Georg-Arnhold-Programm

Das Georg-Arnhold-Programm fördert Forschung zu Bildung und Erziehung für nachhaltigen Frieden mit besonderem Schwerpunkt auf Bildungsmedien und Curricula im Sekundarschulbereich. Postkonflikt- und Transformationsgesellschaften werden besondere Aufmerksamkeit finden, westlich geprägte Demokratien aber nicht ausgespart – denn auch sie sind gefordert, neue Konzepte für die Erhaltung und Stabilisierung gesellschaftlichen Friedens zu entwickeln. Das Programm reagiert auf den steigenden Bedarf nach Grassroots-Ansätzen, die sowohl nachhaltig als auch regional angepasst sind, um Friedenskulturen und nachhaltige Entwicklung aufzubauen und zu stärken – entscheidende Herausforderungen für jetzige und zukünftige Generationen.

Vertragsunterzeichnung in New York. Simone Lässig, Henry H. Arnhold und Helen Clark, Leiterin UNDP.

Der amerikanische Stifter Henry H. Arnhold (1921-2018) initiierte 2013 das Programm am Georg-Eckert-Institut, um das Vermächtnis seines Großvaters Georg Arnhold (1859-1926), einem deutschen Bankier, Mäzen und überzeugten Pazifisten, zu würdigen.

In der ersten Förderphase des Programms (2013-2019) waren insgesamt acht Wissenschaftler*innen für die Georg-Arnhold-Gastprofessur am Institut, um ihre Forschungen in verschiedenen Bereichen der Friedensbildung durchzuführen. Ihre Untersuchungen und Ergebnisse diskutierten sie mit einem Fachpublikum auf dem jährlichen Arnhold Symposium und brachten ihre Expertise auch in die internationalen Summer School zur Bildung für nachhaltigen Frieden ein.

Seit 2020 besteht das Programm aus drei Komponenten: dem Georg Arnhold Senior Fellowship, Feldforschungsstipendien in Projekten des International Rescue Committe (IRC) und der internationalen Summer Conference. Durch diese Anpassungen im Programm wird die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis, die internationale Zusammenarbeit sowie die Umsetzung relevanter Erkenntnisse der Forschung in praktische Empfehlungen und Initiativen weiter gestärkt.

Das Georg Arnhold Senior Fellowship wird jährlich für einen drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt in Braunschweig vergeben und gibt den Stipendiat*innen die Möglichkeit, ohne Lehr- und Verwaltungsverpflichtungen Forschungsprojekte durchzuführen oder Arbeiten an größeren Publikationen abzuschließen.

Die einwöchige internationale Summer Conference bringt jedes Jahr akademische Expert*innen, Nachwuchswissenschaftler*innen und Personen der praktischen Friedensarbeit zusammen. Teil der Sommerkonferenz ist ein eintägiger Workshop, der vom International Rescue Committee (IRC) organisiert und durchgeführt wird und als Auftaktveranstaltung für die Feldforschungsstipendien fungiert.

Die Feldforschungsstipendien zielen darauf ab, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, indem sie akademisches Fachwissen in die praktische Friedens- und Entwicklungsarbeit einbringen. Jedes Jahr werden bis zu fünf Stipendiat*innen in spezifischen Projekten des IRC auf der ganzen Welt arbeiten und forschen und damit ihre eigene Forschungsarbeit und die Projekte vor Ort voranbringen.

Die Arbeit des Georg-Arnhold-Programms wird beratend durch den wissenschaftlichen Beirat ergänzt. Die Beiratsmitglieder wählen außerdem auf der jährlichen Beiratssitzung die*den nächste*n Senior Fellow aus.

Ehemalige Fellows des Programms, die längerfristige Kooperationen mit Kolleg*innen des GEI und dem Georg-Arnhold-Programm verfolgen, haben die Möglichkeit, ihre Arbeiten als Arnhold-Assoziierte weiterzuführen.