Newsletter Juni 2011

Klaus Hüfner mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt

Am 23. Juni wurde Prof. Dr. Klaus Hüfner von Bundespräsident Christian Wulff für seine Verdienste um die internationale Bildungs- und Friedenspolitik mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt.
Hüfner war viele Jahre Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission und ist seit 2010 Ehrenmitglied. Neben seinen zahlreichen anderen Tätigkeiten war er auch langjähriges Mitglied im Kuratorium und Wissenschaftlichen Ausschuss des GEI.
Im Bundespräsidialamt konnte ihm die Direktorin des Georg-Eckert-Institutes, Simone Lässig, persönlich gratulieren.


Verleihung des Holberg-Preises an Jürgen Kocka

Die Direktorin des Georg-Eckert-Instituts, Simone Lässig, und Stein Kuhnle (Hertie School of Governance/Universität Bergen) moderierten am 7. Juni 2011 auf Bitten des Norwegischen Sekretariats des Holberg-Preises das wissenschaftliche Symposium zur Preisverleihung an den Historiker Jürgen Kocka. Die Auszeichnung ist auch ein Erfolg für den Vorstand des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deuschlands, der den dem Georg-Eckert-Institut sehr verbundenen Wissenschaftler nominiert hatte. Der Preis, den vor Kocka u.a. Jürgen Habermas, Nathalie Zemon Davies und Julia Kristeva erhalten haben, ist nach Ludvig Holberg benannt, einem Universalgelehrten, der entscheidend zur Verbreitung der Aufklärung in den nordischen Ländern beigetragen hat. Der Holberg-Preis ist ausdrücklich für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften eingerichtet worden und mit 570 000 Euro ungewöhnlich hoch dotiert.


Simone Lässig in den Hochschulrat der TU Braunschweig gewählt

Die Direktorin des Georg-Eckert-Institutes, Simone Lässig, hat am 1. Juni ihre Arbeit als gewähltes Hochschulmitglied im Hochschulrat der TU Braunschweig angetreten. Ihre Amtszeit dauert vier Jahre. Das Gremium berät das Präsidium der TU und nimmt zu Entwicklungs- und Wirtschaftsplänen sowie zur Gründung von und Beteiligung an Unternehmen durch die Hochschule Stellung. Außerdem wirkt es an der Besetzung des Hochschulpräsidiums mit. Dem Hochschulrat gehören prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an.


GEI-Digital im Zentralen Verzeichnis Digitalisierter Drucke (ZVDD)

Seit dem 19. Mai 2011 lassen sich die Bestände der digitalen Schulbuchbibliothek des Georg-Eckert-Instituts über das zentrale Verzeichnis digitalisierter Drucke (ZVDD)
recherchieren und sind dort als eigene Sammlung abrufbar. Neben der Direktsuche über die Projekthomepage und den Online-Katalog der Bibliothek des GEI gibt es damit eine weitere Möglichkeit, die digitalisierten Werke auf der ZVDD-Seite nach verschiedenen Kriterien über eine Suchmaske aufzufinden. Eine direkte Betrachtung der Digitalisate ist mittels DFG-Viewer möglich.
Die ZVDD ist das Nachweisportal für in Deutschland erstellte Digitalisate von Druckwerken vom 15. Jahrhundert bis heute. Sie ermöglicht eine einheitliche Recherche der Digitalisate verschiedener Digitalisierungsprojekte.


Digitalisierte Schulbücher aus GEI-Digital in Europeana

Die im Rahmen des GEI-Digital-Projektes digitalisierten Schulbücher sind seit dem 14. April 2011 in Europeana zugänglich. Möglich ist dies durch die Kooperation mit dem Aggregator EuropeanaLocal-Deutschland.
Europeana ist ein Internet-Portal, dass die gleichzeitige Sichtung von digitalen Beständen Europäischer Museen, Bibliotheken, Archive und audio-visueller Sammlungen ermöglicht.
Die digitalisierten Schulbücher können nun in einem gemeinsamen Kontext mit vielen anderen digitalen Sammlungen aus ganz Europa genutzt werden.
Europeana ist an der Nationalbibliothek der Niederlande angesiedelt und wird von der Europäischen Kommission teilfinanziert.


Euromediterraner Workshop “Teaching Intercultural Dialogue and Religious Diversity“

Vom 16.-17. Mai 2011 führte das Georg-Eckert-Institut in Lissabon einen Workshop zum Thema “Teaching Intercultural Dialogue and Religious Diversity in the Euro-Mediterranean“ durch. An dem Workshop nahmen 36 Teilnehmer aus diversen europäischen Ländern und des südlichen Mittelmeerraums teil, deren institutionelle Anbindungen von kleinen lokalen Initiativen bis hin zu großen internationalen Organisationen reichten. Die Gruppe diskutierte zwei Tage lang intensiv über ihre Erfahrungen im Bereich der interkulturellen und interreligiösen Bildung und verfasste konkrete Empfehlungen für eine vertiefte euromediterrane Kooperation auf diesem Gebiet. Organisiert wurde der Workshop von dem im GEI angesiedelten Projekt „1001 Idee: Muslimische Kulturen und Geschichte(n)“, dem North-South Centre des Europarats in Lissabon, dem Swedish Institute Alexandria und der Anna Lindh Stiftung.


„Die Überwindung gegensätzlicher Geschichtsbilder zwischen Deutschen und Polen durch Schulbuchrevision nach dem Zweiten Weltkrieg – Wege und Hindernisse“

Zu diesem Thema fand am 14. April im Georg-Eckert-Institut ein Workshop statt. Unter den insgesamt 33 Teilnehmern waren sowohl Historiker und Pädagogen, als auch Museumsexperten und Schulbuchautoren aus Lettland, Russland und Belarus. Die Veranstaltung wurde vom GEI konzipiert und in den Rahmen des vom Goethe-Institut Riga organisierten Projekts „Zeitfenster – Geschichte für die Zukunft“ eingepasst. Ziel der Maßnahme ist es, die Gesprächsbereitschaft und die Dialogfähigkeit unter Vertretern dieser drei Nachbarländer zu entwickeln. In vier Arbeitsgruppen untersuchten die Teilnehmer klassische „Empfehlungs“-Texte, die im Kontext binationaler Zusammenarbeit entstanden sind; sie kategorisierten diese nach dem Grad der Öffnung nationaler Blickwinkel und suchten nach übertragbaren Mustern der Konsensbildung.


Kolloquium am 13. Juli 2011, um 17:00 Uhr, im Konferenzraum des Georg-Eckert-Instituts

Shoko Yamada (Nagoya University, Japan)
Demokratie domestizieren? Sekundarschulbücher für Staatsbürgerkunde und Ethik in der Post-Demokratisierung-Periode Äthiopiens


In der ethnisch und kulturell vielfältigen äthiopischen Gesellschaft ist die Aufrechterhaltung der nationalen Einheit immer ein Anlass zu ernster Sorge. Staatsbürgerkunde und Ethikunterricht werden als wichtiges Instrument angesehen, um Vorstellungen von Demokratie in alle Bevölkerungskreise zu tragen. Auf diese Weise soll das demokratische repräsentative System aufrechterhalten werden. In dieser Präsentation sollen auf der Basis einer Inhaltsanalyse von Lehrplänen, Lehrerhandreichungen, Schulbüchern und anderen relevanten Unterrichtsmaterialien seit den 1990er Jahren die Veränderungen in Staatsbürgerkunde und Ethikunterricht herausarbeiten.


Kolloquium am 10. August 2011, um 17:00 Uhr, im Konferenzraum des Georg-Eckert-Instituts

Ingrid Lohmann (Universität Hamburg)
Überlegungen zum Projekt "Jüdische Bildungsgeschichte in Deutschland"

  • Kontakt: Julia Förster

Der Blick in die Zukunft durch das Prisma der Vergangenheit – wie sollen junge Europäer die Geschichte Europas lernen?

30. August 2011 in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der EU in Brüssel

Dies ist das Thema einer Kooperationsveranstaltung zwischen dem Georg-Eckert-Institut und der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union.


Kolloquium am 7. September 2011, um 17:00 Uhr, im Konferenzraum des Georg-Eckert-Instituts

Maja Razmadze (GEI)
Verhandlungen über Sozialismus - Eine vergleichende Untersuchung des kulturellen Deutungsmusters des Sozialismus in Georgien


Über den Sozialismus und seine Bedeutung in der europäischen Geschichte wird bis heute kontrovers diskutiert. Das Dissertationsprojekt untersucht am georgischen Fallbeispiel, welche Deutungsmuster des Sozialismus aktuell durchgesetzt werden und wie diese jüngste Vergangenheit gerahmt wird, sowie wie die sozialistischen Bilder in den individuellen Erinnerungsnarrativen aufgehoben sind. Im Zentrum der Untersuchung steht auf der einen Seite die Analyse der Schulbücher als Träger kulturellen und staatlich standardisierten Geschichtswissens und auf der anderen Seite die Auswertung lebensgeschichtlicher Interviews von Geschichtslehrern. Sie werden wegen ihrer Doppelrolle als staatlicher akademischer Basiselite und als individuelle Zeitzeugen dieser Epoche als Knotenpunkt zwischen kollektivem und individuellem Gedächtnis betrachtet.

  • Kontakt: Julia Förster

Kulturelles Gedächtnis und Erinnerungsdiskurse in Schulbüchern und Schulrelevanter Literatur

15. – 17. September 2011 in Saratov (Russland)

Unter diesem dem Titel wird eine bilaterale Schulbuchkonferenz in Saratov, Russland, stattfinden. Unterstützt wird das Vorhaben durch drei Kooperationspartner, die auch Wissenschaftler als Referenten
zu der Tagung entsenden, namentlich die Saratover Staatliche Technische Universität, das Institut für Weltgeschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften und das DHI Moskau.
An der Konferenz werden russische und deutsche Spezialisten teilnehmen – Historiker, Politologen, Philologen, Philosophen, namhafte Schulpädagogen und Schulbuchautoren.


Neuerscheinungen


Ryôta Nishino: Changing Histories. Japanese and South African Textbooks in Comparison (1945 -1995)

Eckert. Die Schriftenreihe, Band 129.
Göttingen: V&R unipress, 2011.
ISBN 978-3-89971-816-4

Der Geschichtsunterricht in südafrikanischen und japanischen Schulen hat nachhaltige Kritik auf den Plan gerufen: Er versuche, kontroverse Aspekte der Vergangenheit des jeweiligen Landes zu harmonisieren und die herrschenden Regime ideologisch zu stützen. Dieses Buch ist der erste Versuch eines systematischen Vergleichs der Art und Weise, wie die Bildungsbürokratien beider Länder mit Opposition und Kritik von 1945 bis 1995 umgegangen sind. Während dieser 50 Jahre herrschten in beiden Ländern fast immer Ein-Parteien-Regierungen. Der Autor argumentiert, dass die Bildungsbürokratien sowohl in Südafrika als auch in Japan ihre Intentionen nicht explizit in Curricula und Schulbüchern zum Ausdruck brachten, sondern subtilere Maßnahmen zur Stärkung ihrer Autorität fanden. Der Studie liegt eine Auswahl von 8 Themen in 60 offiziell zugelassenen südafrikanischen und japanischen Geschichtsbüchern der Sekundarstufe zugrunde, die Veränderungen und Kontinuitäten zeigen.


Regionen in der deutschen Staatenwelt

Eckhardt Fuchs; Sylvia Kesper-Biermann; Christian Ritzi (Hrsg.): Regionen in der deutschen Staatenwelt. Bildungsräume und Transferprozesse im 19. Jahrhundert. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2011.
ISBN 978-3-7815-1790-5


Die historische Bildungsforschung hat sich seit dem 19. Jahrhundert vor allem als Nationalgeschichte verstanden. Allerdings vollzieht sich gegenwärtig ein paradigmatischer Wechsel, der das nationale Paradigma nicht auflöst, aber in eine neue Perspektive stellt. Nationalgeschichte oszilliert damit zunehmend zwischen einer europäischen oder globalen Perspektive einerseits und regionalen Ausdifferenzierungen andererseits.
Der hier vorliegende Band nimmt diesen Trend auf, indem er erstmals in vergleichender Perspektive die regionale Ebene in das Zentrum bildungs-geschichtlicher Analysen stellt und dabei über Preußen als allgemeinen Referenzpunkt hinausgeht.
Die Beiträge thematisieren nicht nur das Verhältnis von Reich und Ländern, sondern auch die regionalspezifischen Ausprägungen und interregionalen Transferprozesse im Bildungsbereich im 19. Jahrhundert.


Geographische Bildung

Christiane Meyer; Roderich Henrÿ; Georg Stöber (Hrsg.): Geographische Bildung. Kompetenzen in didaktischer Forschung und Schulpraxis. [Tagungsband zum HGD-Symposium in Braunschweig]. Braunschweig: Westermann, 2011.
(Geographiedidaktische Forschungen; 47 : Didaktische Impulse)
ISBN 978-3-14-142800-1


In der geographiedidaktischen bzw. generell in der fachdidaktischen Forschung werden gegenwärtig die für die Entwicklung von Kerncurricula bzw. darauf basierender schuleigener Curricula erstellten Kompetenzbereiche mit dem Ziel diskutiert, Modelle mit verschiedenen Dimensionen einer bestimmten Kompetenz sowie jeweils dazugehörigen Kompetenzstufen auszuweisen. Diese Entwicklung bildete den Hintergrund für die thematische Ausrichtung eines Symposiums „Geographische Bildung: Kompetenzen in Forschung und Praxis“, das in Zusammenarbeit des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) sowie des Hochschulverbandes für Geographie und ihre Didaktik (HGD) am 18./19. März 2010 in Braunschweig stattfand.


Journalism and the Political

Felicitas Macgilchrist: Journalism and the Political. Discursive tensions in news coverage of Russia. Amsterdam; Philadelphia: Benjamins, 2011
ISBN 978-90-272-0631-2


Journalismus wird oft als “vierte Gewalt” in einer Demokratie bezeichnet. Die These dieses Buches ist, dass Journalismus eine radikalere Rolle in der Politik spielt. Am Beispiel der internationalen Berichterstattung über das postsowjetische Russland zeigt es die (Re)produktion der sozialen Ordnung des „gesunden Menschenverstandes“, in der eine bestimmte Weltregion entwickelter, zivilisierter und demokratischer als andere Regionen ist. In Anknüpfung an Laclau, Mouffe u.a. macht das Buch deutlich, dass vor allem im Journalismus die Instabilität dieser globalen sozialen Ordnung sichtbar wird. Es richtet sich an Wissenschaftler aus den Gebieten Diskursanalyse, Journalismus und Kommunikationswissenschaften sowie Kulturwissenschaften und Politikwissenschaft und an alle, die an „positiver“ Diskursanalyse und praktischen gegendiskursiven Strategien interessiert sind.


Medienlotsen gesucht

Matthias Kleimann: Medienlotsen gesucht. Konzeption und Evaluation einer Unterrichtseinheit zur Prävention problematischer Mediennutzungsmuster bei Schülerinnen und Schülern dritter bis fünfter Klassen im Rahmen des Berliner Längsschnitt Medien. Nomos: Baden-Baden, 2011
(Interdisziplinäre Beiträge zur kriminologischen Forschung; 39)
ISBN 978-3-8329-6398-9


Das Buch richtet sich an Interessierte aus Medienwissenschaft und Pädagogik, die auf der Suche nach aktuellen Forschungsbefunden zu den Konsequenzen kindlicher Nutzung elektronischer Medien sind und Konzepte zur Medienerziehung im schulischen Unterricht entwickeln. Der Autor belegt unter anderem, dass schulische Medienerziehung auch ein Baustein zur Verbesserung der schulischen Leistungsfähigkeit sein kann und diskutiert seine Befunde vor dem Hintergrund der Forschung zum Thema „Mediennutzung und Schulleistung.“


Erscheint in Kürze: Eckert. Das Bulletin 09/ Sommer 2011

ISSN 2191-0774

In diesem Heft finden Sie unter anderem eine ausführliche Berichterstattung über den offiziellen Festakt zur Aufnahme des GEI in die Leibniz-Gemeinschaft.

Unsere halbjährlich erscheinende Informationsbroschüre "Eckert. Das Bulletin" will die Ereignisse in unserem und um unser Institut auf anschauliche Weise der - nicht nur wissenschaftlichen - Öffentlichkeit und vor allem auch den Medien nahe bringen. Wir möchten Sie kontinuierlich über die Forschungsvorhaben in den verschiedenen Arbeitsbereichen und über bereichsübergreifende Projekte informieren. Dem Bulletin können Sie auch entnehmen, wie sich das Georg-Eckert-Institut aktuellen wissenschafts- und bildungspolitischen Fragen stellt.  

  • Der Bezug ist unentgeltlich.

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