Newsletter Oktober 2010

Internationale Konferenz zu Israel und Palästina

„Education and Conflict: Perspectives from Israel/Palestine“ war das Thema einer Konferenz am 6. und 7. Oktober  im Georg-Eckert-Institut. Experten aus Israel, Kanada, den USA und Deutschland widmeten sich in sechs Panels den Themen: „Education in the PNA“, „History Education in Israel“, „Arab Education in Israel: Issues and Challenges“, „Comparing Educational Sectors in Israel“ und „Peace Education Revisited“. Ein spezielles Panel zum Abschluss der Veranstaltung richtete den Blick auf die Zukunft der Bildungspolitik Israels und ihre Implikationen für Israelis und israelische Palästinenser.

Zusätzliche Aktualität gewann die Konferenz vor dem Hintergrund des kürzlich erfolgten Verbots des vom Peace Research Institute in the Middle East (PRIME) erarbeiteten Geschichtsbuches „Learning Each Other’s Historical Narrative“ durch das israelische Bildungsministerium. Das Georg-Eckert-Institut hat dieses Projekt viele Jahre lang begleitet.


Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung auf dem Historikertag in Berlin

Auf dem 48. Deutschen Historikertag, der vom 28. September bis 1. Oktober an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfand, war das GEI mit einer Sektionen und mehreren Einzelvorträgen vertreten. Am Mittwoch, dem 29. September, leiteten die Direktorin des Instituts, Prof. Dr. Simone Lässig, und ihr Stellvertreter Prof. Dr. Eckhardt Fuchs eine Sektion zum Thema „Entgrenzungen (nationaler) Geschichte und Erinnerung: Historische Deutungskonflikte und Aussöhnung im Spannungsfeld von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik.

Im Rahmen der Sektion „Geschichte Europas Online. Internet-Portale zur Forschung und Lehre“ stellte Frau Prof. Dr. Lässig die Internet-Edition EurViews und das Informations- und Kommunikationsportal für die internationale Bildungsmedienforschung Edumeres vor.

Dr. Susanne Grindel nahm an der Sektion „Grenzziehungen. Projektionen nationaler Identität auf Migranten in europäischen Städten nach 1945“ teil. Sie sprach zum Thema „Banlieue und Nation. Jugendliche Migranten in französischen Großstädten“.

Am letzten Veranstaltungstag kommentierte Prof. Dr. Eckhardt Fuchs die Vorträge in der Sektion „Die Darstellung von Grenzen und Grenzen ihrer Darstellung. Karten in Ostmitteleuropa als Medium von Geschichtskultur und Geschichtspolitik“.

  • Kontakt: Verena Radkau, M.A.

Zweite internationale Sommerschule im Georg-Eckert-Institut

Vom 23.8. - 27.8.2010 richtete das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung zum zweiten Mal nach 2008 eine Sommerschule für NachwuchswissenschaftlerInnen aus aller Welt aus.

Elf  TeilnehmerInnen aus zehn verschiedenen Nationen und fünf Kontinenten repräsentierten nicht nur ganz hervorragend  das Thema der diesjährigen Veranstaltung „Textbooks and Beyond: Educational Media in Global Contexts“, sondern diskutierten an vier Tagen mit renommierten ExpertInnen und den GEI-NachwuchswissenschaftlerInnen  ihre Dissertationsprojekte im Rahmen von Vorträgen und Workshops. Ein Tagesausflug nach Berlin mit vielen neuen Eindrücken rundete das Programm der Sommerschule ab.


Dialog-Preis für Prof. Dr. Klaus Zernack

Für seine besonderen Beiträge zur Verständigung zwischen Deutschland und Polen zeichnet der Bundesverband Deutsch-Polnischer Gesellschaften den deutschen Osteuropaforscher Prof. Dr. Klaus Zernack mit dem DIALOG-Preis aus. Der DIALOG-Preis wird am 5. November 2010 auf dem Jahreskongress der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Kiel von der Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Rita Süssmuth übergeben.

In der Begründung des Verbandsvorstandes und des Kuratoriums wird angeführt, Klaus Zernack habe mit seiner Arbeit innerhalb der deutschen Osteuropaforschung den Weg von einer nationalen zu einer multinationalen Geschichtsschreibung betreten und wichtige Bildungsgrundlagen für ein gemeinsames europäisches Geschichtsverständnis geschaffen. Insbesondere habe er sich durch sein Wirken in der Gemeinsamen deutsch-polnischen Schulbuchkommission, deren Vorsitzender er von 1987 bis 2000 war, um ein differenziertes Bild der über tausendjährigen deutsch-polnischen Beziehungen verdient gemacht.

Das Georg-Eckert-Institut gratuliert Professor Zernack herzlich zur Verleihung des DIALOG-Preises.


Das Projekt „1001 Idee“ auf dem Deutschen Orientalistentag in Marburg vom 20.-24. September

Vom 20. bis 24. September 2010 fand der 31. Deutsche Orientalistentag nach 60 Jahren erstmals wieder in Marburg statt.

Unter dem Motto „Spiegelungen – Projektionen – Reflexionen“ bot der Deutsche Orientalistentag mehr als 680 Teilnehmern aus der ganzen Welt ein Forum, um neueste Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen vorzustellen und zu diskutieren. Die GEI-Mitarbeiterinnen Inse Böhmig und Ayse Almila Akca stellten hier unter dem Titel „Angewandte Islamforschung: Das Projekt 1001 Idee für den Unterricht über muslimische Kulturen und Geschichte(n)“ vor. Sie legten dar, wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Islamforschung im Bildungskontext fruchtbar gemacht werden können und erläuterten Hintergrund, Ziele und Aktivitäten ihres Projektes. Zudem präsentierten Frau Böhmig und Frau Akca praxisbezogene Unterrichtsideen zu „Mohammed“ und „In fremder Erde?“ und zeigten Perspektiven für einen konstruktiven Austausch zwischen Wissenschaft und bildungspolitischen Entscheidungsträgern auf.

  • Kontakt: Inse Böhmig

Das zweihundertste Geschichtsschulbuch ist online

Im Rahmen des Projekts GEI-Digital sind mittlerweile die ersten zweihundert historischen Geschichtsschulbücher aus der Epoche des deutschen Kaiserreichs (1871-1918) für Wissenschaft und Öffentlichkeit online verfügbar.

Ziel des Gesamtprojekts GEI-Digital ist, alle in deutschen Bibliotheken noch vorhandenen Lehrwerke vom 17. Jahrhundert bis zum Ende des Nationalsozialismus zusammenzuführen, formal und inhaltlich zu erschließen und im Volltext zur Verfügung zu stellen.

Innerhalb des Teilprojekts zur Digitalisierung der Geschichtsschulbücher aus der Kaiserzeit  liegt in der Anfangsphase der Schwerpunkt auf den oberen Klassen der höheren Lehranstalten. Anschließend werden in den kommenden Monaten die Geschichtsschulbücher für die Lehrerbildungsanstalten folgen.

Für die nächsten 24 Monate ist geplant, die Geschichtsschulbuchbestände der übrigen Schulformen und der unteren Klassen sukzessive zu digitalisieren.

  • Kontakt: Robert Strötgen

Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung vergibt zum fünften Mal das Robert-Hermann-Tenbrock-Stipendium

Das Stipendium wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Schulbuchautorinnen und –autoren des In- und Auslandes gewährt, die in der internationalen Schulbuchforschung bzw. an der Neukonzeption von Lehrmaterial auf den Gebieten Geschichte, Geographie oder Sozialwissenschaften arbeiten.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Ausschreibung liegt auf dem Themenfeld „Europa“. Besonders willkommen sind Anträge, die sich mit

  • Mustern europäischer Identitätskonstruktionen
  • Identitätskonstruktionen im Hinblick auf Inklusion und Exklusion / Grenzbildungen oder
  • der Behandlung von Diversität / „Diversity education“

befassen. Auch Arbeiten zur Außensicht auf „Europa“ sind erwünscht.

Das Stipendium dient einem Forschungsaufenthalt am Georg-Eckert-Institut im Jahre 2011. Es wird für maximal zwei Monate in Höhe von 1500,- € pro Monat einschließlich kostenloser Unterkunft im Gästehaus des Instituts und Übernahme der Reisekosten vergeben.

Bewerbungen mit beruflichem Werdegang und einer detaillierten Projektskizze sind vorzugsweise in elektronischer Form unter dem Betreff „Tenbrock-Stipendium“ bis zum 31. Oktober 2010 zu richten an die
Direktorin des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung
Celler Straße 3
D- 38114 Braunschweig
E-Mail: sekretariat@remove-this.gei.de


Neuerscheinungen


Alexandra Budke: Und der Zukunft abgewandt - Ideologische Erziehung im Geographieunterricht der DDR.

Göttingen: V&R unipress, 2010. 409 S.
ISBN 978-3-89971-627-6


Seit dem Ende der DDR, das den Zusammenbruch des Ostblocks und damit die Beendigung des »Kalten Kriegs« einleitete, wird verstärkt versucht, das Wesen dieses Staates zu definieren und damit seine Folgen auf wirtschaftlicher, sozialer, psychologischer und bildungspolitischer Ebene zu verstehen und einzuordnen.

Alexandra Budke analysiert in diesem Band das Schulfach Geographie, das neben der Staatsbürgerkunde und der Geschichte ein zentrales Fach war und in dem die in den Lehrplänen definierte »staatsbürgerliche, weltanschauliche oder ideologische Erziehung« auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus stattfinden sollte. Sie klärt, inwiefern Geographieunterricht in der DDR genutzt wurde, um geopolitische Interessen des Staates zu kommunizieren und zu verbreiten. Damit lässt sich durch die detaillierte Analyse des Fachunterrichts auch die Frage beantworten, ob SchülerInnen im Unterricht politisch manipuliert wurden und welche Handlungsmöglichkeiten die zentralen Akteure des Unterrichts, die LehrerInnen und die SchülerInnen, im Rahmen der durch die Bildungspolitik gesetzten curricularen Vorgaben wahrgenommen haben


Eckert. Das Bulletin 07

Sommer 2010-10-07, ISSN 2191-0774

Unsere halbjährlich erscheinende Informationsbroschüre "Eckert. Das Bulletin" will die Ereignisse in unserem und um unser Institut auf anschauliche Weise der - nicht nur wissenschaftlichen - Öffentlichkeit und vor allem auch den Medien nahe bringen. Wir möchten Sie kontinuierlich über die Forschungsvorhaben in den verschiedenen Arbeitsbereichen und über bereichsübergreifende Projekte informieren. Dem Bulletin können Sie auch entnehmen, wie sich das Georg-Eckert-Institut aktuellen wissenschafts- und bildungspolitischen Fragen stellt.
Der Bezug ist unentgeltlich.