Europa im Prisma der Region
Wenn Europa weniger von den Nationalstaaten her gedacht wird, dann stellt sich die Frage nach anderweitigen konstitutiven Elementen. An dieser Stelle kommen die großen und kleinen Regionen ins Spiel, die meist auf eine längere Geschichte zurückblicken können als die Nationalstaaten. Es können dies großräumliche Relikte von Konföderationen oder imperialen Gefügen sein, Gebilde, die auf dynastische Territorialherrschaften zurückgehen, durch Sprache, Kultur, Religion verbundene Regionen bis hin zu naturräumlichen Landschaften. Allerdings sind die damit verbundenen historischen Narrative häufig überlagert oder in Vergessenheit geraten, insbesondere dann, wenn sie von keiner Nationalgeschichte adoptiert und gepflegt worden sind.
Ein weiterer Zugang ist es, sich Europa von seinen Städten her anzunähern. Worin besteht ihre Europäizität? Kann man durch Stadtgeschichte europäische Geschichte erschließen, ohne ins Gleis nationaler Narrative zu verfallen?
In diesem Themenschwerpunkt werden drei Projekte durchgeführt:
Das ‚Pruzzenland’ als gebrochene Erinnerungsregion. Konstruktion und Repräsentation eines europäischen Geschichtsraums in Deutschland, Polen, Litauen und Russland seit 1900



