Susanne Grindel
Dr. phil., studierte von 1986-1992 Geschichte, Germanistik und Anglistik an den Universitäten Gießen, Exeter (GB) und Carleton College (USA). Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen und wurde 1997 im Rahmen des Graduiertenkollegs „Mittelalterliche und neuzeitliche Staatlichkeit“ in Gießen promoviert. Anschließend war sie für zwei Jahre als German Studies-Dozentin des DAAD an der Université de Montréal, Kanada und als Gastdozentin an der McGill University in Montréal sowie der York University in Toronto tätig. In Montréal war sie am Aufbau des interdisziplinären „Centre Canadien d’Études Allemandes et Européennes“ an der Université de Montréal beteiligt. 1999 kehrte sie nach Deutschland zurück und war als wissenschaftliche Referentin bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Betreuung von Sonderforschungsbereichen zuständig.
Seit März 2007 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Institut und seit Juli 2009 stellvertretende Leiterin des Arbeitsbereichs Europa.
Projekte
Am Georg-Eckert-Institut beschäftigt sich Susanne Grindel mit der Verarbeitung der kolonialen Vergangenheit in europäischen Schulbüchern des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie leitet das Teilprojekt „Europa als koloniale Erinnerungsgemeinschaft? Die Darstellung des europäischen Kolonialismus in deutschen, französischen und englischen Schulbüchern“. Dabei geht es um den europäischen Kolonialismus und seine Funktion in der europäischen Erinnerungskultur. Das Projekt ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhabens „Lost in Translation? Europabilder und ihre Übersetzungen vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart“, das gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam durchgeführt wird.
Sie war ferner an dem Projekt „EurViews. Europa im Schulbuch“ beteiligt, in dessen Rahmen eine Internetedition entsteht. Die Edition wird Vorstellungen von Europa und Europäizität präsentieren, wie sie in Geschichts- und Geographieschulbüchern des 20. und 21. Jahrhunderts vermittelt wurden und werden. Das Projekt will mit seinem historischen wie systematischen Ansatz für die Pluralität und die Veränderlichkeit von Europavorstellungen und für die Varianz und Konkurrenz von Erinnerungskulturen im 20. Jahrhundert sensibilisieren.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Darstellung von Unternehmertum und Wirtschaft in transnationaler Perspektive sowie im Bereich der ökonomischen Bildung oder entrepreneurship education. Zur Repräsentation von Unternehmer und Staat in europäischen Schulbüchern hat Sie eine Arbeitsgruppe geleitet, die eine umfangreiche Studie zu dem Thema erarbeitet hat.
Publikationen
Kolonialismus
- Mit Ewa Anklam, Europa im Bild - Bilder von Europa: Europarepräsentationen in deutschen, französischen und polnischen Geschichtsbüchern in historischer Perspektive, in: Carsten Heinze und Eva Matthes (Hg.), Das Bild im Schulbuch (Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchforschung), Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2010, S. 93-108
- Susanne Grindel, Karten und ihre Grenzen. Zur kartographischen Vermittlung des modernen europäischen Kolonialismus in Geschichtsschulbüchern des 20. Jahrhunderts, Online-Publikation: http://www.edumeres.net/de/publikationen/details/d/die-macht-der-karten-oder-was-man-mit-karten-machen-kann/p/karten-und-ihre-grenzen-zur-kartographischen-vermittlung-des-modernen-europaeischen-kolonialismus-i.html
- Susanne Grindel und Winfried Speitkamp, "Da war doch was. Die europäischen Staaten beginnen, sich ihrer kolonialen Vergangenheit zu stellen", in: Kulturaustausch. Zeitschrift für internationale Perspektiven 4, 2008, S. 71
auch erschienen unter:
http://www.eurotopics.net/de/magazin/magazin_aktuell/kolonialismus-2008-10/grindel-speitkamp-kolonialerinnerung/ - Susanne Grindel (Hg.), Koloniale Vergangenheiten - Colonial Pasts (= Themenheft der Zeitschrift für internationale Schulbuchforschung 3, 2008), Hannover 2008
- Susanne Grindel, Deutscher Sonderweg oder europäischer Erinnerungsort? Die Darstellung des modernen Kolonialismus in neueren deutschen Schulbüchern, in: Koloniale Vergangenheiten - Colonial Pasts, Themenheft der Zeitschrift für internationale Schulbuchforschung 3, 2008, S. 695-716
Unternehmer
- Susanne Grindel, Wirtschaft und Unternehmer in deutschen, englischen und schwedischen Schulbüchern - nationale Narrative im europäischen Vergleich, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 1, 2009, S. 18-31
- Susanne Grindel und Simone Lässig: Unternehmer und Staat in europäischen Schulbüchern. Deutschland, England und Schweden im Vergleich, Braunschweig: Georg-Eckert-Institut 2008 [Download als PDF-Datei)
Armenfürsorge
- Artikel "Sozialfürsorge", gemeinsam mit Jörg Ebert, in: Kassel-Lexikon, Kassel 2009, S. 197-200
- Armenpolitik und Staatlichkeit. Öffentliches Armenwesen im Kurfürstentum Hessen (1803-1866), Darmstadt und Marburg 2000
- Gemeinsam mit Winfried Speitkamp: Armenfürsorge in Hessen-Kassel. Dokumente zur Vorgeschichte der Sozialpolitik zwischen Aufklärung und Industrialisierung, Marburg 1998 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 62), Marburg 1998
- Disziplinierung und Integration. Zur öffentlichen Armenfürsorge im 19. Jahrhundert am Beispiel des Kurfürstentums Hessen, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 44, 1994, S. 91-113
Kontakt:
Susanne Grindel
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Tel.: +49 (0)531 123 103-235
[Wissenschaft]
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