), aber auch durch weltweite Konferenzen und die Erstellung von Leitlinien für LehrerInnen, InteressenvertreterInnen und die Schaffung von Bildungsressourcen. Diese Bemühungen fanden im Rahmen der Agenda 2030, insbesondere in Ziel 4.7 des Entwicklungsziels 4, für nachhaltige Entwicklung im Bildungsbereich, statt. Zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Akteure, lokale Organisationen, ForscherInnen und PraktikerInnen engagieren sich ebenfalls an Bildungsmaßnahmen zur Extremismus-Prävention.

Obwohl sowohl in der Forschung als auch in der Praxis bereits Erkenntnisse gewonnen und Erfolge erzielt wurden, wurden viele Themen und Fragen noch nicht ausreichend untersucht, so zum Beispiel: Was treibt junge Menschen dazu, sich dem gewaltsamen Extremismus zuzuwenden? Welche PVE-E-Strategien in Politik oder Pädagogik existieren bereits und wie können sie evaluiert werden? Welche Rolle spielen LehrerInnen in PVE-E? Wie sind verschiedene Akteure in PVE-E-Programme eingebunden und welche Rolle kommt ihnen zu? Welche Beispiele für gute und schlechte Praktiken existieren bisher? Wie unterscheidet sich PVE-E bei verschiedenen Formen des gewalttätigen Extremismus, sei es rechtsorientierter, linksorientierter oder religiöser Extremismus? Welche Rolle sollten digitale Initiativen in Bezug auf PVE-E spielen? Welche Beziehung besteht zwischen PVE-E, Citizenship Education, Friedensbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Die einwöchige Summer School bringt NachwuchswissenschaftlerInnen und akademische ExpertInnen sowie Praktiker aus dem Feld der Extremismus-Prävention durch Bildung zusammen. Geboten wird ein interdisziplinäres und internationales Forum, das es den TeilnehmerInnen ermöglicht, Ideen, Fragen, Methoden, Erkenntnisse und ihre Auswirkungen zu diskutieren und kritisch zu reflektieren. Das akademische Programm der Summer School 2018 umfasst Vorträge und Workshops renommierter ExpertInnen, die es den TeilnehmerInnenn ermöglichen, ihre Forschungsperspektiven zu erweitern und ihre methodischen Kompetenzen zu verbessern.

Konzept der Summer School: Dr. Eleni Christodoulou.

Aktuelles

Einsendeschluss für Bewerbungen war der 15. März 2018. Nach diesem Zeitpunkt eingereicht Bewerbungen können im Auswahlverfahren nicht mehr berücksichtigt werden.

In diesem Jahr haben sich erneut über 200 junge WissenschaftlerInnen, ExpertInnen und MitarbeiterInnen internationaler Organisationen für die Summer School beworben.

Aufgrund der hohen Zahl an Bewerbungen wird das Auswahlverfahren einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein internationales Auswahlkomitee am GEI wird alle Bewerbungen sorgfältig prüfen und über die Einladungen entscheiden. Alle BewerberInnen werden Ende April über das Ergebnis informiert.

Kontakt

Wendy Anne Kopisch und Katharina Baier
Koordinatorinnen des Georg-Arnhold-Programms/­Publikationen und Internationales
Außenstelle B0.09 und B0.03
Telefonnummer: +49 531 59099-274
E-Mailadresse: arnhold@remove-this.gei.de