Georg-Arnhold-Professur 2019: Bassel Akar

Der achte Georg-Arnold-Gastprofessor: Bassel Akar

Dr. Bassel Akar ist Associate Professor of Education und Direktor des Center for Applied Research in Education an der Notre Dame University - Louaize, Libanon. Seine Forschung beschäftigt sich mit dem Lernen und Lehren für eine aktives bürgerliches Engagement (citizeship education) im libanesischen Kontext und anderer von bewaffneten Konflikten betroffener Orte. Ein Anliegen seiner Forschung ist es darüber hinaus, junge Menschen durch partizipative Forschungsmethoden einzubeziehen und zu stärken. Über Projekte zur Staatsbürgerschaftserziehung leitete Dr. Akar Forschungsprojekte, die Bildungsprogramme für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und in Jordanien (formal, non-formal, frühe Kindheit) untersuchen, Debatten über Ansätze zur Geschichtsbildung erforschen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in öffentlichen Schulen untersuchen. Aktuelle Publikationen Dr. Akars zum Thema sind: “Reframing approaches to narrating young people’s conceptualisations of citizenship in education research” in Compare: A Journal of Comparative and International Education (2017); “Influences of nationalisms on citizenship education: revealing a ‘dark side’ in Lebanon” in Nations and Nationalism (2017) sowie ein Kapitel zu: “An Emerging Framework for Providing Education to Syrian Refugee Children in Lebanon” in Syrian Refugee Children in the Middle East and Europe (2018).

Dr. Akars Forschung am GEI: Politische Bildung im Libanon

„Meine Forschung zur politischen Bildung (citizenship education) konzentriert sich besonders auf konfliktbehaftete Gebiete, insbesondere den Libanon. Viele der Herausforderungen und Grenzen, der sich das Lehren und Lernen politischer Bildung, vor allem in Post-Konfliktgebieten, wie dem Libanon, gegenübersehen, lassen sich auf zögerliche curriculare Reformen und pädagogische Kulturen zurückzuführen, die eher nach Wissensreproduktion als nach gemeinsamer Konstruktion streben. In jüngster Zeit hat die Forschung zur politischen Bildung jedoch eine neue Richtung eingeschlagen, indem sie best practice-Erfahrungen der Lehrerinnen und Lehrer im Klassenzimmer als Methode zur Entwicklung neuer Ansätze für die Entwicklung kritischer Pädagogiken einbezieht. In meinem Projekt werde ich die Erfahrungen ausgewählter hochrangiger Staatskundelehrerinnen und -lehrer im Libanon sowie ihre Unterrichtsmaterialien, die sie entwickelt und eingesetzt haben, untersuchen. Ziel des Projekts ist es, durch die Dokumentation und Analyse der kritischen und dialogischen Lernerfahrungen von Schülerinnen und Schülern sowie die Untersuchung der Materialien, die die Lehrerinnen und Lehrer nach der Neugestaltung des nationalen Lehrplans im Libanon entwickelt haben, eine neue Theorie des Wandels im Bereich der Bildung für die Entwicklung nach Konflikten fördern.“

Dr. Akar wird von Juni bis Juli 2019 am GEI sein.