Marcin Wiatr: Oberschlesien und sein kulturelles Erbe: Erinnerungspolitische Befunde, bildungspolitische Impulse und didaktische Innovationen

Mit der im September 2016 erschienenen Monographie „Oberschlesien und sein kulturelles Erbe – Erinnerungspolitische Befunde, bildungspolitische Impulse und didaktische Innovationen“ leistet Marcin Wiatr einen Beitrag zur Rekonstruktion, aber auch zur Versachlichung und Weiterentwicklung des seit 1989 in Polen geführten bildungspolitischen Diskurses über die Aufarbeitung und Aneignung des deutschen Kulturerbes. Im Zentrum steht »Oberschlesien« – einerseits als Gegenstand einer erinnerungspolitischen Untersuchung, andererseits als Schau-platz virulenter bildungspolitischer Entwicklungen. Ziel der Studie ist, der bildungspolitischen Debatte in Polen wie Deutschland eine verlässliche Basis zu geben, um (auch) deutsches Kulturerbe als Europäisierungsmoment der oberschlesischen Geschichte zu begreifen. Weiter will sie andeuten, mit welchen thematischen Zugängen Oberschlesien als ein multikulturell geprägter Erinnerungsort im Unterricht erfolgreich vermittelt werden kann. 

Die Monographie ist das Ergebnis eines gleichnamigen Forschungsprojektes, das im Zeitraum von 2011–2015 unter Beteiligung mehrerer Partner aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Zivilgesellschaft am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig realisiert wurde. Mehr zum Projekt und seinen Befunden unter http://www.gei.de/abteilungen/europa/europa-im-prisma-der-region/oberschlesien.html

Dr. Marcin Wiatr, geboren 1975 in Gleiwitz (Gliwice), studierte Germanistik, deutsche Geschichte, Erziehungs- und Übersetzungswissenschaften an den Universitäten Oppeln, Kiel und Krakau. Er promovierte über den oberschlesischen Politiker Wojciech Korfanty in literarischen und erinnerungspolitischen Diskursen der Zwischen- und Nachkriegszeit und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig. Hier forscht er u.a. zu bildungspolitischen Prozessen und Minderheitenfragen in ostmitteleuropäischen Grenzregionen.

Förderung:

  • Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Stiftung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit (SdpZ), Warschau