Lernkultur im Wandel: Digitale Offensive an niedersächsischen Schulen

Neues Forschungsprojekt untersucht Auswirkung der Digitalisierung auf niedersächsische Schulen.

Das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte interdisziplinäre Projekt „Lernkultur im digitalen Wandel. Ethnographische Studien zu Schule und Unterricht (LernDiWa)“ startet im Februar am Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI). Zusammen mit dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Göttingen beobachten vier Wissenschaftlerinnen über zwei Jahre, wie sich das Unterrichtsleben unter dem Einfluss der Nutzung digitaler und analoger Medien an einer Integrierten Gesamtschule gestaltet.

„Die tiefgreifenden Veränderungen für Schule und Unterricht, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, stellen ein viel diskutiertes Thema dar und sind vor allem von good practice-Beispielen oder Schreckensszenarien geprägt“, so Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist, Bildungsmedienforscherin am GEI. Vor diesem Hintergrund erscheint die Dringlichkeit einer wissenschaftlichen Studie, welche den Wandel im Alltag von Unterricht in einer digital vernetzen Welt beobachtet, umso höher. „Die Unterrichtsforschung hat sich bisher noch wenig dafür interessiert, wie sich die alltägliche Arbeit im Unterricht in Ko-Existenz alter und neuer Medien gestaltet“, so Prof. Dr. Kerstin Rabenstein von der Universität Göttingen. 

Die vier am LernDiWa-Projekt beteiligten Forscherinnen Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist, Dr. Annekatrin Bock (Medienwissenschaftlerin am Georg-Eckert-Institut und der Georg-August-Universität Göttingen), Prof. Dr. Kerstin Rabenstein (Schulforscherin an der Georg-August-Universität Göttingen) und Dr. Nadine Wagener-Böck (Kulturanthropologin am Georg-Eckert-Institut) verbinden mit ihrer Forschungsarbeit erstmals medienwissenschaftliche und unterrichtsbezogene Ansätze in der Kulturwissenschaft.

Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage: Wie verändert sich die Lernkultur in einer digital vernetzten Welt?

Das Forschungsprojekt begreift das Verhältnis von Menschen und Medien als ein wechselseitiges und konzentriert sich bei seinen Untersuchungen auf den Wandel, der sich im schulischen und unterrichtlichen Alltag mit und durch digitale Medien ereignet. Ziel der Wissenschaftlerinnen ist es, die alltäglichen „digitalen Praktiken“ zu untersuchen, um Impulse für die künftige Integration digitaler Medien in die Schulpraxis generieren zu können.

Dazu wird eine Lerngruppe aus einer niedersächsischen Integrierten Gesamtschule in ihrer Arbeit mit digitalen Technologien begleitet. Basierend auf einem in einer Vorgängerstudie erprobten praxistheoretischen Lernkulturansatz erfolgt die Untersuchung digitaler Praktiken in der Organisation von Schule und Unterricht und wird auch mit den digitalen Praktiken in der Freizeit und den Familien der LehrerInnen und SchülerInnen in Zusammenhang gebracht. Zum vertieften Verständnis digitaler Praktiken und der dahinter liegenden Software werden teilnehmende Beobachtungen und Interviews aufeinander bezogen.

Langfristig strebt das LernDiWa-Projekt an, auf Basis einer gestaltungsorientierten Perspektive erfolgreiche Interventionen zu entwickeln und damit praxisnahe Empfehlungen für die Bildungspolitik und –praxis zu geben.

 

Weitere Informationen zum Projekt:
http://www.gei.de/abteilungen/mediale-transformationen/lernkultur-im-digitalen-wandel.html

https://www.uni-goettingen.de/de/435343.html

 

Kontakt:
Catrin Schoneville
Wissenschaftskommunikation
Georg-Eckert-Institut
Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Celler Straße 3 – 38114 Braunschweig
Tel. +49 (0)531 / 59099-504
mobil 0151 / 62842664