Oberschlesien und sein kulturelles Erbe - Erinnerungspolitische Befunde, bildungspolitische Impulse und didaktische Innovationen
Das Projekt will einen wissenschaftlichen Beitrag zur Rekonstruktion, aber auch zur Versachlichung und Weiterentwicklung des seit 1989 in Polen geführten bildungspolitischen Diskurses über das vielfältige Kulturerbe der Region leisten. „Oberschlesien“ ist dabei einerseits Gegenstand einer erinnerungspolitischen Untersuchung. Andererseits wird es als ein aktueller Schauplatz virulenter bildungspolitischer Entwicklungen untersucht. Das derzeit geplante Geschichtsbuch zur Regionalkunde Oberschlesiens, das die kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt der Region spiegelt, spielt dabei eine wichtige Rolle.
Zentrale Fragen sind:
- warum die in Polen aufgrund ihrer lebendigen kulturellen und ethnischen Vielfalt hervorstechende Region Oberschlesien bisher kaum ins Wahrnehmungsfeld der Bildungspolitik und Schulbuchforschung gerückt ist,
- warum ihr Potential als transnationaler Erinnerungsort und historischer Begegnungsraum bislang kaum für die Schulbuchentwicklung in Polen genutzt wurde,
- ob und wie sich polnische Bildungspolitiker und -praktiker gegenwärtig für eine solche erweiterte Sicht auf die Geschichte dieser multikulturell geprägten Region öffnen.
Es wird eine erstmalige umfassende Analyse polnischer Schulbücher nach 1989 in Bezug auf die Präsenz und Darstellung Oberschlesiens, seiner Geschichte und seiner Kultur geleistet; in einem zweiten Zugriff erfolgt eine Untersuchung der polnischen Lehrpläne, Bildungsprogramme und -debatten seit 1989, mit denen die Befunde der Schulbuchanalyse kontextualisiert werden; anschließend entstehen drei exemplarische Unterrichtsmodule, die Oberschlesien auf der Basis aussagekräftiger Quellen und innovativer didaktischer Erschließung für Lehrer und Schüler (in Polen wie in Deutschland) begehbar machen, d.h. andeuten, wie diese traditionelle europäische Grenzregion von kultureller Vielfalt als ein multikulturell geprägter Erinnerungsort im Unterricht Erfolg versprechend vermittelt werden kann.
Förderung
aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des universitären Förderprogramms „Erinnerung und Identität – die Deutschen und ihre Nachbarn in Mittel- und Osteuropa“ gefördert.
Kontakt:
Simone Lässig
Haupthaus E 2.09
Tel.: +49 (0)531 590 99 52
[Direktorin/Wissenschaft]
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