Menschenrechtsbildung in Kroatien -
eine empirische Studie

Das UN-Weltprogramm für Menschenrechtsbildung (2005-2015) bildet den Rahmen einer empirischen Untersuchung zur Menschenrechtsbildung im formalen Bildungssystem Kroatiens. Umfassendes Ziel des Weltprogramms ist es, eine Kultur der Menschenrechte zu schaffen. Hierbei liegt in den ersten drei Jahren der Fokus auf dem Bereich formaler Bildung.

Der Forschungsschwerpunkt der Dissertation richtet sich auf den gemeinsamen Kern der verschiedenen Konzepte von Menschenrechtsbildung (Wissen, Einstellung und Handeln) sowie auf wichtige Faktoren, die bei der Umsetzung in der Schule zu beachten sind.

Ingesamt haben nur wenige Regierungen nationale Aktionspläne im Sinne der Vorgaben der Vereinten Nationen entwickelt und können auf dieser Basis Angaben über den Stand der Menschenrechtsbildung im eigenen Land machen. Ein weiterer Mangel betrifft die Evaluierung: Sowohl die Zwischenbilanz der UN-Dekade für Menschenrechtsbildung (2000) als auch der Aktionsplan des Weltprogramms (2005-2007) fordern eine Analyse des Status quo der Menschenrechtsbildung im Schulsystem. Die Untersuchung versucht  hier einen exemplarischen Beitrag zu leisten, indem sie quantitative und qualitative Daten zur Wirkung und Implementierung von Menschenrechtsbildung in der Schule bereitstellt und deren Stärken und Schwächen herausarbeitet. Die Studie wurde in Kroatien durchgeführt, einem Land mit einem sehr spezifischen sozio-politischen Kontext, aber auch mit relativ großer Erfahrung in Menschenrechtsbildung. Diese wurde Mitte der 1990er Jahre zunächst von internationalen Organisationen initiiert, um dann von kroatischen Akteuren über die Entwicklung eines Nationalprogramms, verstärkte Lehrerfortbildungen und die Erarbeitung eigener Materialien vorangetrieben zu werden.

In der Dissertation wird die Frage nach der Wirksamkeit von Menschenrechtsbildung in ausgewählten Klassen kroatischer Sekundarschulen gestellt. Dazu wurde die Zielgruppe, also die Schüler und Schülerinnen, nach ihrem Wissen, ihren Einstellungen und ihrem Engagement im Bereich von Menschenrechten befragt. Weitere Daten, die bei der Evaluierung von Menschenrechtsbildung nützlich sind, konnten durch qualitative Interviews mit den Akteuren, also NGO-Akteuren und Lehrern, erhoben werden. Die Ergebnisse der Studie müssen im Kontext der Nachkonfliktsituation und des politischen Wandels beurteilt werden, in dem sich die kroatische Gesellschaft befindet.

Die Arbeit wurde im Jahre 2010 abgeschlossen.

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