Georg-Arnhold-Professur 2015: Susan Shepler

Die dritte Georg-Arnold-Gastprofessorin: Susan Shepler

Susan Shepler kam vom Mai bis August 2015 als dritte Georg-Arnhold-Gastprofessorin an das Georg-Eckert-Institut. Sie ist Professorin für Internationalen Frieden und Konfliktresolution an der School of International Service der American University in Washington, DC. Von 2013 bis 2014 verbrachte sie ein Jahr als Fulbright-Gastprofessorin am Centre for Conflict Management and Peace Studies an der University of Jos in Nigeria.

Dr. Shepler besitzt einen Doktor in Sozialen und Kulturellen Studien in Erziehungswissenschaften und einen Master in Mathematik der University of California in Berkeley und einen Bachelor in Mathematik der University of California in Santa Cruz.

Zu Dr. Sheplers Forschungsinteressen zählen Jugend und Konflikt, die Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten, Postkonflikt Rekonstruktion, Flüchtlinge, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung, Nichtregierungsorganisationen und Globalisierung, Transitional Justice und Kindheitsstudien. Zusätzlich zu ihrer akademischen Arbeit hat Dr. Shepler Forschung für UNICEF, das International Rescue Committee und die Nichtregierungsorganisation Search for Common Ground betrieben. Ihre Veröffentlichungen sind im Journal of Modern African Studies, Africa Today, Anthropology Today und dem Journal of Human Rights erschienen. Ihr Buch zur Reintegration von ehemaligen Kindersoldaten in Sierra Leone, Childhood Deployed: Remaking Child Soldiers in Sierra Leone, wurde 2014 von der New York University Press veröffentlicht.

Zu Dr. Sheplers Forschungsschwerpunkt „Lehrerinnen und Lehrer, Erinnerung und Transitional Justice in den Postkonflikt-Staaten Sierra Leone und Liberia“ am Georg Eckert Institut:

„Ich interessiere mich für Lehrerinnen und Lehrer, Erinnerung und Transitional Justice. Insbesondere dafür, wie Lehrerinnen und Lehrer über vergangene Kriege in ihren Klassen sprechen und warum. Es gibt verschiedene Lehrplan- und Schulbuchinitiativen, die nationale Prozesse zur Aufarbeitung von vergangener Gewalt unterstützen, die oft den politischen Zielen der Sieger dienen und die manchmal von internationalen Institutionen unterstützt werden, die sich im Bereich Transitional Justice engagieren. Ich interessiere mich dafür, wie und warum Lehrerinnen und Lehrer diese offiziellen Bemühungen in ihrer Unterrichtspraxis aufgreifen oder untergraben. Auch wenn dieser Ansatz breit angelegt ist, untersuche ich zwei Fälle im Besonderen: Sierra Leone und Liberia. Jedes dieser Länder hat einen verheerenden Bürgerkrieg während der 1990er bis ins 21. Jahrhundert erlebt und jedes kämpft damit, ein zerschlagenes Bildungssystem wieder aufzubauen. Darüber hinaus hat jedes Land Erfahrungen mit Transitional-Justice-Initiativen in der Postkonflikt-Phase: Wahrheits- und Versöhnungskommissionen (TRCs) in beiden und ein Kriegstribunal, den Special Court for Sierra Leone (SCSL). Obwohl das jeweilige Bildungsministerium versucht hat, gefördert von UNICEF, Friedensbildung durch Revisionsprozesse von Lehrplänen aufzunehmen, haben diese Bemühungen augenscheinlich die Mehrheit unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer noch nicht erreicht. Meine Forschung will helfen zu verstehen, welche Perspektiven den Umgang der Lehrerinnen und Lehrern mit vergangenen Konflikten im Klassenzimmer prägen und vielleicht dazu beitragen, dass Politiker ihre Initiativen zur Friedensbildung besser implementieren können."