Internationale Georg Arnhold Summer School

Bildung in humanitären Notsituationen

Theorien und Methoden – Curricula und Bildungsmedien – LehrerInnen- und Ausbildung von Lehrpersonen

Braunschweig, Deutschland
24.07.-28.07.2017

Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung lädt zur vierten internationalen Georg-Arnhold-Sommerschule ein, die vom 24. bis zum 28. Juli 2017 in Braunschweig stattfindet.

Die Sommerschule richtet sich an junge WissenschaftlerInnen, ExpertInnen und PraktikerInnen, die sich in Forschung und Arbeit kritisch mit dem Thema Bildung in humanitären Notsituationen „Education in Emergencies“ (EiE) auseinandersetzen. Dabei sollen sowohl Theorien und Methoden, Curricula und Bildungsmedien als auch die Rolle und Ausbildung von Lehrkräften im Bereich der Bildung in humanitären Notsituationen diskutiert werden. Im Fokus stehen alle Bildungsstufen sowie formale und nicht-formale pädagogische Praktiken.

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, dessen sich Millionen von Kindern und jungen Erwachsenen auf der ganzen Welt sich aufgrund von Naturkatastrophen und durch Menschen verursachte Notlagen, wie Umweltkatastrophen und Krieg, dessen beraubt finden. Nicht erst jüngste Ereignisse, wie die derzeitige Flüchtlingskrise, ausgelöst durch den Krieg in Syrien, haben auf internationaler Ebene zu einem wachsenden Bewusstsein dafür geführt, wie wichtig es ist sicherzustellen, dass dieses grundlegende Menschenrecht eingehalten wird. Entsprechend ist Bildung inzwischen zunehmend Bestandteil humanitärer Reaktionen auf Notsituationen und damit auch Gegenstand eines aufstrebenden und schnell wachsenden Forschungsfeldes.
Aktuelle Forschung im Bereich Bildung in humanitären Notsituationen beschäftigt sich unter anderem mit Fragen nach dem Zugang zu Bildung, mit Curricula und Bildungsmedien, mit der Ausbildung von Lehrpersonal, wirtschaftlichen Faktoren und der Finanzierung von Bildungsprogrammen, aber auch mit dem Verhältnis zwischen lokaler Bevölkerung und internationalen Akteuren. Während in diesem Forschungsfeld und in der Praxis bereits bedeutende Erfolge erzielt wurden, bleiben dennoch weiterhin viele Fragen offen und unzureichend erforscht.

Die GEI lädt daher originäre Beiträge ein, die sich z.B. in Fallstudien und Beispielanalysen zu verschiedensten Kontexten, theoretisch oder methodisch innovativ mit Fragen und Herausforderungen der Bildung in humanitären Notsituationen befassen.
Folgende Aspekte und Fragen mögen als Ideengeber der Beitrage dienen; die Themen der Summer School sind jedoch nicht auf diese beschränkt:

Theorien und Methoden der Bildung in humanitären Notsituationen
Mit welchen Theorien lassen sich Forschungsergebnisse auf unterschiedliche Kontexte übertragen? Wie lassen sich ethische Fragen, wie z.B. eine eurozentrische Perspektive auf Konflikte, humanitäre Hilfe und Bildung in Notsituationen adressieren und kritisch untersuchen? Welchen Methoden sind für Erforschung und Evaluierung von EiE-Programmen oder -Materialien besonders geeignet?

Curricula und Bildungsmedien
Wer hat Zugang zu formalen oder nicht-formalen EiE-Programmen und wie werden diese umgesetzt? Welche Inhalte haben Curricula für Bildung in humanitären Notsituationen, wie werden sie entwickelt und von wem? Welches Potenzial haben neue Bildungsmedien bzw. Bildungstechnologien für EiE?

Lehrerpersonen und Ausbildung von Lehrenden
Wer bildet LehrerInnen für die Bildungsarbeit in humanitären Notsituationen aus und wie? Welche LehrerInnen-Ausbildung ist für diesen Kontext geeignet? Wie lässt sich die Qualifikation von SchülerInnen oder Lehrpersonen validieren? Welche Rolle spielt Freiwilligenarbeit in EiE?

Die einwöchige Summer School wird ein interdisziplinäres und internationales Forum bieten, das es den TeilnehmerInnen ermöglicht, Ideen, Fragen, Methoden, Erkenntnisse und ihre Auswirkungen zu diskutieren und kritisch zu reflektieren. Das akademische Programm der Sommerschule umfasst Vorträge und Workshops renommierter ExpertInnen, die es den TeilnehmerInnenn ermöglichen, ihre Forschungsperspektiven zu erweitern und ihre methodischen Kompetenzen zu verbessern.

Bewrerbung

Die Sommerschule richtet sich vor allem an DoktorandInnen und PostdoktorandInnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, insbesondere Bildung, Geschichte, Politikwissenschaften, Soziologie, Recht, Anthropologie und Psychologie. PraktikerInnen, die in den relevanten Bereichen z.B. für internationale Organisationen oder NGOs tätig sind, können sich ebenfalls bewerben. Bewerbungen von Studierenden, die an einem Master-Programm teilnehmen und AbsolventInnen mit einem Master-Abschluss werden in Ausnahmefällen berücksichtigt.
 
Die GEI fordert geeignete Bewerber auf, ein Abstract von max. einer Seiten Länge, zusammen mit einem Lebenslauf, einer Publikationsliste (falls vorhanden) und dem ausgefüllten Bewerbungsformular, das in der Seitenleiste heruntergeladen werden kann, einzureichen.

Die Bewerbung soll elektronisch erfolgen. Alle Dokumente müssen im PDF-Format vorliegen und die gesamte Dateigröße darf 3 MB (Dateiname: Nachname, Vorname) nicht überschreiten. Bewerbungen senden Sie bitte an summerschool@gei.de mit der Betreffzeile "Arnhold Summer School 2017".

Anmeldeschluss ist der 1. April 2017. Erfolgreiche BewerberInnen werden bis Ende April 2017 benachrichtigt. Entwürfe der jeweiligen Vorträge sollen bis zum 13. Juli 2017 an alle TeilnehmerInnen zirkuliert werden.

Das GEI plant, Beiträge der Sommerschule zu veröffentlichen und ermuntert alle TeilnehmerInnen und ExpertInnen, ihre Beiträge zur Veröffentlichung auf Grundlage ihrer Präsentationen einzureichen. Die jeweilige Präsentation sollte daher vor dem Beginn der Sommerschule als Entwurf vorgelegt werden.

Die Arbeitssprache der Sommerschule ist Englisch. Es fallen keinerlei Anmeldegebühren an. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden für alle TeilnehmerInnen übernommen.

Internationale Georg Arnhold Summer Schools am GEI

2016: Human Rights Education in Secondary School Settings

2015: Transitional Justice and Education

2014: Teaching and Learning About the Past in the Aftermath of (Civil) War and Mass Violence

Denise Bentrovato, Karina V. Korostelina, Martina Schulze (Ed.): History Can Bite. History Education in Divided and Postwar Societies. V&R unipress, 2016.  (ISBN 978-3-8471-0608-1)

 

Kontakt

Wendy Anne Kopisch und Katharina Baier
Koordinatorinnen des Georg-Arnhold-Programms/­Publikationen und Internationales
Außenstelle B0.09 und B0.03
Telefonnummer: +49 531 59099-274
E-Mailadresse: arnhold@remove-this.gei.de