Dr. Önder Cetin

Önder Cetin kam im Januar 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das GEI. Er untersuchte die Einbindung von Instrumenten kulturellen Gedächtnisses in türkischen Schulbüchern und wie sie unter Rückgriff auf das multikulturelle Erbe des Landes zur Aufrechterhaltung eines kollektiven Gedächtnisses und des sozialen Zusammenhalts beitragen.

Gegenwärtig arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Europa. Eingebunden in das GEI-Projekt „Migration und Bildung“ konzentriert sich seine Forschung auf die Frage, wie Migration und andere Bevölkerungsbewegungen in türkischen Schulbüchern behandelt werden und die konstruierten Diskurse und Bilder zur Entwicklung des informierten, engagierten, verantwortlichen und aktiven 'global citizen‘ beitragen.

Seine Forschung zur Rolle des Schulbuchs im Prozess des 'nation-building‘ und dem Aufbau interkommunaler Beziehungen geht zurück auf sein Promotionsprojekt an der Universität Leiden, Institute for Area Studies (2011). Seine Arbeit untersuchte die Rolle bosnischer Ulama im Ausprägungsprozess einer bosnischen nationalen Identität und der Wiederherstellung interkommunaler Beziehungen in der Nachkriegszeit, unter Einbeziehung des Einsatzes von Religionsschulbüchern durch die Ulama. In seinem aktuellsten Forschungsprojekt untersuchte er die Wahrnehmung von Flüchtlingen in der Türkei und lehrte im Wintersemester 2016 als Gastwissenschaftler zum Thema transnationale Migration am Max-Weber-Institut an der Universität Heidelberg.

Zu Önder Cetins Forschungsinteressen zählt auch der Einsatz des kulturellen Gedächtnisses, insbesondere von Nostalgie, im Aufbauprozess eines Zugehörigkeitsgefühls und in der Ausgestaltung von interkommunalen Beziehungen, einschließlich Migration und Post-Konflikt Prozessen.

Veröffentlichungen

  • ‘Book Review of Religion as a Conversation Starter: Interreligious Dialogue for Peacebuilding in the Balkans, Ina Merdjanova and Patrice Brodeur, 2009. London and New York: Continuum’. Insight Turkey 17, no. 2 (spring 2015).
  • ‘Islamic Religious Education in Bosnia and Herzegovina- Between Coexistence and Segregation’. In Islam in Political-Cultural Europe, edited by W. C. Durham, D. Kirkham and T. Lindholm, 165–87. London/New York: Routledge. 2012.
  • ‘Faith-based NGOs and Peacebuilding in Bosnia and Herzegovina’. In The Ashgate Companion to Religion and Conflict Resolution, edited by L. Marsden, 461–99. Surrey: Ashgate, 2012.
  • ‘Muslims, Bosnians and Bosniaks shaped among Sarajevo, Sandžak and Belgrade’. In Spaces and Borders: Current Research on Religion in Central and Eastern Europe, edited by A. Máté-Tóth and C. Rughiniş, 65–80. Berlin: De Gruyter, 2011.
  • ‘1941 Resolutions of El-Hidaje in Bosnia and Herzegovina as a Case of Traditional Conflict Transformation’. EJEPS (European Journal of Economic and Political Studies) 3, no. 2 (2010): 73–83.
  • ‘20. yüzyıl Bosna'sında bir tartışma: Türkiye'ye göç hicret sayılır mı?’ [A Debate in 20th century Bosna: Is immigration to Turkey considered to be hijra?]. Toplumsal Tarih 201 (2010): 28–31.
  • ‘Mujahidin in Bosnia: From Ally to Challenger’. ISIM Review 21 (2008): 14–15.
  • ‘Bosnian Intellectuals and the Idea of Bosnianhood: Key do Deadlock?’ In Proceedings of the 3rd Annual South-east European Doctoral Student Conference, edited by I. Paraskakis and A. Luneski, 441–51. Thessaloniki: South-East European Research Centre.