Newsletter August/September 2014

Gesucht: das „Schulbuch des Jahres 2015“. Ab sofort können sich Schulbuchverlage um die Auszeichnung bewerben

Am 13. März 2015 vergibt das Georg-Eckert-Institut auf der Leipziger Buchmesse zum vierten Mal den Preis für das „Schulbuch des Jahres“. In diesem Jahr zeichnet die Experten-Jury herausragende Schulbücher für die Sekundarstufe I aus.

Geehrt werden sollen Schulbücher aus drei verschiedenen Kategorien – Sprachen, Geschichte / Gesellschaft und MINT. Diese sollen in besonderem Maße die Anforderungen an ein zeitgemäßes Lehrwerk erfüllen, Mut zu inhaltlichen, didaktisch-methodischen sowie gestalterischen Innovationen zeigen und die Herausforderungen von Bildungsstandards und kompetenzorientiertem Lernen überzeugend aufnehmen. Mit dem „Schulbuch des Jahres“ zeichnen das Georg-Eckert-Institut und die Leipziger Messe Herausgeber und Autoren für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Schulbuchkonzepte aus. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz.

Einreichungen und Vorschläge

Noch bis zum 10. September können Verlage aktuelle Lehrwerke einreichen. Außerdem sind auch Schüler, Lehrer, Eltern, Fachdidaktiker und -wissenschaftler eingeladen, exzellente Schulbücher zu empfehlen. Alle Titel werden dann von Fachjurys begutachtet. Mitte Januar wird die Gesamtjury – zusammengesetzt aus Wissenschaftlern, Verlagsvertretern und Lehrern – unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Simone Lässig, Direktorin des Georg-Eckert-Instituts tagen, um die besten drei Schulbücher in jeder Kategorie zu nominieren. Knapp zwei Monate später, am 13. März findet die Preisverleihung auf der Buchmesse statt.


„EurViews. Europa im Schulbuch“ geht online

Mit „EurViews. Europa im Schulbuch“ stellte das Georg-Eckert-Institut am 1. Juli 2014 ein internationales und kollaboratives Online-Editionsprojekt vor.
In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus über 20 Ländern sammelte das Projektteam Vorstellungen von „Europa“ und Europäizität, wie sie in Schulbüchern weltweit im 20. und 21. Jahrhundert verbreitet wurden.

In den ausgewählten Autorentexten, Karten, Bildern, Dokumenten, (Info-) Grafiken sowie Karikaturen aus Schulbüchern spiegeln sich Innen- und Außensichten auf das, was zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten weltweit als „europäisch“ verstanden wurde. Beiträge und Quellen werden in die deutsche und englische Sprache übersetzt, wissenschaftlich kommentiert und kontextualisiert. Dieses Material wird als Internetangebot zugänglich gemacht.
Am 1. Juli 2014 wurde die Plattform nun der Öffentlichkeit präsentiert und mit einer Feierstunde im Georg-Eckert-Institut freigeschaltet: Die Projektleiterin und Direktorin des GEI, Prof. Dr. Simone Lässig, und die MitarbeiterInnen von EurViews stellten die Plattform und ausgewählte Projektergebnisse vor.
Im Anschluss hielt Prof. Dr. Kiran Klaus Patel (Universität Maastricht) um 19 Uhr einen öffentlichen Festvortrag zum Thema "Wo und wann war Europa?".

Das Vorhaben wurde aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert sowie von der Technischen Universität Braunschweig und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.


Zwischentöne reloaded: Neue Unterrichtsmodule online!

Das Projekt Zwischentöne ist darauf ausgerichtet, einen konstruktiven Umgang mit der biografischen, religiösen und kulturellen Diversität der Gesellschaft in Unterrichtsmaterialien zu vermitteln. Um elf neue Module für den Geschichts-, Politik- und Ethik-/Religionsunterricht wird das Themenspektrum erweitert.

Mit biografischen Erzählungen aus dem migration-audio-archiv werden erstmals Hördateien für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung gestellt: "Grenzenlose Liebe?", "Chance zur Veränderung?", "Was ihr wollt!", "Flucht und Asyl", "Facetten der Migration". Dabei stehen die Themen Beziehungen, Geschlechterrollen, unterschiedliche Erwartungen an Jugendliche und Gründe für Migration im Vordergrund. Zur Förderung der Urteils- und Handlungskompetenz in der politischen Bildung ist die kritische Auseinandersetzung mit den (neuen und alten) Medien unverzichtbar ("Medien(zerr-)bilder"). Die weiteren Modulen und Information können Sie hier finden: www.zwischentoene.info/news/newsdetail/article/neue-unterrichtsmodule-online.html


Frieden 2.0: Soziale Medien und ihr Potenzial für die Entwicklung von Frieden

Internationales Symposium des Georg-Eckert-Instituts am 30. / 31. Juli

Am 30. und 31. Juli 2014 fand am Georg-Eckert-Institut (GEI) das erste Arnhold-Symposium statt. Experten aus aller Welt diskutierten dabei das Potenzial von sozialen Medien für die Entwicklung von Frieden. Im Zentrum stand die Frage nach der Rolle der neuen digitalen „Bildungsräume“ in Nahost, Afrika und Südamerika. Das Arnhold-Symposium bildete den Abschluss einer vom US-Amerikaner Henry H. Arnhold geförderten Gastprofessur am GEI für die „Bildung und Entwicklung von nachhaltigem Frieden“.

18 Wissenschaftler, Vertreter der Zivilgesellschaft und Blogger aus vier Kontinenten beschäftigten sich auf dem zweitägigen Symposium mit der Frage, wie sich soziale Medien auf gesellschaftliches Engagement weltweit und bürgerliche Teilhabe auswirken, wie sich der Wandel der digitalen Öffentlichkeit erforschen lässt und welche Chancen sich daraus für formelle wie nicht-formelle Bildungsangebote ergeben. Key-Note-Speaker waren der Internet-Pionier Howard Rheingold (via Live-Stream) sowie Prof. Lynn Davies, Erziehungswissenschaftlerin an der University of Birmingham. Die weiteren Referenten kamen aus Australien, Brasilien, Finnland, Großbritannien, Israel, Kanada, Pakistan, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Vorträge beleuchteten die Rolle sozialer Medien in einzelnen Ländern wie Regionen und befassten sich mit institutionellen wie nicht-institutionellen Initiativen für die Erziehung zu Frieden und Demokratie in der digitalen Sphäre. So sprach Nelson De Luca Pretto über „Soziale Netzwerke, Aktivismus und den Ruf nach Bildung in Brasilien“. Saila Lindroos aus Finnland hielt einen Vortrag zur veränderten Kommunikationslandschaft in Nairobi und die Rolle, die Social Media für die Friedensentwicklung vor Ort gespielt hat. Eszter Hargittai widmete sich in ihrem Beitrag dem gesellschaftlichen Engagement, das Jugendliche in sozialen Medien zeigen. David Faris aus den USA fragte nach der Rolle der Medien nach dem Arabischen Frühling in Ländern wie Jordanien und Ägypten. Mohammed Ibahrine beleuchtete den Einfluss, den religiöse digitale Plattformen bei der Verbreitung des islamischen Glaubens haben. Über Online-Bildungsräume in Iran sprach Babak Rahimi.

Das Arnold-Symposium ist Teil des Georg-Arnhold-Programms am GEI zu „Bildung für nachhaltigen Frieden“, das von dem US-Amerikaner Henry H. Arnhold 2013 ins Leben gerufen wurde, um das Erbe seines Großvaters zu würdigen. Georg Arnhold (1859-1926 ) war ein deutscher Bankier, Mäzen und überzeugter Pazifist.


NEUERSCHEINUNGEN


Eckert.Beiträge 2014/1

Eckert.Beiträge 2014/1 Andrea R. Minte: Recent Historiographical Work on Chliean Textbooks.
http://www.edumeres.net/publikationen/beitraege/beitrag/p/test.html


Eckert.Working Papers

Eckert.Working Papers 2014/5
Inga Niehaus: Abschlussbericht Elektronische Medien im Unterricht. Eine empirische Studie über neu eingerichtete Notebook-Jahrgänge (1:1-Modelle) in der Sekundarstufe I und II an Braunschweiger Schulen.
www.edumeres.net/publikationen/working-papers/working-paper/p/abschlussbericht-elektronische-medien-im-unterricht-eine-empirische-studie-ueber-neu-eingerichtete.html

Eckert/Working Papers 2014/6
Barbara Christophe: Kulturwissenschaftliche Schulbuchforschung – Trends, Ergebnisse und Potentiale.
www.edumeres.net/publikationen/working-papers/working-paper/p/kulturwissenschaftliche-schulbuchforschung-trends-ergebnisse-und-potentiale.html