Muslimfeindlichkeit in Schulbüchern (SchuMu)

Die Analyse aktueller für den Schulunterricht in Deutschland vorgesehener Lehrpläne und Schulbücher für die sinnbildenden Fächer Geschichte, Politik/Sozialkunde und Geografie in den Sekundarstufen I und II zielte darauf ab, herauszufinden, wie und in welchen Zusammenhängen Muslim*innen in diesen vorkommen und ob Muslimfeindlichkeit thematisiert wird.

Die Untersuchung wurde im Rahmen des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit der Bundesregierung durchgeführt und durch das Bundesinnenministerium finanziert.

Eine Studie des GEI zu Islamdarstellungen in europäischen Schulbüchern aus dem Jahr 2011 hatte ergeben, dass Islam überwiegend im Kontext von Konflikten thematisiert wird und Schulbücher selten muslimische Personen namentlich erwähnen. Die Grundlagenarbeit zu Lehrplänen und Schulbüchern in der erwähnten europäisch vergleichenden Untersuchung verdeutlichte, dass intensivere Forschungen zur Darstellung von Muslim:innen in Bildungsmedien nötig sind.

  • Ziele

    Schulische Bildung hat das Potenzial zur Überwindung verfestigter Vorurteile und Stereotype beizutragen, indem Jugendlichen umfassendere Informationen an die Hand gegeben werden, auf deren Grundlage sie sich ein differenziertes Bild machen können. Ziel des Projekts war es, durch eine Analyse von aktuellen Curricula und Schulbüchern für den deutschen Schulunterricht zu ermitteln, inwiefern dieses Potential in Bezug auf die Darstellung von Muslim*innen genutzt wird.


  • Vorgehensweise

    Das Projekt Muslimfeindlichkeit in Schulbüchern untersuchte dazu die aktuell geltenden Lehrpläne und Schulbücher der Sekundarstufen I und II der sinnbildenden Fächer Geschichte, Geografie und Politik/Sozialkunde auf die Darstellung von Muslim*innen. In einem ersten Schritt wurden die Curricula untersucht, um die bildungspolitische Absicht zu ermitteln, die Thematisierung von Muslimfeindlichkeit oder die Darstellung von Muslim*innen im Schulunterricht zu verankern. Aufbauend auf der Curriculumsanalyse ermittelte eine Untersuchung von Schulbüchern in einem zweiten Schritt, wie Muslim*innen in Texten und Bildmaterialien dargestellt werden. Im Anschluss wurden die einzelnen Fundstellen, die Muslim*innen erwähnen oder abbilden oder Muslimfeindlichkeit thematisieren, qualitativ analysiert.


  • Ergebnisse

    Im Rahmen des Projekts wurde ein Workshop durchgeführt, um vorläufige Projektergebnisse mit Vertreter*innen islamischer Organisationen und muslimischer Gemeinschaften zu diskutieren.

    Die Untersuchung wurde nach Übergabe des Berichts des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit an den Deutschen Bundestag als Eckert.Dossier veröffentlicht:

    Im Anschluss an das Projekt entstand außerdem eine von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung in Auftrag gegebene Studie, welche die Darstellung von Islam und von Muslim*innen in Berliner Rahmenlehrplänen, Schulbüchern und weiteren von Lehrkräften genutzten Materialien untersuchte:


Projektteam

Transfer

  • Weitere Projektinformationen

    Abteilung

    Projektlaufzeit

    • 15. Dezember 2021 – 15. September 2022

    Projektförderung


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