Die Gemeinsame deutsch-polnische Schulbuchkommission, 1972-1990
Die Forschung über internationale Schulbuchrevision versucht seit Jahren, Kriterien zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen bi- oder multinationale Schulbuchgespräche positiv im Sinne von Annäherung und Verständigung verlaufen können und mit welchen Methoden solche Kommissionen zu einer Verständigung kommen. Dabei wird immer wieder deutlich, dass Schulbuchrevision nicht nur von Faktoren aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Erziehungssystem abhängt, sondern auch ganz wesentlich in die genannten Bereiche zurückstrahlt. Sie hat also in doppelter Hinsicht eine Scharnierfunktion.
Das Dissertationsprojekt von Thomas Strobel fokussiert diese Dynamik, die zu Schulbuchgesprächen führen bzw. die von diesen ausgelöst werden kann, am Beispiel der Gemeinsamen deutsch-polnischen Schulbuchkommission. Die Kommission, die 1972 im Zuge einer wachsenden Annäherung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen gegründet wurde und die ihre Arbeit bis heute kontinuierlich fortgesetzt hat, gilt als Modellfall für den internationalen Schulbuchdialog. Ziel der Untersuchung ist es erstens, die Entwicklungslinien der deutsch-polnischen Historiographiegeschichte ab Anfang der 1970er Jahre am Beispiel der deutsch-polnischen Schulbuchkommission zu verfolgen, zweitens die internen, nationalen wie transnationalen Aushandlungsprozesse innerhalb der Kommission herauszuarbeiten, und drittens die Grenzen und Zusammenhänge zwischen Historiographie, Politik und Pädagogik zu zeichnen.
Thomas Strobel
Aussenstelle #2 Raum 1.01
Tel.: +49 (0)531 123103-272
[Wissenschaft]
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