Georg-Arnhold-Professur

Der fünfte Georg-Arnold-Gastprofessor: Giovanni Scotto

Giovanni Scotto ist Associate Professor für Kultursoziologie an der Universität Firenze, wo er als Direktor des BA-Studiengangs „Entwicklungs- und Konfliktmanagement-Studien“ fungierte. Derzeit lehrt er internationale Konflikttransformation, transformative Bildungsmethoden und Mediation. Zu seinen bisherigen Positionen gehören die Professur für Internationale Organisationen an der Universität Syracus, Florenz sowie eine Dozentur in der Abteilung für Friedensstudien an der Universität Bradford.

Giovanni Scotto promovierte in Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er war Associate Researcher am Berghof-Forschungszentrum für Konstruktives Konfliktmanagement in Berlin und lehrt an der Europäischen Friedensuniversität in Stadtschlaining, Österreich, der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Alice Salomon Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Berlin.

Seine akademischen Interessen umfassen Theorien von Konflikten, Konfliktlösung und –transformation, Friedensförderung und Nachkriegsrekonstruktion, Theorien und Praxis der Vermittlung, Theorie und Praxis des Konflikttransformationstrainings, Friedenserziehung sowie die Entwicklung von partizipativen, experimentellen Trainingsmethoden in der Wissenschaft. Neben seiner akademischen Tätigkeit arbeitete Giovanni Scotto auch intensiv mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in verschiedenen Bereichen wie Führung, Ausbildung, Beratung und Evaluation zusammen.

Forschungsschwerpunkt: Die Ausbildung von Pädagogen gewalttätigen Konflikten und humanitären Notfallsituationen: Modelle, lokale Erfahrungen und Hybridität

In seiner Forschung untersucht Giovanni Scotto, wie die Ausbildung für Pädagogen, die in gewaltsamen Konflikten und humanitären Notfällen unterrichten, besser verstanden, zugänglich gemacht und verbessert werden kann. Seine Ziele sind die Entwicklung von Potentialen der AusbilderInnen sowie die Stärkung des Bildungssektors der Friedensförderung. Die Verbesserung dieser Dimensionen des Lehrberufs macht eine bessere Befähigung wahrscheinlich, Bildung für nachhaltigen Frieden in Kontexten von gewaltsamen Konflikten zu gewährleisten. Das Projekt, das Giovanni Scotto am GEI durchführen wird, beabsichtigt eine Forschungslücke zu schließen. Auch wenn bereits eine Reihe von Fallstudien zur Verfügung stehen, gibt es nur wenige systematische Untersuchungen zu beruflichen Bedürfnissen und Potentialen der Friedensförderung unter LehrerInnen und PädagogInnen, die sich in Gebieten engagieren, die durch gewaltsame Auseinandersetzungen geprägt sind. Neben einer quantitativen Befragung zu Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, die diesen in gewaltsamen Konflikten zur Verfügung stehen, werden zwei qualitative Fallstudien durchgeführt. Seinen Forschungsaufenthalt am GEI wird Giovanni Scotto dazu nutzen, eine eingehende Analyse des Potentials zur Friedensförderung von Lehrpersonen in gewaltsamen Konflikten zu verfassen. Seine Studie zielt darauf ab, das theoretische Verständnis der Rolle von Bildung in Prozessen der Friedensförderung voranzutreiben und zur Erziehung für nachhaltigen Frieden in Konfliktgebieten beizutragen. Dabei sucht die Studie Erkenntnisse aus der Bildung in humanitären Notsituationen mit dem theoretischen Konzept des "hybriden Friedens" zu verknüpfen und damit zu einem "elicitive peacebuilding"-Ansatz für die Erziehung und Bildung für einen nachhaltigen Frieden beizutragen.

Giovanni Scotto wird von März bis August 2017 als fünfter Georg-Arnhold-Gastprofessor am GEI sein.

Georg-Arnhold-Gastprofessorinnen und Gastprofessoren am GEI

  • Sergey Rumyansev, South Caucasus Open School in Tiflis, Georgien, (2015/16)
  • Susan Shepler, School of International Service, American University, USA (2015)
  • Kenneth Omeje, John and Elnora Ferguson Centre for African Studies, University of Bradford,  Großbritannien (2014)
  • M. Ayaz Naseem, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Concordia University, Kanada (2013/2014)

Kontakt

Wendy Anne Kopisch und Katharina Baier
Koordinatorinnen des Georg-Arnhold-Programms/­Publikationen und Internationales
Außenstelle B0.09 und B0.03
Telefonnummer: +49 531 59099-274
E-Mailadresse: arnhold@remove-this.gei.de