Newsletter August/September 2013

„Wir verändern Blickwinkel“ – ein neuer Name und ein neues Corporate Design

Das Georg-Eckert-Institut (GEI) hat einen neuen Namen. Seit Anfang 2011 sind wir Teil der Leibniz-Gemeinschaft, die unter ihrem Dach 86 selbständige Forschungsinstitute vereint, und ab sofort findet sich die Mitgliedschaft auch in unserem Namen wieder. Nachdem der Niedersächsische Landtag allen Änderungen am Gründungsgesetz des GEI im Juni 2013 einmütig zugestimmt hat, lautet  er nun: Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung.

"Der Eintritt in die Leibniz-Gemeinschaft war für unser Haus von entscheidender Bedeutung und hat die Arbeit der letzten 2,5 Jahren befruchtet und sehr positiv geprägt. Insofern freue ich mich besonders, dass wir nun in jeder Hinsicht in der Leibniz-Gemeinschaft angekommen sind und sich dieser Meilenstein für die Geschichte unseres Hauses nun auch im Namen – an zentraler Stelle und auf den ersten Blick erkennbar – wiederfindet“, so Simone Lässig, Direktorin des Georg-Eckert-Instituts.

„Wir verändern Blickwinkel“

Mit dem neuen Namen freuen wir uns, Ihnen auch unser neues Logo und unser neues Corporate Design vorstellen zu dürfen. „Wir wollten ein frischeres und leichteres Erscheinungsbild, das dennoch verbunden bleibt mit der Tradition unseres Hauses. Deshalb bleibt das warme Rot als Grundfarbe erhalten – ergänzt durch die Kontrastfarbe Blau, das Symbol der Wissenschaft“, so Simone Lässig.

Das Erscheinungsbild ist in Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur BÜRO WEISS entstanden und übersetzt unser Anliegen in grafische Gestaltung: Mit seiner Arbeit lädt das Georg-Eckert-Institut ein, in Forschung wie Gesellschaft andere und neue Perspektiven einzunehmen und Wahrnehmungen, Haltungen und Meinungen, die selbstverständlich erscheinen mögen, kritisch zu hinterfragen. Mit dem umgedrehten R in GEORG findet dieses „Gegen-den-Strich-Lesen“ seine Entsprechung in unserem Logo und spiegelt unser Leitmotiv, das uns Auftrag und Ziel zugleich ist: „Wir verändern Blickwinkel“.

In unserem Jahresbericht finden Sie das Corporate Design erstmals umgesetzt

  • Die digitale Ausgabe steht auf unserer Website zum Download zur Verfügung.

Ausgewogene Schulbücher bald kulturelles Grundrecht?

Konferenz in Irland: Internationale Experten, u.a. die Direktorin des GEI, Prof. Simone Lässig, bereiteten vom 1. - 3. Juli Empfehlungen für die Generalversammlung der UN vor: Mit dem Bericht könnten ausgewogene, auf Konfliktbewältigung angelegte Schulbücher zu einem kulturellen Grundrecht werden. Für die Arbeit und das Anliegen des GEI ist dies von nicht hoch genug einzuschätzender Relevanz.

Die Direktorin des Georg-Eckert-Instituts Prof. Simone Lässig hat an einer dreitägigen internationalen Expertenkonsultation in Derry-Londonderry/ Nordirland teilgenommen. 20 internationale Experten aus verschiedenen Fachbereichen diskutierten Fragen zum Thema "Cultural rights in divided and post-conflict societies", mit einem speziellen Fokus auf erstens der Musealisierung und Memorialisierung von konfliktbeladener Vergangenheit und zweitens auf ihre Verhandlung im Geschichtsunterricht und in Geschichtsschulbüchern. Der Bericht des Sonderberichterstatters zum Thema Writing and Teaching of History: the Issue of Textbooks, mit einem gesonderten Augenmerk auf die Belange von Schulbüchern und die davon abgeleiteten Empfehlungen werden im Oktober dieses Jahres der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vorgelegt. Für die Arbeit des Georg-Eckert-Instituts und die Relevanz seiner Projekte ergeben sich aus diesem cultural rights approach ganz neue Perspektiven und es ist von daher eine überaus spannende Frage, wie die UN-General Assembly die in Derry-Londnderry diskutierten Empfehlungen aufnehmen wird. Gastgeber des Treffens waren die Northern Ireland Human Rights Commission (NIHRC) und die University of Ulster.


Online: Die Curricula Workstation am Georg-Eckert-Institut

5.000 Lehrpläne aus aller Welt sind bereits auf der „Curricula Workstation“ versammelt. Mit dieser bislang einmaligen Datenbank ermöglicht das Georg-Eckert-Institut – gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – den Zugang und die Recherche in Lehrplänen aus aller Welt. Nun können Wissenschaftler, Lehrer und Studenten unter curricula-workstation.edumeres.net die Beta-Version der „Curricula Workstation“ nutzen.

Die Curricula Workstation wurde von Informationswissenschaftlern und Bibliothekaren am GEI entwickelt. Sie bietet einen zentralen Zugang zu deutschen und internationalen Lehrplänen in gedruckter und elektronischer Form. Sie ermöglicht weltweit und dauerhaft die Recherche nach derzeit fast 5.000 Lehrplänen der Fächer Geschichte, Geographie, Sozialkunde/Politik und Werteerziehung/ Religion. Neben einer strukturierten Suche nach Lehrplänen über die Eingabe des Landes, der Bildungsstufe, des Lernbereichs und des Erscheinungsjahres ist auch eine Volltextsuche in elektronischen Lehrplänen möglich. Die einzelnen Tools der Workstation wurden in enger Abstimmung mit Forschern entwickelt, damit diese möglichst präzise auf die Bedürfnisse der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugeschnitten sind. Nicht zuletzt auch deshalb geht nun bereits die Beta-Version der Curricula Workstation online, um so Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Weiterentwicklung weiter mit einzubeziehen und den Austausch mit ihnen zu fördern.

Neben besten Recherchemöglichkeiten gewährleistet sie die Langzeitarchivierung der Lehrpläne, die seitens der Herausgeber häufig nicht gesichert wird. Die Curricula Workstation wird durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert - in der Förderlinie „Förderung herausragender Forschungsbibliotheken“. Sie ist Teil der Strategie zum Aufbau einer modernen und nutzerorientierten digitalen Forschungsinfrastruktur des Georg-Eckert-Instituts.

Online verfügbar unter:


Gemeinschaftsprojekt „Visual History“

Das Netzwerkprojekt „Visual History. Institutionen und Medien des Bildgedächtnisses“ ist gestartet. Es widmet sich in interdisziplinärer Perspektive insbesondere der Erforschung von Bildproduktion und -verbreitung im 20. Jahrhundert und untersucht anhand ausgewählter Medien den jeweiligen Beitrag zur Konstitution gemeinschaftlicher Bildgedächtnisse. An dem Vorhaben sind das Georg-Eckert-Institut, das Zentrum für Zeithistorische Forschung, das Deutsche Museum in München sowie das Herder-Institut beteiligt.

Es stehen diejenigen Institutionen im Vordergrund, die Bilder produzieren, kaufen, verkaufen, sammeln, archivieren oder zensieren und dadurch einen zentralen Beitrag zur Steuerung eines kollektiven Bilderhaushaltes leisten. Die Forschungsvorhaben umfassen deshalb die Pressefotografie, die Bildkontrolle im Staatssozialismus, Bildstrategien im Schulbuch, die Wissenschaftsfotografie sowie die Rolle der Bildarchive im digitalen Zeitalter. Am 21. Juni fand die Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Das visuelle Zeitalter. Zeithistorische Perspektiven“ in Berlin statt. 

Beitrag des GEI

Das am Institut angesiedelte Dissertationsprojekt befasst sich mit dem Schulbuch als visuelles Medium und untersucht die Rolle von Bildern in Schulbüchern für das Bildgedächtnis moderner Gesellschaften.
Darüber hinaus wird im Rahmen des Forschungsprojektes das Online-Portal www.visual-history.de erarbeitet.


ANKÜNDIGUNGEN


3. September: „Die digitale Herausforderung an die Geschichte“ - Eröffnungstagung der „AG Digitale Geschichtswissenschaft“ am GEI

Welche Chancen und Herausforderungen birgt die Digitalisierung für die historische Forschung? Um die Potenziale der „Digital Humanities“ für die Geschichtswissenschaft zu vermessen, hat der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) im September 2012 die „Arbeitsgruppe Digitale Geschichtswissenschaft“ gegründet. Den Auftakt bildet eine Tagung am 3. September am Georg-Eckert-Institut. 

Dabei sollen Impulse für einen Dialog zwischen Vertretern der Geschichtswissenschaft und der Forschungsförderung sowie Chancen und Desiderate einer „Digital History“ ausgelotet werden. Sie beginnt mit einem Vortrag des VHD-Vorsitzenden Prof. Martin Schulze-Wessel, gefolgt von einer Vorstellung der AG durch ihre Sprecherin Prof. Simone Lässig und endet mit einer Podiumsdiskussion, an der Vertreter des Ministeriums für Bildung und Forschung, des Wissenschaftsrats, der universitären Infrastrukturen und Bibliotheken, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der AG teilnehmen.

Weitere Informationen unter:


Bildung für nachhaltigen Frieden – Ausschreibung der 2014/2015 Georg-Arnhold-Gastprofessur bis zum 4. Oktober

Das Georg-Eckert-Institut schreibt für 2014/2015 die Georg-Arnhold-Gastprofessur „Bildung für nachhaltigen Frieden“ aus. Diese umfasst einen drei- bis sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Braunschweig. Sie richtet sich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Politikwissenschaften, der Erziehungs- oder Rechtswissenschaften.

Sie bietet die Gelegenheit, an eigenen Projekten zu forschen und umfangreiche Monografien ohne Lehr- oder Verwaltungsverpflichtungen fertig zu stellen. Personen mit umfangreicher, hochrangiger Erfahrung in Regierungs- oder Nichtregierungsorganisationen und in internationalen Organisationen können sich ebenfalls bewerben. Bewerbungsfrist ist der 4. Oktober 2013.

Weitere Informationen und Bewerbungsformular


Gesucht: das „Schulbuch des Jahres 2014“

Am 14. März 2014 vergibt das Georg-Eckert-Institut auf der Leipziger Buchmesse zum dritten Mal den Preis für das „Schulbuch des Jahres“. Nach Preisen für das beste Lehrwerk der Sekundarstufe I und II in den Vorjahren, zeichnet die Experten-Jury diesmal herausragende Grundschulbücher in drei Kategorien aus. Bis zum 10. September können sich Schulbuchverlage noch um die Auszeichnung bewerben.

Mit dem Preis „Schulbuchs des Jahres“ wollen das Georg-Eckert-Institut und die Leipziger Buchmesse Herausgeber und Autoren für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Schulbuchkonzepte auszeichnen Damit will das Georg-Eckert-Institut auf die Bedeutung des Schulbuchs in der schulischen Praxis aufmerksam machen sowie die Weiterentwicklung von Schulmaterialien fördern. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz.

Einreichungen und Vorschläge

Noch bis zum 10. September können Verlage aktuelle Lehrwerke einreichen. Außerdem sind auch Schüler, Lehrer, Eltern, Fachdidaktiker und -wissenschaftler eingeladen, exzellente Schulbücher zu empfehlen. Alle Titel werden dann von Fachjurys begutachtet. Mitte Januar wird die Gesamtjury – zusammengesetzt aus Wissenschaftlern, Verlagsvertretern und Lehrern die besten drei Schulbücher in jeder Kategorie zu nominieren. Knapp zwei Monate später, am 14. März findet die Preisverleihung auf der Buchmesse statt.

Ausschreibung und weitere Infos unter:


20./21. September: “Vom nationalen zum europäischen Geschichtsbild?“ – ein Seminar zur Geschichtspolitik im Weimarer Dreieck

Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte und andere Multiplikatoren, die im Bereich der historischen und politischen Bildung tätig sind. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern man von vorherrschenden „nationalen Geschichtsbildern“ in Deutschland, Polen und Frankreich sprechen kann. Stehen diese im Konflikt miteinander; sind sie Gegenstand einer jeweiligen nationalen Geschichtspolitik? Von dieser Analyse ausgehend soll die Frage beleuchtet werden, ob und wie nationale Geschichtsbilder in Europa überwunden und produktiv aufgearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang steht auch die Frage nach der transnationalen Erweiterung in Projekten wie dem des deutsch-polnischen Geschichtsbuches auf dem Programm. Welche Herausforderungen und Chancen bietet binationale Geschichtsbücher? Wie können diese im Schulunterricht genutzt werden? Diese und weitere Fragen werden im Seminar vorgestellt und diskutiert.

Das Seminar ist hervorgegangen aus der Zusammenarbeit des GEI mit der Fridtjof-Nansen-Akademie Ingelheim und den Partnern des GEI im Projekt „Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch“. Dieses Schulbuch für deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler, das von Wissenschaftlern beider Länder gemeinsam erarbeitet wird, wird 2015 veröffentlicht und bietet eine europäische Perspektive auf die Geschichte – jenseits des traditionellen Fokus auf die Nationalgeschichte.

Details zum Programm und zur Anmeldung entnehmen Sie bitte dem Flyer unter dem folgenden Link:

Weitere Informationen unter:


Unterrichtsmaterialien für das globalisierte Klassenzimmer – Lehrerworkshops deutschlandweit

Wie begehen islamische Verbände den Tag der Deutschen Einheit? Wie möchten wir mit kulturellen und religiösen Unterschieden umgehen? Was bewegt Jugendliche in Duisburg, Mannheim oder Hamburg-Wilhelmsburg am Nahostkonflikt? Dies sind nur einige der Fragen, die sich im Unterricht im globalisierten Klassenzimmer aufgreifen lassen. Das GEI hat im Projekt „Zwischentöne“ innovative Materialien entwickelt und bietet zur Einführung „ Workshops“ an.

Die Lehrer-Veranstaltung führt in Inhalte und Methoden von innovativen Unterrichtsmaterialien ein. Diese sind im Projekt „Zwischentöne – Unterrichtsmaterialien für das globalisierte Klassenzimmer“ am Georg-Eckert-Institut entstanden. Die Materialien für den Geschichts-, Politik- und Ethik-/Religionsunterricht beschäftigen sich mit zahlreichen Aspekten kultureller und religiöser Vielfalt und regen zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Unterschieden an.

Inhaltlich geht es um Themen aus der deutschen Politik und Geschichte, aber auch um Geschlechterrollen, Wertvorstellungen und Kleiderregeln. Die Unterrichtsmodule richten sich an Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II (ab Klasse 8). Über die Thematisierung von Pluralismus und Differenz knüpfen die Materialien unmittelbar an die Lebenswelten und biographischen Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern an und machen diese im Unterricht sichtbar. Ein Schwerpunkt ist der schulische Umgang mit dem Islam.

  • Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
  • Die vierstündige Veranstaltung ist kostenlos.

Termine: 

Nordrhein-Westfalen

Bremen

Niedersachsen:

  • Fr., 29. November 2013, 13-17.00 Uhr

Thüringen

  • Termin: Do., 5. Dezember 2013, 13.30-17.30

Informationen und Anmeldung zu den Veranstaltungen:

  • Götz Nordbruch: nordbruch@gei.de.

Das Projekt Zwischentöne, in dem die Veranstaltungen stattfinden, wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert.


NEUERSCHEINUNGEN


Juliane Brauer, Martin Lücke (Eds.): Emotionen, Geschichte und historisches Lernen. Geschichtsdidaktische und geschichtskulturelle Perspektiven

Der Band vernetzt die gegenwärtige kultur- und geschichtswissenschaftliche Emotionsforschung mit geschichtskulturellen und geschichtsdidaktischen Arbeitsfeldern.

Auf diese Weise arbeitet sich der Band an den grundlegenden Paradigmen der Geschichtsdidaktik ab. In den Blick geraten kategoriale Konzepte wie historische Sinnbildung, Empathie, historische Imagination oder Narrativität, Geschichtskultur, Geschichtsbewusstsein und historische Identität. Die Beiträge zu Theorien, Grundbegriffen, zu verschiedenen Orten und Medien historischen Lernens untersuchen die Frage, welchen systematischen Ort Emotionen in historischen Lernprozessen einnehmen können, wie sie also die Begegnungen mit der Vergangenheit vorstrukturieren und lenken. Im Band werden Standards formuliert, an denen sich zukünftiges historisches Lernen mit und über Emotionen orientieren kann. Die Beiträge werden als Grundlage und Anregung zur weiteren Diskussion in Forschung, Lehre und Praxis verstanden.

  • Göttingen: V&R unipress, 2013. 305 pages. ISBN 978-3-8471-0064-5

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