Bruchlinien in und um Europa
Konzepte von Europa erhalten ihre Besonderheit und Originalität in entscheidender Weise durch die Festlegung wo sie Europa zentrieren, in welche Zonen sie Europa einteilen und wo sie Europa enden lassen. Alle diese drei Parameter verweisen im Verlauf der Geschichte auf einen erstaunlichen Wandel.
Die Frage, was in Europa als Zentrum oder Peripherie wahrgenommen wird, definiert sich in entscheidendem Maße über die Au?enbeziehungen. Die Wanderung der Zentren, der Kraftfelder Europas, transnational historiographisch zu verfolgen, ist gewiss ein mühseliges Unternehmen, aber auch ein spannendes und lohnendes.
Inwieweit Europa als Entität oder kulturell fragmentiert erscheint, hängt ab von geopolitischen Faktoren, von der eigenen Gravität und derjenigen der kontinentalen Nachbarn. Dies führt zu der Frage der europäischen Außengrenzen. An dieser Frage prallen heute - konkretisiert zum Beispiel an der Türkei - Europakonzeptionen heftig aufeinander. Sowohl einschließende wie ausschließende Positionen nehmen geschichtliche Argumente zu Hilfe und bedienen sich hierfür des Mediums Schulbuch. Aus dieser Perspektive erschließt sich hier - für den Bereich wie für das gesamte Institut - ein weiterführendes, vermutlich noch viele Jahre aktuelles Forschungs- und Arbeitsfeld.
Gegenwärtig sind in diesem Themenschwerpunkt die folgenden Projekte geplant:
Kolonialismus - Ein europäischer Erinnerungsort. Vergangenheitsbewältigung in Schulbüchern des 20. Jahrhunderts
Das "akustische Gedächtnis"- Eine Barriere auf dem Weg zu einer gemeinsamen europäischen kollektiven Erinnerung?
Deutsch-Israelische Schulbuchkommission



