PD Dr. Sandra Maß

PD Dr. Sandra Mass ist stellvertretende Direktorin des Georg-Eckert-Instituts.

Sie studierte Geschichte und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte 2004 am Europäischen Hochschulinstitut Florenz mit einer Untersuchung zur Geschichte kolonialer Männlichkeit in Deutschland. Von 2004 bis 2011 war sie wissenschaftliche Assistentin am Arbeitsbereich Historische Politikforschung der Universität Bielefeld, wo sie 2014 mit der  Untersuchung „Kinderstube des Kapitalismus? Monetäre Erziehung im 18. und 19. Jahrhundert“ habilitierte. Sandra Mass war Gast an zahlreichen internationalen Einrichtungen und forschte 2009 für ein Jahr am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Zuletzt war sie 2015 als Lehrstuhlvertretung „Internationale Geschichte“ an der Universität zu Köln tätig.

Seit 2007 ist Sandra Mass Mitherausgeberin von „L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft“. Seit 2016 ist sie Auswahlkommissionsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Gemeinsam mit Prof. Anna Bellavitis (Université de Rouen) und Prof. Simona Feci (Università di Palermo) organisiert sie zwischen 2017−2019 drei Trilaterale Forschungskonferenzen in der Villa Vigoni (Italien) zum Thema „Wissensspeicherung der Frauen- und Geschlechtergeschichte in Europa. Recht, Arbeit und Körper vom Mittelalter bis in die Zeitgeschichte“ (finanziert von der DFG, Fondation maison des sciences de l'homme, Villa Vigoni).

Forschungsschwerpunkte

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die westeuropäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Kulturgeschichte des Ökonomischen, die Geschichte der Kindheit und die europäische Kolonialgeschichte.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Kinderstube des Kapitalismus? Monetäre Erziehung im 18. und 19. Jahrhundert. München: De Gruyter/Oldenbourg 2017 (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London).
  • Useful knowledge. Monetary education of children and the moralization of productivity in the 19th Century. In Bänziger, Peter-Paul; Suter, Mischa (Hg.): Histories of Productivity. Genealogical Perspectives on the Body and Modern Economy. London: Routledge 2017, S. 74-91.
  • Hg. mit Margareth Lanzinger und Claudia Opitz, Ökonomien. Themenheft von L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 1, 2016
  • Hg. mit Xenia von Tippelskirch, Faltenwürfe der Geschichte. Entdecken, entziffern, erzählen. Festschrift für Regina Schulte. Frankfurt a.M.: Campus 2014
  • Die „Schwarze Schmach“. In: Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg, hg. v. Historischen Museum Frankfurt. Frankfurt a.M.: Michael Imhof Verlag 2014, S. 122-125.
  • Welcome to the Jungle. Imperial Men, „Inner Africa“, and Mental Disorder, 1870–1970. In: Reinkowski, Maurus; Thum, Gregor (Hg.): Helpless Imperialists. Imperial Failure, Fear and Radicalization. Göttingen: Vandenhoeck 2012, S. 91-115.
  • Formulare des Ökonomischen in der Geldpädagogik des 18. und 19. Jahrhunderts. In:WerkstattGeschichte 58, 2012, S. 9-28.
  • Hg. mit Kirsten Bönker und Hana Havelkovà, Geld-Subjekte. Themenheft von L’Homme. Europäische Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft 2, 2011.
  • Zwischen Absenz und Präsenz. Monetäre Lebensführung in der Moderne. In: Deutschschweizer PEN-Zentrum (Hg.), Über Geld schreibt man doch. Oberhofen am Thunersee: Zytglogge 2011, S. 40-47.
  • The ‚Volkskörper’ in Fear: Gender, Race and Sexuality in the Weimar Republic. In: Ellena, Liliana; Geppert, Alexander; Passerini, Luisa (Hg.): New Dangerous Liasions: Discourses on Europe and Love in the Last Century. New York: Berghahn Books 2010, S. 233-250.
  • Mäßigung der Leidenschaften. Kinder und monetäre Lebensführung im 19. Jahrhundert. In: Elberfeld, Jens; Otto, Marcus(Hg.): Das schöne Selbst. Zur Genealogie desmodernen Subjekts zwischen Ethik und Ästhetik. Bielefeld: transcript 2009, S. 55-81.
  • Weißer Mann −was nun? Ethnische Selbstverortung zwischen kontinentaler Solidarität und nationaler Identifikation nach dem Ersten Weltkrieg. In: Bluche, Lorraine; Lipphardt, Veronika; Patel, Kiran (Hg.): Der Europäer –ein Konstrukt. Wissensbestände. Diskurse. Praktiken. Göttingen: Wallstein 2009, S. 57-72.
  • Weiße Helden, schwarze Krieger. Zur Geschichte kolonialer Männlichkeit in Deutschland, 1918-1964. Köln u.a.: Böhlau 2006.
  • „Eine Art sublimierter Tarzan“− Die Ausbildung deutscher Entwicklungshelfer und -helferinnen als Menschentechnik in den 1960er Jahren. In: WerkstattGeschichte 15, 2006, 42, S. 77-89.
  • „Wir sind zu allem entschlossen: Zur Vernichtung dieser schwarzen Halbmenschen“. Gewalt, Rassismus und Männlichkeit in der deutschen Kriegspropaganda, 1914-1940. In: Ethnizität und Geschlecht. (Post-)koloniale Verhandlungen in Geschichte, Kunst und Medien, hg. v. Graduiertenkolleg „Identität und Differenz“ der Universität Trier. Köln u.a.: Böhlau 2006, S. 137-150.