- Latest News //
GEI Kolloquium, 11. Januar 2012
Thomas Höhne (PH Freiburg, Freiburg): Der Funktionswandel von Schulbüchern/Bildungsmedien im Kontext eines neuen Bildungsregimes.
Medienökologisch betrachtet sind Schulbücher respektive Bildungsmedien
in einer spezifischen Umwelt situiert, deren Veränderung Resonanzen im
Bereich von Lehr- und Lernmedien erzeugen. Mit Gerd Stein gesprochen:
Politicum, Informatorium und Pädagogicum wirken hierbei genuin zusammen
– mit dem Konstruktoriumsbegriff habe ich versucht, die Spezifik dieser
Korrelation zu erfassen. Eine spannende Frage, der ich im Vortrag
nachgehen und diskutieren möchte, lautet daher, ob sich die Funktion(en)
von Schulbüchern seit den 1990er Jahren und vor allem mit der Umstellung
auf neue Steuerungsformen im Rahmen von PISA in dem Maße verändert
hat/haben, in dem sich die allgemeinen bildungspolitischen Bedingungen
gewandelt haben (Stichwort: Neues Bildungsregime, Höhne/Schreck 2009).
Denn die damit einhergehenden Entwicklungen/Transformationen sind sehr
vielschichtig: Die Umstellung von Lehr- auf Bildungspläne, die neue
Testkultur, Bildungsstandard, der zunehmende Einfluss privater Akteure
auf Schule und Bildung (Marktbildung), das bildungspolitische Programm
der Autonomen Schule, die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich
usw. Der Vortrag gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil geht es mit
Blick auf die Theorie des Schulbuchs um eine
wissenstheoretische/-soziologische Perspektive. Es soll der Frage
nachgegangen werden, wie sich die Veränderung von Schulbuchwissen
beschreiben lässt (Spezifik von Schulbuchwissen, Schulbücher und Medien,
Akteursarena usw.). Im zweiten Teil geht es um die Analyse des
Funktionswandels von Schulbüchern im Kontext neuer Steuerung,
Privatisierung, Ökonomisierung, neuer Lern- und Wissensordnung (Field) usw.
17.00 Uhr, Konferenzraum im 3. OG, Haupthaus



