Internationale Tagung: "Die Welt der Kinder"

Weltwissen und Weltdeutung in Schul-und Kinderbüchern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Internationale Tagung an der Universität Zürich vom 4. bis 6. Februar 2016, veranstaltet von:

  • Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK –Schwerpunkt Kinder-und Jugendmedien) der Universität Zürich;
  • Schweizerisches Institut für Kinder-und Jugendmedien (SIKJM), assoziiertes Institut der Universität Zürich;
  • Georg-Eckert-Institut –Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig;
  • German Historical Institute Washington D.C.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erleben Wissen und Bildung große Veränderungen –neben dem rasanten technologischen Wandel setzen sich Buchkultur und Schulpflicht durch. Schulbücher tragen als staatlich geprägte Massenmedien in erheblichem Maße zur „Nationalisierung der Massen“ und damit zu verengten Repräsentationen von der Welt bei. Zugleich ist dies jedoch eine Zeit beschleunigter Globalisierung und einer enormen Erweiterung des gesellschaftlichen Wissens über die Welt.

Die Tagung will diese sowohl gegenläufigen als auch verschränkten Prozesse aus wissensgeschichtlicher Perspektive aufnehmen und fragen, mit welchem Wissen und mit welchen Bildern von der Welt Kinder und Jugendliche in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg aufgewachsen sind.

Schul-und Kinderbücher stehen aus drei Gründen im Zentrum des Interesses: Zum ersten handelt es sich für eine Zeit, in der sich die große Mehrheit der Menschen weder durch eigene Reisen noch durch audiovisuelle Medien ein Bild von der Welt um sie herum machen konnten, um zentrale Quellen für die Vermessung gesellschaftlicher Wissens- bzw. Diskursfelder jenseits gelehrten Wissens. Zum zweiten sind Forschungen zu schulischen und außerschulischen (Bildungs-)Medien bisher kaum aufeinander bezogen und in ihrer Quellenspezifik reflektiert worden. Und zum dritten liegen für diese Forschungsgegenstände inzwischen ausreichend große digitale Quellenkorpora vor, die es gestatten, Chancen und Grenzen digitaler Forschung konkreter als vielfach üblich auszuloten.

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