Patrick Mielke, M.A.

Seit September 2018 ist Patrick Mielke wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg-Eckert-Institut im Projekt Unterstützung von pädagogischen Fachkräften in der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Er ist für die Durchführung einer ethnographischen Forschung in Healing Classrooms Workshops des International Rescue Committees zur Fortbildung von pädagogischen Fachkräften zuständig, die das Ziel verfolgen Lernbedingungen zu schaffen, die den SchülerInnen den Erwerb eines deutschen Schulabschlusses und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Von März 2013 bis Juli 2016 war Patrick Mielke wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg-Eckert-Institut im Projekt Memory Practices: Erinnerungspraktiken im Schulalltag. In diesem Rahmen führte er eine zweijährige Feldforschung an einem Gymnasium im ländlichen Raum durch und begleitete den Geschichtsunterricht einer 9./10. Klasse. Patrick Mielke  hat an der Georg-August-Universität Göttingen Ethnologie und Politikwissenschaften studiert und promoviert am Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Georg-August-Universität Göttingen bei Prof. Dr. Regina Bendix.

In seiner Doktorarbeit mit dem Titel Die Aushandlung von Zugehörigkeit und Differenz im Geschichtsunterricht. Eine ethnographische Diskursanalyse geht Patrick Mielke der Frage nach, wie mit Eurozentrismus, Nationalismus und Rassismus, in Verschränkung mit spezifischen Logiken des Geschichtsunterrichts (Zentralität des Nationalsozialismus, Chronologie, Kausalität und Gegenwartsbezüge), drei zentrale Imaginationen europäisch-westlicher Gesellschaften hervorgebracht und erlernt werden. Dabei zielt er nicht darauf, die untersuchten Akteur*innen als Rassist*innen zu entlarven, sondern aufzuzeigen, welche Hürden dem Umdeuten des dominanten Narrativs vom „Eigenen“ und „Anderen“ im kolonialen Diskurs u.a. in Form habituell verankerter Sprache und assoziierter Bilder entgegenstehen. Er plädiert dafür, statt Differenzkonstruktionen, die oft entlang eines inhärenten Fortschrittnarrativs verlaufen, der gesellschaftlichen Realität durch den Einbezug postkolonialer, postmigrantischer und rassismuskritischer Perspektiven sowie der Betonung von Gemeinsamkeiten und Verflechtungen Rechnung zu tragen. Theoretisch-analytisch wird die Empirie durch Bourdieus Feld- und Habitusbegriff, Butlers Konzept von Performativität und diskursiver Handlungsmacht, Foucaults Überlegungen zu Gouvernementalitä sowie Charles Taylors Idee sozialer Imaginarien geleitet. 

Publikationen

Macgilchrist, Felicitas/Ahlrichs, Johanna/Mielke, Patrick/Richtera, Roman: Memory practices and colonial discourse: On text trajectories and lines of flight. Critical Discourse Studies 14/4 (2017), S. 341-61.

Ahlrichs, Johanna u.a.: Memory practices in the classroom. On reproducing, destabilizing and interrupting majority memories. JEMMS 7/2 (2015), S. 89-109.

Vorträge (Auswahl)

Memory Practices and colonial discourse: Tracing text trajectories and lines of flight. Vortrag im Rahmen der internationalen Konferenz: „The politics of memory practices. Making the past present in contemporary education”. Georg-Eckert-Institut, Braunschweig 02/2016

Applied history – Cultural anthropological perspectives on history education and memory: Imperialism and European colonialism. Vortrag an der Graduate School of Education, University of Bristol 01/2016

Projekte