Projektvorstellung „Schulbücher als Vermittler der Europäischen Integration? – Eine Studie zum politischen Fachunterricht“

Die Europäische Union (EU) und ihre Politik gelten weithin als komplex, dynamisch und bürgerfern. Folglich stellt das Thema „Europäische Integration“ eine Herausforderung für den Politikunterricht dar. Lehrende und Lernende haben daher einen erhöhten Bedarf an Bildungsmedien, die das Verständnis für dieses anspruchsvolle Thema fördern und eine gute Vermittlung im Unterricht ermöglichen. Doch wie wird die Europäische Integration in deutschen Schulbüchern dargestellt? Und wie werden die Schulbücher im politischen Fachunterricht eingesetzt? Diese Fragen liegen im Erkenntnisinteresse eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Georg-Eckert-Instituts und der Georg-August-Universität Göttingen mit dem Titel „Schulbücher als Vermittler der Europäischen Integration? Eine Studie zum Politischen Fachunterricht“ unter Leitung von Monika Oberle (Uni Göttingen) und Eckhardt Fuchs (GEI). Das Projekt verbindet zwei Ebenen der empirischen Schulbuchforschung und entspricht dem forschungsmethodischen Vorgehen eines Mixed-Methods-Ansatzes im sequenziellen Design.

Marret Bischewski untersucht in Braunschweig die EU-Kapitel von Schulbüchern der Sekundarstufen allgemeinbildender Schulen in Deutschland (N = 86), um einen umfassenden Einblick in die Darstellung des Themas zu erhalten. Der Fokus der Analyse liegt dabei auf den Schulbüchern für Niedersachsen (N = 30). Dabei werden die Methoden der computergestützten quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse zur Auswertung genutzt. Die Forschungsfragen beziehen sich dabei auf die Darstellungen der Aspekte Demokratie, Partizipation und Identität der EU im Zeitverlauf der Reformdebatte zwischen 2003 und 2013.

In der Studie von Christian Tatje erfolgte eine schriftlichen Befragung (teilstandardisierter Fragebogen) von Schüler/innen (N = 1076) und Politiklehrkräften (N = 122) der Sekundarstufe I an niedersächsischen Gymnasien und Gesamtschulen. Untersucht wurde die tatsächliche Nutzung des Politikschulbuchs und dessen Bestandteilen – wie bspw. Autorentexte oder Grafiken – durch Lehrkräfte und Schüler/innen im Allgemeinen und insbesondere hinsichtlich der EU-Kapitel. Außerdem wurde untersucht wie die Schulbücher und ihre EU-Kapitel von den Schüler/innen und Lehrkräften bewertet werden. Zur Erstellung der Lehrerfragebögen wurde zunächst ein qualitativer Zugang in Form von leitfadengestützten Interviews (N = 16) gewählt, um in der anschließenden quantitativen Untersuchung bisher nicht bedachte Aspekte berücksichtigen zu können. Der Schülerfragebogen wurde in einer Vorstudie (N = 282) pilotiert.