Namensgeber Georg Arnhold

Gemälde Georg Arnhold von Max Slevogt (1868-1932)
Gemälde Georg Arnhold von Max Slevogt (1868-1932)

Der Deutsche Georg Arnhold (1859-1926), Namensgeber und geistiger Vater der Gastprofessur am Georg-Eckert-Institut, wurde in Dessau geboren, der Heimat des Bauhauses in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit seinem Bruder war er Inhaber des Dresdner Bankhauses Gebrüder Arnhold. Die Familien-Bank stellte Kapital für aufsteigende Industrien, insbesondere im Brauwesen und im Keramik- und Porzellan-Sektor, zur Verfügung. Dies war ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsmodell und das Bankhaus Gebrüder Arnhold gehörte bis zu seiner „Arisierung“ in den Jahren 1935 bzw. 1938 zu den größten Privatbanken in Deutschland. 1931 hatte die Bank das traditionsreiche Bankhaus S. Bleichröder übernommen.

Max und Georg Arnhold verbanden ihren wirtschaftlichen Erfolg mit der Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft - Unternehmer- und Mäzenatentum gehörten für sie stets zusammen. Darüber hinaus traten sie mit verschiedenen Initiativen zur Förderung des Gemeinwohls und der sozialen Fürsorge in Erscheinung. In diesen Kontext gehörten unter anderem ein Pensionsfonds für ihre Angestellten und eine von Max Arnhold testamentarisch errichtete konfessionsübergreifende „Soziale Stiftung“. Diese unterstützte gemeinnützige Vereine, deren Zuwendungen unabhängig von Geschlecht, Religion, politischer Überzeugung und ethnischer Zugehörigkeit geleistet wurden – ein Sinnbild für den hohen Stellenwert, den Toleranz bis heute in der Familie genießt.  Die Arnholds engagierten sich auch für die Jugendhilfe, den Samariterbund, den Sächsischen Kunstverein, die Gemäldegalerie und unterstützten mit der Stiftung des Georg-Arnhold-Bades (1926) den Breitensport. Die Technische Hochschule Dresden förderten sie unter anderem über die Stiftung der Sächsischen Industrie.

Als überzeugter Pazifist unterstützte Georg Arnhold zudem die deutsche Friedensgesellschaft und setzte sich für die Esperantobewegung ein. Bekannt war Georg Arnhold mit den Friedensnobelpreisträgern Ludwig Quidde (1858-1941) und Bertha von Suttner (1843-1914). Bei Georg Arnhold zu Hause fanden außerdem Salon- und Vortragsabende mit  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Künstlerinnen und Künstlern wie Albert Einstein, Wassily Kandinsky, Walter Gropius und Gret Palucca statt. Nach seinem Tode 1926 übernahmen seine vier Söhne – Adolf, Heinrich, Hans und Kurt – gemeinschaftlich die Bankgeschäfte bis zur erzwungenen Aufgabe der Bank im Nationalsozialismus und die Übernahme durch die Dresdner Bank. Georg Arnholds Sohn Heinrich starb – nach vielen Auseinandersetzungen mit den Nationalsozialisten, 1935 im Alter von 50 Jahren.