GEI-Newsletter Dezember 2009

Neuigkeiten aus dem Georg-Eckert-Institut (Dezember 2009)

(English version, see below)

Das GEI ist assoziiertes Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (WGL)

Auf ihrer Mitgliederversammlung in Rostock am 27. November hat die Leibnizgemeinschaft das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig (GEI) einstimmig und mit sofortiger Wirkung als assoziiertes Mitglied aufgenommen. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte der Wissenschaftsrat dem Institut sehr gute bis exzellente Leistungen bescheinigt und nach einer Begutachtung empfohlen, das GEI in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen; im Herbst folgte die Gemeinsame Wissenschaftskommission (GWK) dieser Empfehlung. Damit reiht sich das GEI in eine Forschungsgemeinschaft von 90 Mitgliedsinstituten ein.

„Wir betrachten es als Ehre, Herausforderung und Verpflichtung, dieser renommierten Wissenschaftsgemeinschaft anzugehören“, sagte die Direktorin Prof. Simone Lässig in Rostock. „Mit unseren Kompetenzen, Forschungsinteressen und Methoden verfügen wir über interessante Schnittmengen zu anderen Instituten. Die Mitgliedschaft wird uns insofern wichtige Impulse geben und die Spielräume unserer Arbeit deutlich erweitern.“ Die „Marke Leibniz“, so Lässig weiter, „steht für wissenschaftliche Qualität und innovatives Potenzial.“

Kontakt:
Verena Radkau

Geographische Bildung – Kompetenzen in Forschung und Praxis am 18. und 19. März 2010

Zeitgleich mit der Verleihung des Forschungspreises findet eine Tagung des Hochschulverbandes Geographie und ihre Didaktik im Haus der Wissenschaft der TU Braunschweig statt. Seit der Publikation der Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) ist der Bildungsbeitrag des Schulfaches wieder mehr in den Fokus gerückt. In den proklamierten Kompetenzbereichen Fachwissen, Räumliche Orientierung, Methoden/Erkenntnisgewinnung, Kommunikation, Beurteilung/Bewertung und Handlung sollen in der Forschung Modelle zur Kompetenzförderung und -diagnostik entwickelt werden. Schulpraktische Ziele sind ein kompetenzorientierter Geographieunterricht und eine neue Evaluationskultur. In diesem Zusammenhang gerät auch eine kompetenzbezogene Lehrerbildung stärker in den Blick. Das Symposium soll einen Einblick in aktuelle Konzepte kompetenzorientierter Bildung in Forschung und Praxis geben.

Kontakt:
Prof. Dr. Christiane Meyer (Universität Hannover)

Schulbuchrezensionen - ein deutschlandweit einzigartiges Projekt

Das Georg-Eckert-Institut bietet auf seinem Informations- und Kommunikationsportal Edumeres.net (www.edumeres.net) eine deutschlandweit einmalige Möglichkeit zum Rezensieren von Schulbüchern der Fächer Geographie, Geschichte und Sozialkunde/Politik. Die Schulbücher werden von Lehrern und Wissenschaftlern, aber auch von Schülern und Studenten rezensiert. Damit wollen wir erreichen, dass sowohl fachwissenschaftliche Erkenntnisse als auch unterrichtspraktische Erfahrungen in die Rezensionen einfließen.

Falls Sie zum o.g. Personenkreis gehören und eine Rezension schreiben möchten, können Sie unter http://www.edumeres.net/publikationen/rezensionen/rezension-schreiben.html weitere Informationen finden.
Auch Schul-, Studien- und Studienseminarprojekte, die sich mit Schulbüchern beschäftigen, sind aufgefordert, mit ihren Ergebnissen zum Rezensionsprojekt beizutragen. Dieses gewinnt in einer Zeit, in der immer mehr Bundesländern das Zulassungsverfahren abschaffen, zusätzliche Bedeutung.

Weitere Informationen:
rezensionen@remove-this.edumeres.net

Neuerscheinungen des Georg-Eckert-Instituts

In der Schriftenreihe des GEI sind die Bände 122 und 124 erschienen:

Þorsteinn Helgason/Simone Lässig (eds.), Opening the Mind or Drawing Boundaries? History Texts in Nordic Schools, Göttingen: V&Runipress, 2010

Geschichtsbücher ziehen oft eine Grenze zwischen Nationen, Religionen oder ethnischen Gruppen. Dies trifft auch für die relativ friedlichen Länder Skandinaviens zu, obwohl diese Schulbücher eigentlich Reflexivität, Empathie und Toleranz fördern sollen. Ist dies ein Widerspruch? In diesem Band analysieren Wissenschaftler aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden die Konstruktion des „Eigenen“ und des „Anderen“ in skandinavischen Bildungsmedien. Gleichzeitig untersuchen sie die Rolle des Lehrers, der die Inhalte der Schulbücher nicht nur kommuniziert, sondern auch interpretiert. Mit der Analyse von Schulbuchinhalten und in Interviews mit Geschichtslehrern aus den genannten Ländern, geht dieser Band Fragen zu nationaler Identität und Multikulturalismus, zu Gleichheit und Differenz, Inhalt und Methode, Kompetenzen und Werten ebenso nach wie zum Spannungsverhältnis zwischen curricularen Zielen und ihrer tatsächlichen Umsetzung.

Augusta Dimou (ed.), ‚Transition’ and the Politics of History Education in Southeast Europe, Göttingen: V&Runipress, 2009

Der englischsprachige Band bietet einen Überblick über die Entwicklungen im Bereich historischer Bildung in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und der Republik Moldova seit Mitte der 1990er Jahre bis heute. Ausgangspunkt aller Beiträge ist der Nations- und Staatsbildungsprozess mit seinen Auswirkungen auf Geschichtspolitik und Schule im Rahmen eines ermutigenden, aber auch widersprüchlichen Transformationsprozesses. Ergänzend wird die Rolle der in der Region international agierenden Bildungsakteure und -institutionen untersucht. Unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln Reformen und Interventionen im Bildungsbereich nachhaltig wirken können, in welche Richtung sich historische Narrationen entwickeln – diese und ähnliche Fragen sucht der Band zu beantworten. Er erlaubt aus interdisziplinärer Perspektive Einblicke in die komplexen Transformationen des Bildungssektors in Südosteuropa.

Außerdem ist das zweite Heft unseres Journal of Educational Media, Memory, and Society (JEMMS) zum Thema „Myths and Maps of Europe“ auf dem Markt (Berghahn Journals, New York/Oxford 2009).

Myths and Maps of Europe geht davon aus, dass Mythen, vor allem politische, nicht fest umrissen sind, sondern Prozesscharakter haben, in dem kontinuierlich nach sinnstiftenden Erzählungen gesucht wird. Sinnzuweisungen verändern sich im Laufe der Zeit: entweder Mythen passen sich diesen Veränderungen an oder sie verschwinden. Die Bilder, die durch Mythen und Karten vermittelt werden, gehen in das Reservoir kollektiver Vorstellungen ein. Ziel dieses Heftes ist es, die Art und Weise zu verfolgen, wie Europa in seiner räumlichen und mythischen Dimension konstruiert worden ist. Wann und wo sind Karten von Europa entstanden? Was verbergen diese Karten und wie haben Europas „Gegenbilder“ durch politische Mythenbildung Gestalt bekommen?

Eckert. Das Bulletin 06 ist erstmalig als Themenheft erschienen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des GEI aus unterschiedlichen Disziplinen und Arbeitsbereichen haben Artikel zum Thema „(Post)Kolonialismus“ beigetragen. Wir hoffen, das Bulletin auf diese Weise für unsere Leser noch interessanter zu gestalten und werden in unregelmäßigen Abständen weitere Themenhefte publizieren. Natürlich enthalten auch sie wie bisher allgemeine Informationen über wichtige Aspekte unserer Arbeit. Wir stellen das Bulletin als PDF-Datei zum Herunterladen auf unserer Webseite zur Verfügung (www.gei.de).


News from the Georg Eckert Institute (December 2009) - English Version

The GEI is now an associated member of the Leibniz Association (WGL)

At its general meeting in Rostock on 27 November, the Leibniz Association voted unanimously in favour of accepting the Georg Eckert Institute for International Textbook Research in Braunschweig (GEI) as an associated member with immediate effect. In summer 2009, the academic advisory board attested to the achievements of this institute and, following its assessment, recommended the institute for joint sponsorship by the Federal Government of Germany and the Länder; in the autumn of the same year, the Joint Science Conference (GWK) supported this recommendation. The GEI therefore joins a research community including ninety other institutions of similar calibre.

‘We consider it an honour, as well as a challenge and obligation, to belong to this reputed scientific association,’ said the director, Professor Simone Lässig, in Rostock. ‘With our skills, research interests and methods covering a number of different disciplines, we can work well together with other institutions. Membership in the Leibniz Association will give us new momentum and enable us to considerably broaden the scope of our work.’ The ‘Leibniz label,’ continued Lässig, ‘stands for scientific quality and potential for innovation.’

Contact:
Verena Radkau

Geography Education – Skills in Research and Practice, 18-19 March 2010

At the same time as the prize-giving, there will be a conference organised by the University Association for Geography and Its Didactics in the House of Science at the Technical University in Braunschweig. Since the German Association for Geography (DGfG) published its educational standards in geography for the intermediate school leaving certificate, the educational value of geography has attracted greater attention. The aim is to apply research to develop models promoting and diagnosing skills in the areas of technical knowledge, spatial orientation, methods/knowledge acquisition, communication, judgment/assessment and action. The practical aims for schools include skills-based geography teaching and new means of assessment. In this context, skilled-based teacher training should be given greater priority. The symposium should offer insight into current concepts of skills-based education in research and in practice.

Contact:
Prof. Dr. Christiane Meyer (University of Hanover)

Textbook Reviews – a unique project for Germany

The Georg Eckert Institute offers a unique opportunity to read and write reviews about textbooks in the fields of geography, history, social studies and politics, which may be published on its information and communication portal Edumeres.net  (www.edumeres.net). The textbooks are generally reviewed by teachers and researchers, but also by pupils and students. This makes it possible to draw on the expertise of specialists as well as on the practical experience of teachers and pupils.

If you would like to write a review, you will find more information about how to do this by clicking on: http://www.edumeres.net/publikationen/rezensionen/rezension-schreiben.html. Anyone working on projects dealing with textbooks, whether in schools, or at university and in seminars, is cordially invited to contribute towards this online publication of textbook reviews. This project is of utmost importance at a time when more and more German Länder are doing away with the official authorisation procedure for textbooks. 

Further information:
rezensionen@remove-this.edumeres.net

New Publications of the Institute

Eckert. The Book Series, volumes 122 and 124:

Þorsteinn Helgason/Simone Lässig (eds.), Opening the Mind or Drawing Boundaries? History Texts in Nordic Schools, Göttingen: V&Runipress, 2010

History textbooks often draw a line between nations, religions or ethnic groups. This also applies to history books from the relatively peaceful countries of Scandinavia, despite the fact that such textbooks are supposed to promote reflectivity, empathy and tolerance. Is this a contradictory undertaking? In this volume, scholars from Denmark, Finland, Iceland, Norway and Sweden analyse the construction of the ‘Self’ and the ‘Other’ in Scandinavian educational media. At the same time they examine the role of the teacher, who not only communicates but also interprets the material conveyed by school textbooks. Through an analysis of the textbooks’ content as well as of interviews with history teachers from all the above countries, this volume investigates questions of national identity and multiculturalism, equality and difference, content and method, competences and values, as well as the tension between curricular aims and their actual implementation.

Augusta Dimou (ed.), ‚Transition’ and the Politics of History Education in Southeast Europe, Göttingen: V&Runipress, 2009

This volume, edited by Augusta Dimou, offers an overview over the developments in the area of history education in the erstwhile states of Yugoslavia and the Republic of Moldavia from the middle of the 1990's until today. Basis of all contributions is the process of bulding nations with its influence on history politics and school, within the framework of an encouraging, and yet contradictory, tranformation process. Additionally, the roles internationally active education figures and institutes play in the region is examined. Under which circumstances and with what means can reforms and interventions succeed long term in the area of education? In which direction are historical narratives moving? This volume's contributions seek to answer these, and other, questions. They give an insight into the complex tranformations in South East Europe's education sector from an interdisciplinary perspective.

Journal of Educational Media, Memory, and Society (JEMMS) with the topic „Myths and Maps of Europe“ (Berghahn Journals, New York/Oxford 2009):

Myths and Maps of Europe starts from the assumption that myths, and in particular political myths, are not objects but rather processes, and, in particular, processes of continual work on narratives that respond to a need for significance. Myths produce variants because they have to respond to a need for significance that changes over time - either a myth can respond to it and adapt to the new circumstances or it ceases to be a myth. The images that myths and maps convey remain in the reservoir of collective imaginary. The aim of this issue is to critically discuss these images by looking at the ways in which Europe has been perceived in both ist spatial and mythical dimension When and where did maps of Europe appear? What do the maps hide, or how ist Europe’s ‚other’ given shape through the work on political myths?

Eckert. Das Bulletin 06 is the first issue to be devoted to a specific topic. Research fellows at the GEI from different disciplines and work areas have written articles about (Post)colonialism. We hope that such thematic issues of the Bulletin, which we plan to publish regularly in the future, will arouse even greater interest on the part of our readers. As in past issues, this issue also contains general information about aspects of our work. The Bulletin can also be downloaded as a Pdf document via our website (www.gei.de).