Osteuropa-Stipendienprogramm auf Basis
der Förderung durch die Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung

Das dank der Zuwendung der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung geschaffene Stipendienprogramm ermöglichte es dem GEI, GastwissenschaftlerInnen aus der Ukraine und benachbarten Ländern Ost-/Mitteleuropas mit einem Stipendium für einen Forschungsaufenthalt am GEI zu fördern. Das GEI ist traditionell stark auf diese Region ausgerichtet und zeichnet sich durch eine über Jahrzehnte gewachsene Osteuropa-Expertise aus. Diese ist insbesondere in der Abteilung „Europa. Narrative, Bilder, Räume“ versammelt, weshalb diese Abteilung das in Rede stehende Programm federführend betreut.

Die Auswahl der Gastwissenschaftlerinnen, die sich mit einem ausführlichen Bewerbungsschreiben mit CV, Publikationsliste und Beschreibung des Forschungsprojektes an das GEI gewandt hatten, wurde von einem Auswahlgremium des GEI vorgenommen. Formale Voraussetzung für die Bewerbung war ein bereits erfolgter akademischer Abschluss.

Folgenden Personen wurde mit angeführtem Forschungsthema ein Stipendium zugeteilt:

Dr. Maya Razmadze (Georgien): Erarbeitung des Schulbuchentwurfs für Sozialkunde “Ich und Gesellschaft”

Vilnis Purens (Lettland): Formation of Competences in History Studies

Dr. Satenik Mkrtchyan (Armenien): School construction of citizenship and ethnicity in Post Soviet (Post Communist) space: ABC books in focus

Maria Chorolskaja (Russland): Die Gestalt der DDR in modernen deutschen Lehrbüchern. Recherchen für die Doktorarbeit "Deutschland nach der Wiedervereinigung: Erfolge und Widersprüche des Integrationsprozesses"

Dr. Kaarel Haav (Estland): Improvement of textbooks for democratic citizens

Sergeii Koniukhov (Ukraine): The peculiarities of presenting the history of Ukraine and Europe in the national textbooks

Oleksandr Androshchuk (Ukraine): Writing the Regions: historical textbooks and construction of regional and ethnic identities in Ukraine, Poland and Russia

Dr. Tea Karchava (Georgien): How Main Concepts of History and Social studies Curricula are reflected in Narratives and Images in European Textbooks

Dr. Polina Verbytska (Ukraine): From War to Peace. History didactic assets in strengthening of dialogue and mutual understanding in Ukraine

Denis Larionov (Weißrussland): Representation of Catholicism in the Russian and Belarusian school textbooks on history

Prof. Dr. Sergiu Musteata (Moldawien): Education for Sustainable Peace through History Textbooks in the Neighbor Countries - Moldova, Ukraine and Romania

Dr. Mikayel Zolyan (Armenien): How to teach about the fall of Communism: the break-up of the USSR in the history textbooks in post-Soviet Armenia

Dr. Katarzyna Ferszt-Pilat (Polen): Cultural Knowledge in Educational Media. A Comparative Analysis of Poland, Germany, and Belarus as Societies with Different Multicultural Experiences

Dr. Katarzyna Jarosz (Polen): Ideology and History. Textbooks as a Tool of Building National Identities in Central Asia

Dr. Marharyta Fabrykant (Weißrussland): Narratives of the Great War in European History Textbooks: Mapping the Space of Experience

Dr. Adelina Stefarta (Moldawien): Migration and Education. EU and Moldova’s Experiences and Comparative Analysis

Bernadett Szalai (Ukraine): Utilizing the methodology of German-French textbook reconciliation in the comparative analysis of Eastern-European history textbooks

Prof. Dr. Elene Medzmariashvili (Georgien): New Themes in History Textbooks (Publications of 2004-2016)

Die beiden Möllgaard-Stipendiatinnen Dr. Maya Razmadze (Dritte v. l.) und Prof. Dr. Elene Medzmariashvili (Fünfte v. l.) bringen die Ergebnisse ihres Forschungsaufenthaltes ein. Tagung "Sozialkundeunterricht in Deutschland und Georgien. Dialog zu einem entstehenden georgischen Schulbuch" in Tiflis am 19.-20. Juni 2017

Die Stipendien ermöglichten es diesen GastwissenschaftlerInnen, ihre aktuellen und meist auch gesellschaftlich relevanten Forschungen insbesondere zur Bedeutung von Geschichte, Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik für gegenwärtige Prozesse des nation building, des Umgangs mit vergangenen Konflikten und kultureller Identitätsbildung in den Ländern Ost-/Mitteleuropas am GEI durchzuführen. Dazu konnten sie die Schulbuchsammlung und die Sammlung wissenschaftlicher Forschungsliteratur der Bibliothek des GEI nutzen und erfuhren eine intensive bibliothekarische Betreuung durch die Mitarbeiterinnen der Bibliothek. Die bearbeiteten Themen der Gastwissenschaftlerinnen bezogen sich – jeweils heruntergebrochen auf die Heimatregion – auf folgende Forschungsfelder:

  • Umgang mit sozialistischer Vergangenheit
  • europäische, ethnische und regionale Identitäten im Schulbuch
  • Kompetenzvermittlung als Trend in der Geschichtsdidaktik
  • Religionsgeschichte als Teil des Geschichtsunterrichts
  • Friedenserziehung durch Geschichtsunterricht
  • Vermittlung des Endes des Kommunismus und der UdSSR im postsowjetischen Raum
  • Vermittlung kulturellen Wissens in schulischen Bildungsmedien in Gesellschaftlichen mit unterschiedlichen Erfahrungen von Multikulturalität
  • Geschichtsschulbücher als Vehikel der Konstruktion nationaler Identitäten
  • Narrative des Ersten Weltkrieges in europäischen Geschichtsschulbüchern
  • Vergleichende Untersuchung zu Migration und Bildung
  • Methodologische Fruchtbarkeit und Übertragbarkeit der Arbeit der deutsch-französischen Schulbuchkommission
  • Thematische Innovationen in Geschichtsschulbüchern

Jedem Gastwissenschaftler und jeder Gastwissenschaftlerin war eine fachlich qualifizierte und in dem jeweiligen Forschungsthema ausgewiesene wissenschaftliche Ansprechperson zugeordnet. Damit war eine intensive wissenschaftliche Beratung und Betreuung durch das GEI gesichert. Außerdem konnten sich die StipendiatInnen in wissenschaftliche Diskussionen am GEI einbringen. So haben sie in Vorträgen im Rahmen eines eigens dafür organisierten Kolloquiums ihre jeweiligen Forschungsprojekte zur Diskussion gestellt und konnten von der wissenschaftlichen Expertise der MitarbeiterInnen des GEI profitieren. Umgekehrt gewann auch das GEI von den eingebrachten Ideen, dem Wissen und der Erfahrung der StipendiatInnen.

Das Programm wird 2018 fortgeführt.

Kontakt

Dr. Marcus Otto
Tel.: +49 (0)531 59099-298
E-Mail: fellowship@remove-this.gei.de