Historiografie und Geschichtsunterricht in südslawischen und albanischsprachigen Regionen

Vielschichtig, abwechslungsreich, interkulturell geprägt und politisch heikel - die südosteuropäische Geschichte stellt sich insbesondere auf dem Balkan als kontinuierliches Wechselspiel zwischen Konflikt und Koexistenz dar. Albanisch- und Südslawischsprachige sind dabei nur zwei von vielen Kultur- und Sprachgemeinschaften, die ihre Geschichte(n) in ein komplexes Gesamtbild einfließen lassen.

Die Konferenz „Historiografie und Geschichtsunterricht in südslawischen und albanischsprachigen Regionen“ in Skopje, Mazedonien, schafft den Rahmen für wissenschaftliche Debatten über eine vielfältige, Ethnien übergreifende Regionalgeschichte. Die Hauptstadt Mazedoniens eignet sich ganz besonders als Tagungsort. Hier wurde 2001 das Rahmenabkommen von Ohrid unterzeichnet, das eine breitere Repräsentation der albanischen Minderheit in der Politik und Verwaltung Mazedoniens garantiert - eine bedeutende Vereinbarung für ein Land, in dem Albaner mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Im Mittelpunkt der Konferenz am 3. und 4. Juni stehen die albanisch-slawischen und die albanisch-griechischen Beziehungen sowie ihre Widerspieglung in Schulbüchern und historiografischen Diskursen. 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Albanien, Deutschland, Frankreich, Kosovo, Mazedonien, der Russischen Föderation, Serbien und Slowenien beteiligen sich an der Veranstaltung. Diese ist Teil eines dreijährigen, vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts zur Schulbuch- und Curriculumsentwicklung im albanischsprachigen Südosteuropa und wird veranstaltet vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig (GEI) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Nationalgeschichte Skopje (INI) und dem Institut für das geistige und kulturelle Erbe der Albaner Skopje (ITSHKSH). Konferenzkoordinatorin ist Claudia Lichnofsky (GEI).

Die Tagung findet am 3. Juni in der National- und Universitätsbibliothek „Hl. Kliment Ohridski“, bzw. am 4. Juni im Hotel „Solun“ in Skopje statt. Die Veranstaltung ist für die Interessierten aus Schule, Bildungspolitik und Wissenschaft offen und kostenlos. Weitere Informationen und das Konferenzprogramm finden Sie auf der Projektseite https://albanianlanguagetextbooks.wordpress.com/2015/04/30/conference-on-albanian-slavic-relations-in-skopje-3-5-june-2015/