Südosteuropa als Geschichtsregion im westeuropäischen und südosteuropäischen Schulbuch

Von der historischen Fachwissenschaft ist Südosteuropa bzw. der Balkan als Geschichtsregion seit langem klar identifiziert worden. Wenn auch über die genaue Abgrenzung dieser Region immer wieder diskutiert wird, ihr selbständiges Profil durch die Epochen vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit (bzw. die Osmanische Ära) und das 19. und 20. Jahrhundert (die Zeit der Nationalstaatsbildung und -konsolidierung) steht außer Frage. Eine Durchsicht sowohl der westeuropäischen als auch der südosteuropäischen Schulbücher selbst dagegen ergibt, dass die historische Großregion Südosteuropa bzw. Balkan dort nicht adäquat repräsentiert wird. In westeuropäischen Schulbüchern erscheint dieser Teil Europas praktisch ausschließlich als Problemregion (Stichwort: Pulverfass). Im südosteuropäischen Schulbuch verschwindet die historische Großregion traditionell hinter der nationalstaatlichen Sichtweise, die erst in letzter Zeit in den Geschichtsschulbüchern der meisten Länder wenigstens um eine gesamteuropäische ergänzt worden ist.

Das Projekt "Südosteuropa als Geschichtsregion im westeuropäischen Schulbuch - Südosteuropa als Geschichtsregion im südosteuropäischen Schulbuch" setzte sich zum Ziel, mittels klassischer Schulbuchanalyse diese Sachlage genauer zu erfassen.

Bearbeiter

  • Andreas Helmedach

Veröffentlichung

  • Helmedach, Andreas (Hg.) (2007), Pulverfass, Powder Keg, Baril de Poudre? Südosteuropa  im europäischen Geschichtsbuch/South Eastern Europe in European History Textbooks. Hannover: Hahn (Studien zur internationalen Schulbuchforschung; 118)