Konferenzen des Georg Arnhold Programs

 

Während der jährlich stattfindenden Konferenzen des Programms setzen sich junge Wissenschaftler*innen, akademische Expert*innen, Bildungsexpert*innen nationaler und internationaler Organisationen sowie politische Entscheidungträger*innen in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit relevanten Themen, Theorien und Methoden aus Forschung und Praxis auseinander und leisten damit einen Beitrag zu aktuellen und drängenden Fragen der Bildung und Erziehung für nachhaltigen Frieden.

Der Aufnahmestaat und seine ruhelosen Gäste – Bildung für Geflüchtete, Migration und regionaler Frieden im globalen Süden

Arnhold-Symposium, 2019 am Barnard College in New York City, USA
Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Flüchtlingsbildung in Erstasylländern des globalen Südens. Sowohl Bildung als auch nachhaltiger Frieden sind wesentliche Bestandteile der Transformation von Aufnahmestaaten in Orte, an denen Geflüchtete längerfristig bleiben können. Das Symposium beschäftigte sich mit der Bedeutung, die der Bildung in den lokalen und nationalen Kontexten zukommt und diskutierte die politischen Rahmenbedingungen und die besonderen Herausforderungen in den Beziehungen zwischen Gästen und Gastgeberländern.

Global Citizenship Education in einer Welt im Wandel

6. Internationale Summer School, 2019 in Braunschweig, Deutschland
Ausgehend von verschiedenen regionalen, theoretischen und methodischen Kontexten befassten sich die Teilnehmenden der Summer School mit der Rolle von Global Citizenship Education (GCE) in einer zunehmend polarisierten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Realität und fragten, wie GCE-CE in seiner Rolle verstanden werden sollte, junge Menschen zu befähigen, innerhalb und außerhalb der staatlichen Ebene politisch zu handeln. Die Präsentationen gingen auch Frage nach, wie Schulen und Lehrende GCE-CE in spezifischen Kontexten integrieren, Ziele artikulieren und entsprechende Praktiken entwickeln können.

Friedens- und Menschenrechtsbildung (neu)denken und (neu)erfinden

Arnhold-Symposium, 2018 mit der Schweizerischen Friedensstiftung – swisspeace in Basel, Schweiz
Während die Welt, in der wir leben, schnellen großen globalen und sozialen Veränderungen unterliegt, geht die Entwicklung pädagogischer Theorien und Praktiken langsamer voran. Neue Herausforderungen und Bedürfnisse, wie die Integration von Geflüchteten und Migrant*innen, Menschenrechte und genderspezifische Machtkämpfe, erfordern kreative alternative Praktiken und Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, dass persönliche und kollektive Erzählungen den Klassenraum wie auch den akademischen Bereich erreichen. Mit einem Fokus auf emanzipatorische, feministisch-kritische Pädagogiken bot das Symposium eine Plattform für Bildungsexpert*innen, Praktiken und Methoden zu hinterfragen, (neu)zudenken und (neu)zuentwickeln.

Extremismus-Prävention durch Bildung

5. Internationale Summer School, 2018 in Braunschweig, Deutschland
Die Wahl des Themenschwerpunkts Extremismus-Prävention durch Bildung (PVE-E) reflektiert die zunehmende Bedeutung, der Bildung als Antwort auf das transglobale Problem der extremistischen Gewalt inzwischen beigemessen wird. Weltweit wird PVE-E als wichtiges Instrument zur Verteidigung von Frieden und Menschenrechten akzeptiert, was sich in nationalen und internationalen Aktionsplänen, Curricula und Bildungsmaterialien niederschlägt, die durch zahlreiche staatliche und nichtstaatliche Akteure, Organisationen, Wissenschaftler*innen und Bildungsexpert*innen entwickelt und implementiert werden. In diesem sehr breiten Bereich konzentrierte sich die Summer School auf Diskussionen und Anregungen zu Curricula und Lehrplanreformen, Bildungsmedien, formalen und nicht-formalen Bildungsaktivitäten sowie die Arbeit verschiedener Interessengruppen wie Lehrer*innen, NGOs, Regierungen und internationaler Organisationen.

Pädagogen vorbereiten – Friedensförderung in Gewaltkonflikten

Arnhold-Symposium, 2017 mit UNICEF Innocenti in Florenz, Italien
Das Symposium widmete sich Wegen und Methoden, Lehrer*innen und Ausbilder*innen zu unterstützen, die im Umfeld hochgradig eskalierter Konflikte, alltäglicher Gewalt oder in Transformationsgesellschaften, am Übergang von Krieg zu Frieden, arbeiten. Ziel war es, diese Bildungsfachkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen und damit den besonderen Sektor der Bildung in humanitären Notsituationen insgesamt darin zu stärken, zu einem nachhaltigen und positiven Frieden beizutragen.

Bildung in humanitären Notsituationen

4. Internationale Summer School, 2017 in Braunschweig, Deutschland
Das Fachgebiet der Bildung in humanitären Notsituationen ist eine noch entstehende akademische Disziplin. In diesem sich entwickelnden Feld ringen nicht nur Wissenschaftler*innen damit, wie sie sowohl den sozialen Raum der Notlage verstehen als auch ihre Forschung in einer sich ständig verändernden, anspruchsvollen und oft unsicheren Umgebung gestalten können: In komplexen Notsituationen kann ein ganzes Bildungssystem zerstört sein, die Ausbildung von Lehrkräften unzureichend, oder der Zugang zu Bildungsmaterialien verhindert. Als Beitrag zu diesem noch jungen Forschungs- und Praxisfeld diskutierten die Teilnehmer*innen Theorien und Methoden, spezifische Curricula und Bildungsmedien sowie die Rolle und die Ausbildung von Lehrer*innen auf allen Bildungsebenen in formalen und nicht-formalen Kontexten.

Bildung und Konflikte im postsowjetischen Raum

Arnhold-Symposium, 2016 mit der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, Deutschland
In diesem zweisprachigen Symposium (Englisch und Russisch) diskutierten die internationalen Expert*innen verschiedenster akademischer Disziplinen das Konfliktpotential von Bildungsnarrativen und Perspektiven für Veränderungen in den postsowjetischen Gesellschaften.

Menschrechtsbildung im Sekundarschulbereich

3. Internationale Summer School, 2016 mit dem Teachers College der Columbia University, in Braunschweig, Deutschland
Das Thema Menschenrechte ist eng verknüpft mit der Bildung für nachhaltigen Frieden und inzwischen Bestandteil der Ziele für nachhaltige Entwicklung (4.7) der Vereinten Nationen. Die Beiträge der Teilnehmenden nahmen hier ihren Ausgangspunkt, um sich über bisherige Erkenntnisse und innovative Wege auszutauschen, Kinder und Jugendliche über, durch und für Menschenrechte zu sensibilisieren, ihr kritisches Denken zu befördern sowie ihre sozialen und politischen Kompetenzen zu stärken, um gestaltungsmächtig den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaften, in denen sie leben, zu erhöhen.

Bewaffneter Konflikt und Bildung in Subsahara-Afrika

Arnhold-Symposium, 2015 im German Center for Research and Innovation und der New School for Social Research in New York City, USA
Die Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf den Bildungsbereich, wie zum Beispiel die Zerstörung von Schulinfrastruktur, sind ausführlich dokumentiert. Die Auswirkungen von Bildung auf bewaffnete Konflikte hingegen sind weniger gut bekannt. Dies nahm das Symposium zum Ausgangspunkt, um die komplexen Beziehungen zwischen formaler Bildung, fragiler Staatlichkeit und bewaffneten Konflikten zu untersuchen. In ihren Beiträgen untersuchten die Teilnehmenden, wie Bildung unter Umständen dazu beiträgt, ungerechte und strukturell gewalttätige politische Systeme hervorzubringen oder zu reproduzieren, aber auch wie Bildung dabei helfen kann, gerechtere und friedlichere soziale und wirtschaftliche Verhältnisse im Afrika südlich der Sahara entstehen zu lassen.

Transitional Justice und Bildung

2. Internationale Summer School, 2015 mit dem Center for Transitional Justice (ICTJ) in Braunschweig Deutschland
Die Frage, wie Kinder und Jugendliche in die Themenfelder Gerechtigkeit und Friedensbildung durch Curricula, Bildungsmedien und außerschulische Aktivitäten eingebunden werden können beschäftigte die Teilnehmer*innen dieser Summer School. Aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit verschiedenen methodischen Ansätzen untersuchten die Teilnehmenden in ihren Beiträgen, wie Prinzipien der Gerechtigkeit und Friedensbildung in Bildungsmaterialien und Curricula in Postkonflikt-Gesellschaften eingebracht und umgesetzt werden können.

Frieden 2.0 – Soziale Medien als Raum der Friedenserziehung

Georg Arnhold-Symposium, 2014 in Braunschweig, Deutschland
Soziale Medien verändern die Art und Weise, wie Menschen, insbesondere junge Menschen, etwas wahrnehmen, kommunizieren und interagieren. Das Arnhold-Symposium widmete sich dem Potential sozialer Medien als Bildungsraum, in dem Bedingungen für die Entwicklung nachhaltigen Friedens, durch die Förderung und Ermöglichung gesellschaftlichen Engagements und bürgerlicher Teilhabe, geschaffen werden. Das Symposium brachte, Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und Entscheidungstragende, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sowie Studierende zusammen, um Konzepte für die Erforschung neuer Bildungsräume zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Die Vergangenheit lehren und lernen: Die Nachwirkungen von (Bürger-)Krieg und Massengewalt

1. Internationale Summer School, 2014 in Braunschweig, Deutschland
Herausforderungen und Versprechen der Geschichtserziehung in geteilten Nachkriegsgesellschaften war der Hauptfokus der ersten Summer School am GEI. Die Beiträge der Teilnehmer*innen gingen der Frage nach, wie Schulen auf der ganzen Welt mit den Themen Krieg und Frieden und besonders mit gewalttätiger Vergangenheit umgehen. Sie diskutierten die Auswirkungen von Erfahrungen in Kriegs- und Transitionsphasen und wie diese von politischen Entscheidungstragenden, Lehrenden und Schüler*innen in Konflikt- und Nachkriegsgesellschaften erinnert, verhandelt und artikuliert werden.