4. "Konflikt" im Schulbuch

Verschiedene Gesellschaften haben ein jeweils unterschiedliches Verständnis von "Konflikt" und gehen unterschiedlich mit Konflikten um. Manche sind eher konsens-, andere eher konfliktorientiert. Manche stellen dem Konflikt nach außen den innergesellschaftlichen Konsens gegenüber. Soziologische Theoriebildung hat dazu beigetragen, dass in demokratisch-pluralistisch verfassten Gesellschaften Konflikte heute als notwendige Aspekte gesellschaftlichen Lebens angesehen werden, die allerdings in geregelten Bahnen, institutionalisiert und gewaltfrei ablaufen müssen.

Ein entsprechender Umgang mit Konflikten muss erlernt werden. So findet "Konflikt" seinen Weg in die didaktische Diskussion und in die Schulbücher. Ein konfliktorientierter Ansatz ist aber nicht selbstverständlich; andere pädagogische Erwägungen können Konfliktaspekte in den Hintergrund rücken.

Vermittelt über solch pädagogisch-didaktische Reflexionen finden Konfliktvorstellungen als Teil des gesellschaftlichen Selbstbildes Eingang in die Schulbücher. In welcher Weise dies geschieht und welche Aussagen über das Selbstverständnis einer Gesellschaft daraus abzuleiten sind, soll hier untersucht werden. Im zeitlichen Vergleich spiegeln sich - so wird angenommen - gesellschaftliche Veränderungen, im regionalen Vergleich ggf. unterschiedliche Vorstellungen von Gesellschaft. Aus den Ergebnissen können sich Implikationen für die "interkulturelle Kommunikation" ergeben, da das (nicht nur in der Schule) erlernte Verständnis vom "rechten" Umgang mit Konfliktsituationen konkrete soziale Interaktionen strukturiert.

Dieser Schwerpunkt befindet sich im Aufbau.

 
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Letzte Änderung: 14.08.2008